GEROLZHOFEN

Standpunkt: Ein sonderbares Demokratieverständnis

Die Presse dient dem demokratischen Gedanken. Sie hat in Erfüllung dieser Aufgabe die Pflicht zu wahrheitsgemäßer Berichterstattung und das Recht, ungehindert Nachrichten und Informationen einzuholen, zu berichten und Kritik zu üben. Im Rahmen dieser Rechte und Pflichten nimmt sie in Angelegenheiten des öffentlichen Lebens berechtigte Interessen (...) wahr.“ So steht es in Paragraf 3 des Bayerischen Pressegesetztes.

An Gerolzhofens Zweitem Bürgermeister Erich Servatius scheint vorbeigegangen zu sein, welche Aufgaben, Rechte und Pflichten die Presse hat. Wie sonst könnte er sich zu der Aussage im Stadtrat versteigen, die Diskussion über die umstrittenen Anbauten am Alten Rathaus hätte besser im Stadtrat als in der Zeitung stattgefunden.

Im Stadtrat hat es ja, aus welchen Gründen auch immer, bis zum Montag noch gar keine echte Diskussion darüber gegeben, welche Verunstaltung das altehrwürdige Rathaus zurzeit über sich ergehen lassen muss. Hätte die Presse warten sollen, bis sich die Ratsdamen und -herren dazu mal bequemen? Hätte diese Zeitung nicht berichtet, hätten die Verantwortlichen sich womöglich sogar in Wohlgefallen zurückgelehnt in der trügerischen Annahme, es sei ja alles gut.

Und was hätte wohl der Leser dazu gesagt, wenn diese Fehlentwicklung von der Redaktion unbeachtet und unkommentiert geblieben wäre? Überall in der Stadt wird das Thema diskutiert und die Zeitung soll dazu schweigen? Eine sonderbare Erwartungshaltung. Und ein sonderbares Demokratieverständnis.

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