Alitzheim

Statt Freudenhaus ein Waisenhaus

Es gibt jede Menge zu diskutieren im Hause Storch: Martin Fischer, Dieter Römmert, Birgit Keilholz, Kevin Wagner und Chris Wagner (von links).
Es gibt jede Menge zu diskutieren im Hause Storch: Martin Fischer, Dieter Römmert, Birgit Keilholz, Kevin Wagner und Chris Wagner (von links). Foto: Peter Pfannes

Was ist der Unterschied zwischen einem Telefon und einem Dorfpolitiker? Die Antwort auf diese Frage ließ im ersten Akt des Schwanks "Der falsche Anton" nicht lange auf sich warten: Das Telefon kann man aufhängen, wenn man sich verwählt hat.

Die Akteure des Theatergruppe Alitzheim strapazierten am Wochenende die Lachmuskeln ihres Publikums gehörig. Rund 500 Besucher verfolgten in der Alitzheimer Turnhalle wieder einmal professionelles Laienschauspiel.

Im Mittelpunkt der Geschichte standen der Alitzheimer Gemeinderat mit seinem Bürgermeister Anton Storch, gespielt von Dieter Römmert, und dessen Familie. Anton hatte eine Strafe wegen Schwarzbrennerei nicht bezahlt. Das Ergebnis: Ein Haftbefehl gegen das Gemeindeoberhaupt. Und das kurz vor einer wegweisenden Besprechung mit Investoren für den Bau eines Freudenhauses in dem Sulzheimer Ortsteil und die folgende beschlussfassende Ratssitzung.

Einfühlsame Mimik

Eine Paraderolle für Dieter Römmert, der während seiner Inhaftierung als Zwillingsbruder Paul die Hauptrolle großartig weiter spielte. Auch seine Partner glänzten mit einfühlsamer Mimik und jeder Menge Humor.

Die Idee für das "Doppelleben" hatte Antons Kumpel Willi Bachmann alias Martin Fischer. "Ihr gleicht euch doch wie e Ä dem annern", sagte er in Alitzheimer Lokaldeutsch und überzeugte das Gemeindeoberhaupt.

Dialekt ablegen

Als Paul sein neues mehrtägiges Zweitleben antrat, musste er erst einmal seinen hessischen Dialekt ablegen. Seit Jahren lebte er in Aschaffenburg. Ein Handicap, das mit allerhand Turbulenzen verbunden schließlich versöhnlich endete.

Für weibliche Nuancen verschiedenster Richtungen sorgten Birgit Keilholz als Bürgermeistergattin Wally, Lena Römmert als teilhysterische Manuela Sauer, sowie Victoria Knaup als Lilly Lieblich und Katharina Schmitt als Vera van den Busch vom horizontalen Gewerbe. Das Bühnenspektakel vollendeten Chris Wagner als Bürgermeistersohn Toni, Kevin Wagner als Schnapsbrennerei-Mitarbeiter Andi, Horst Lackinger als pflichtbewusster Amtsdiener Flachmann und Kai Weber als Gerichtsbediensteter Peter Trinkaus.

Investor ist pleite

Am Ende des dritten Aktes stand fest: Das Freudenhaus wird nicht gebaut, da der Investor pleite ist. Stattdessen wird ein Waisenhaus errichtet. Schließlich war Vera van den Busch ohne Eltern aufgewachsen.

Das begeisterte Publikum dankte den in der Komödie von Wilfried Reinehr herzerfrischend auftretenden Darstellern mit großem Applaus. Regie führte Horst Lackinger. Dass auf der Bühne und im Hintergrund alles klappte, dafür sorgten Souffleuse Klara Theobald, die Maskenbildnerinnen Angelika Wagner und Franziska Eisenmann sowie das eifrige Helferteam.

Der Brief vom Amtsgericht schockt Familie Storch und den Gemeinderat: Birgit Keilholz, Dieter Römmert und Martin Fischer (von links).
Der Brief vom Amtsgericht schockt Familie Storch und den Gemeinderat: Birgit Keilholz, Dieter Römmert und Martin Fischer (von links). Foto: Peter Pfannes
Das sexy Outfit von Lilly interessiert die Hausherren sehr, Manuela ist empört: Lena Römmert, Victoria Knaup, Dieter Römmert und Martin Fischer (von links).
Das sexy Outfit von Lilly interessiert die Hausherren sehr, Manuela ist empört: Lena Römmert, Victoria Knaup, Dieter Römmert und Martin Fischer (von links). Foto: Peter Pfannes

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