Grafenrheinfeld

Tag des Baumes: Sicherheitskräfte unterbrechen Feier

Damit die Edelkastanie groß und kräftig wird, bekam sie von den Ehrengästen jede Menge Wasser. Unser Bild zeigt von links: Landrat Florian Töpper, Paul Heuler, Günther Tartler, Bürgermeisterin Sabine Lutz, Frank Bauer und seinen Stellvertreter Michael Geck zusammen mit den Kindern der Flötengruppe. Foto: Ursula Lux

Dieser Tag des Baumes wird den Besuchern wohl in Erinnerung bleiben. Ob der Sicherheitskräfte des Kernkraftwerks bekam er eine ganz besondere Note.

Landrat Florian Töpper bedankte sich gerade bei seinem "flächendeckenden Netz von Nützlingen", womit er die 49 Gartenbauvereine des Kreises meinte, als ein Fahrzeug anhielt. Zwei Uniformierte des Sicherheitsdienstes stiegen aus, gingen auf die Versammlung zu und riefen laut mitten in die Feier hinein: "Was macht ihr hier? Ist das angemeldet?"

Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege hatte zum jährlichen Tag des Baumes eingeladen. Rund 50 Gäste umrahmten eine frisch gepflanzte Esskastanie, der örtliche Gartenbauverein hatte unter einem Pavillon, Häppchen und Sekt aufgebaut. Unmittelbar neben der Kreisstraße zwischen Grafenrheinfeld und Röthlein, an der Abfahrt in Richtung Kernkraftwerk, feierten die Gäste den Tag des Baumes. Die Kinder von der Flötengruppe des Spielmann- und Fanfarenzuges musizierten, die Atmosphäre war entspannt.

Dies aber schienen die beiden Wachmänner nicht wahrzunehmen. "Jede Versammlung muss angemeldet sein", betonten sie. Und auch dem Gegenargument von Michael Niklaus von der Verwaltung, dass dies Gemeindegrund sei und hier gar nichts angemeldet werden müsse, schenkten sie kein Gehör. Schließlich aber konnten sie doch davon überzeugt werden, dass dies keine "terroristische" Versammlung war, und der Landrat konnte verkünden: "Die Kuh ist vom Eis."

Seit 1976 lädt der Kreisverband jährlich zum Tag des Baumes ein, immer übernimmt ein anderer Ortsverein die Gestaltung: in diesem Jahr Günther Tartler mit seinem Team vom Gartenbauverein Grafenrheinfeld. Man habe sich bewusst für eine Esskastanie entschieden, erklärte Kreisvorsitzender Frank Bauer. Die käme in der Region kaum mehr vor. Vor den Kartoffeln aber seien die stärkereichen Maronen die Frucht der armen Leute gewesen. Die Edelkastanie vertrage Trockenheit und Hitze gut, so dass sie im Hinblick auf den Klimawandel wohl einer der Zukunftsbäume sei, meinte Bauer. Der Baum werde 20 bis 25 Meter hoch und könne bis zu 200 Jahre alt werden. Allerdings blühe er erst mit 20 bis 30 Jahren das erste Mal, erläuterte Bauer. Auch das Holz des Baumes sei sehr wertvoll, meinte der Kreisvorsitzende und stellte fest: "Bei uns passt die Natur noch, es werden Bäume gepflanzt." Er nutzte die Gelegenheit auch, um ein Loblied auf die Gartenbauvereine zu singen und um Mitglieder zu werden.

Diesem Lob schlossen sich sowohl der Landrat als auch Bürgermeisterin Sabine Lutz an. Sie freute sich besonders über die rege Teilnahme der Bevölkerung, die doch zeige, dass die Natur wieder hoch geschätzt werde.

Tartler betonte noch, dass man den Baum bewusst auf offiziellen Gemeindegrund gepflanzt habe, damit sich dereinst jeder Bürger an den Früchten bedienen könne.

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