SCHWEINFURT

Stiftung: Oft letzte Rettung aus großer Not

Das Mehrfamilienwohnhaus, in dem auch der alleinerziehende Vater und seine schwangere Tochter (17) wohnten, war nach dem Brand nicht mehr bewohnbar. Keiner der Mieter war für das Feuer verantwortlich. Feuer und Löscharbeiten haben aber das gesamte Hab und Gut der kleinen Familie zerstört. Die fehlende Hausratsversicherung verschärfte die Situation noch. In seiner Not wandte sich der Geringverdiener an die Stiftung „Schweinfurt hilft Schweinfurt“ von Schweinfurter Tagblatt und Diakonie, die 300 Euro zum Kauf von Bekleidung zur Verfügung stellte.

Als die junge Mutter mehrerer Kinder ihren gewalttätigen Mann endlich verließ, sperrte er als Konsequenz das Konto. Die Stiftung gewährte der Frau in dieser Notlage ebenfalls 300 Euro. Sie kam zunächst im Frauenhaus unter und wird bald eine nach langer Suche gefundene Wohnung beziehen können.

Trotz einer schmerzhafte Rückenmarksverletzung geht der schwerbehinderte Familienvater, um der Tochter ein Vorbild zu sein, wie er sagt, einer geringfügigen Beschäftigung nach. Jetzt ist aber das Bett zusammengebrochen. Für den Neukauf und die Spezialmatratze erhielt die Familie 300 Euro aus dem Stiftungstopf.

Die Fälle sind drei von 102 in diesem Jahr 2016 akzeptierten Anträgen. Ausgezahlt wurden bis Ende November fast 24 000 Euro. Für Dezember sind für weitere Hilfen rund 2000 Euro reserviert. Diese dann 26 000 Euro sind die höchste Ausschüttung seit Gründung von „Schweinfurt hilft Schweinfurt“ im Jahr 1993.

Über die Zahlen informierte bei der Herbstversammlung der für die Verteilung zuständige Beirat Uwe Kraus (Leiter soziale Dienste Diakonie) Stiftungsvorstand und das Kuratorium.

Antragsteller waren erneut großteils die Wohlfahrtsverbände, allen voran Diakonie, Caritas und Sozialdienst katholischer Frauen. Die restlichen Anträge stammten von gesetzlichen Betreuern, der Tagesklinik für psychisch Kranke, vom Haus Marienthal, der Schwangerenberatung Pro Familia und verstärkt von der Migrationsberatung.

Angestiegen sind die Anträge von anerkannten Flüchtlingen, die vor allem um Hilfen bei der Erstausstattung zur Wohnungseinrichtung baten und bitten. Nach längerer Diskussion waren sich die Stiftungsverantwortlichen einig, dass vor der Überweisung eines Betrags aus dem Spendentopf zunächst auf alle anderen Möglichkeiten hingewiesen werden soll. Das sind zum einen die Möbellager, zum zweiten will bei den Verbänden darauf hinwirken, dass die Anträge an die Job-Center „richtig ausgefüllt werden“. Wer im Formular beispielsweise Bett schreibt, erhält lediglich ein Gestell, keine Matratze.

Die Zahl von „Energie-Armutsanträgen“ wegen nicht bezahlter Stromrechnungen ist erfreulicherweise zurückgegangen. Hauptgrund ist das Projekt „FIT beim Energiesparen“ der Diakonie. Dank der anhaltend guten Spendenbereitschaft durch Aktionen, zu Jubiläen von Firmen oder Geburtstagen von Bürgern kann die Stiftung den Fortbestand des Energiesparprojekts erneut mit 10 000 Euro sichern.

Seit 2012 erhalten einkommensschwache Haushalte diese Beratung, um Stromfresser loszuwerden. Die Energieberatung kooperiert hier auch mit den Stadtwerken und dem Job-Center, der die Energieberater gezielt in betroffene Familien schickt, um aus dem Teufelskreis – hohe Energiekosten durch oft veraltete Stromfresser – rauszukommen. In durchschnittlich 50 Fällen im Jahr ist das seit 2012 schon gelungen.

Energieberater Siegfried Fuchs bildet im Moment drei anerkannte Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan aus. Sie sollen in den Wohnungen ihrer Landsleute über das sparsame Heizen, das richtige Lüften und einen möglichst behutsamen Einsatz von Strom informieren und beraten.

Die drei größten Spendenbeträge erhielt die Stiftung in diesem Jahr von der Hofmann-Stiftung (6000 Euro), aus dem Erlös eines Benefizkonzert von Eberhard Fasel anlässlich seines 60. Geburtstages (2500 Euro) und der AOK-Fußball-Mini-EM. Das Gesamtspendenaufkommen lag bis Ende November bei fast 20 000 Euro und damit deutlich über der Erwartung.

Dadurch sei die Unterstützung in heuer 102 Fällen überhaupt erst möglich geworden, stellten die Stiftungsvorstände Pfarrer Jochen Keßler-Rosa und Tagblatt-Redaktionsleiterin Susanne Wiedemann sowie Kuratoriumsvorsitzende Rechtsanwältin Christiane Michal-Zaiser in ihren herzlichen Dankesworten an die Spender fest.

Wer helfen will: Konto Sparkasse Schweinfurt BIC BYLADEM1KSW, IBAN DE 15 7935 0101 0000 0323 26.

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