SCHWEBHEIM

Suche nach dem Sinn des Daseins

In seinem neuesten Buch geht Hans Schwinger den Urfragen der Menschheit nach dem Woher und Wohin nach. Foto: Ursula Lux

Es sind die Urfragen der Menschheit, mit denen sich Hans Schwinger in seinem jüngsten Buch auseinandersetzt. Aus welcher Welt kommen wir, in welcher sind wir, in welcher Welt werden wir einst sein? Warum gibt es uns, was ist der Sinn unseres Daseins? „Ich schreibe für mich, meine Gedanken und Ideen bin ich jetzt losgeworden“, erklärt der Autor. Verkaufszahlen interessieren ihn wenig.

Mit seinen ersten drei Buchveröffentlichungen hat Schwinger seiner Heimat ein Denkmal gesetzt, ist der Geschichte der Gemeinde Schwebheim und ihres berühmten Sohnes Ernst von Bibra nachgegangen. Jetzt aber wird er philosophisch, beschäftigt sich mit den Fragen zum Woher, Warum und Wohin der Menschheit.

„Puppen sind wir alle“, so der Titel des Werkes. Der Titel stammt aus Georg Büchners „Dantons Tod“, in dem der Held Danton feststellt: „Puppen sind wir, von unbekannten Gewalten am Draht gezogen; nichts, nichts wir selbst.“

„Wie frei sind wir angeblich so freien Menschen wirklich?“, fragt sich Schwinger. „Früher kannten die Menschen die Herrschaften, die ihnen Befehle erteilten, heute wissen wir nicht mehr, wer uns befiehlt“, meint er.

Der Autor weiß, dass er mit seinen Aussagen Widerspruch erregen wird, aber das ist durchaus auch so gewollt. „Es sind meine Gedanken, und sie sollen andere anregen, darüber nachzudenken.“

Die Initialzündung zu diesem Buch gab Rainer Werner Fassbinders Film „Die Welt am Draht“ aus dem Jahr 1973. Der Film, der eine simulierte Welt beschreibt, fragt nach unserer Realitätswahrnehmung, nach Manipulationen, Überwachung und der vermeintlichen Freiheit des Individuums. Fragen, denen gerade im Computerzeitalter ein wacher Geist kaum ausweichen kann.

„Zu welchem Ende werden uns der Zwang zu ständigem Wachstum, Atomtechnik, Genmanipulation und menschliche Gier führen? Werden uns eines gar nicht mehr so fernen Tages unsere eigenen Produkte – Roboter, Computer, Nanos – beherrschen oder gar ablösen?“

In seinem gut lesbaren Werk geht der Autor zunächst auf die Erklärungen ein, mit dem die Menschen ihre Frage nach dem Woher und Wohin bislang beantwortet haben. Religionen kommen dabei ebenso zum Zuge wie die Forschungen eines Zecharias Sitchin, der die Entstehung der Menschheit Außerirdischen zuschreibt. Schwinger fragt in seinem Buch: „Könnte es sein, dass im Laufe der Geschichte Wesen entstanden sind, die über eine den Menschen weit überlegene Intelligenz verfügen? Könnte es geschehen, dass solche Überlegungen zur Ausbildung einer Superintelligenz anstehen? Wird eine höher intelligente Menschheit entstehen? Oder gibt es solche Intelligenzen gar schon?“

Es könnte aber auch ganz anders sein, mutmaßt der Autor: „Ganz einfach, der Mensch schaufelt sich durch sein ,Weiter so‘ sein eigenes Grab und zerstört seine Lebensgrundlage durch sein Streben nach ständigem Wachstum.“

Eingestreut in die zum Teil romanhaften Texte sind Warnungen vor einem blinden „Weiter so“. Solche Warnungen habe es in der Geschichte der Menschheit immer wieder gegeben, beispielsweise Seuchen, Hiroshima, Tschernobyl, Weltkriege. Die Menschheit habe wenig daraus gelernt, sei aber auch immer wieder auf die eigenen Füße gefallen.

Die Bedrohungen heute aber hätten eine ganz andere Dimension, davon ist Schwinger überzeugt: „Aus der Büchse der Pandora wurden Kräfte freigelassen, die man nicht mehr einfangen können wird.“ Mit der Atomspaltung und der Aufschlüsselung des Zellkerns habe die Wissenschaft eine Schranke überschritten, die sie hätte scheuen sollen, meint Schwinger.

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