Schweinfurt

Tanzender Protest gegen Gewalt an Frauen

Tanzend protestierten zahlreiche Frauen und Männer vor dem Schweinfurter Rathaus gegen Gewalt an Frauen. Foto: Ursula Lux

Das Wetter war alles andere als einladend. Trotzdem versammelten sich viele Frauen und auch Männer vor dem Rathaus, um tanzend ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen. Zum zweiten Mal hatte das Schweinfurter Frauenplenum dazu aufgerufen, sich an der weltweiten Aktion "One Billion Rising" zu beteiligen. Sie wurde im September 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler initiiert.

Die "Billion" (Milliarde) steht für die statistische Aussage der Vereinten Nationen, dass ein Drittel aller Frauen und Mädchen weltweit in ihrem Leben Opfer von Gewalt werden. Man könnte dem Valentinstag auch einen anderen Titel geben, meinte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Heide Wunder: "Schläge statt Blumen oder Mord statt Pralinen." Die Zahlen seien erschreckend, meinte sie. Jede dritte Frau werde im Laufe ihres Lebens vergewaltigt oder geschlagen und dies meist in ihrem nahen Umfeld. Männergewalt sei immer noch ein riesiges Problem, erklärte Wunder und zitierte eine Statistik. Demnach wurden 2018 insgesamt 140 755 Menschen Opfer von Partnerschaftsgewalt, 80 Prozent davon waren Frauen. 122 Frauen wurden getötet. "Jedes Opfer ist eines zu viel", rief die Gleichstellungsbeauftragte unter dem Applaus der Anwesenden.

Sabine Dreibholz, die Leiterin des Frauenhauses, brachte ebenfalls Zahlen mit: 135 Menschen seien 2017 als Opfer von häuslicher Gewalt gestorben. 15 davon Kinder. In der Region seien drei Frauen gestorben und 27 hätten einen Mordversuch überlebt. Frauen könne schon der Tod drohen, wenn sie einen Sprachkurs besuchen oder eine Ausbildung machen wollen. "Frauen, die selbstbestimmt leben wollen, werden von denen, die das nicht dulden, bestraft", betonte Dreibholz.  2019 hätte das Frauenhaus 51 Frauen und 44 Kindern Schutz geben können.

Olga Triol, Anna Wegner und Bianca Mehringer von der Offenen Behindertenarbeit formulierten die Anliegen noch einmal in einfacher Sprache. "Wir wollen keine Gewalt an Frauen." Auch eine Abordnung der Schweinfurter "Heroes", junge Männer aus Ehrenkulturen, die sich gegen Gewalt und für Gleichberechtigung einsetzen, war vor Ort und zeigte mit Plakaten Solidarität.

Drei Tänzerinnen der DDC Factory unterstützten die Aktion "One Billion Rising". Foto: Ursula Lux

Eingebettet waren die Reden in gemeinsame Tanzaktionen. In über 200 Ländern finden diese Tanz-Flashmobs statt, um das Problem der Gewalt gegen Frauen ins Bewusstsein zu rücken. In Schweinfurt unterstützten Milana Braun und zwei Mittänzerinnen der Tanzgruppe DDC Factory die Aktion, indem sie auf dem Podium vortanzten.

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