Schweinfurt

Tauben in Schweinfurt: Schneider fordert betreuten Taubenschlag

In Schweinfurt gibt es rund 500 wilde Tauben in der Innenstadt. Diese sorgen bei Hausbesitzern für Verdruss. Wieso die Standort-Suche für einen Taubenschlag schwer ist.
Einen betreuten städtischen Taubenschlag fordert Ulrike Schneider in Schweinfurt, damit es die gut 500 Stadttauben besser versorgt werden können. Foto: Theresa Müller

Wohin mit den Schweinfurter Stadttauben? Wäre ein betreuter Taubenschlag eine Lösung? An welchem Standort und wer wäre zuständig? Keine einfachen Fragen, die die Verwaltung da zu lösen hat.

Ulrike Schneider hatte bereits Ende Juli letzten Jahres den Antrag gestellt, einen betreuten Taubenschlag durch die Stadt aufzustellen, um so zum einen dem Tierschutz gerecht zu werden, zum anderen aber auch die Belästigung für Bürger und Hausbesitzer zu reduzieren. Gut 500 Tauben gibt es in der Innenstadt, denen es laut Schneider nicht sonderlich gut geht. Im Grunde seien es "Haustiere der Stadt", weswegen man auch eine Verantwortung nicht nur wegen des Tierschutzes habe.

Die Tauben in den Städten könnten nach ihren Informationen gar nicht in der Wildnis überleben, seien abhängig von der Fütterung durch den Menschen. Das Fütterungsverbot in Schweinfurt sorgt aber dafür, dass sie mittelfristig verhungern. Eine gute Lösung seien städtische Taubenschläge wie es sie in Augsburg, Nürnberg oder Bad Kissingen gebe, so Schneider.

Eine Gruppe Tauben läuft aus einem Taubenschlag und sucht Futter. Foto: Fabian Strauch

Umweltreferent Jan von Lackum ist grundsätzlich wie Schneider der Meinung, dass ein betreuter Taubenschlag eine adäquate Lösung des Problems wäre. Die Verwaltung habe nicht nur wegen Schneiders Antrag, sondern auch wegen Bürgerbeschwerden in den vergangenen Monaten den Austausch mit der ehrenamtlichen Stadttaubenhilfe White Angels gesucht.

In einem Taubenschlag könnte man die Tauben mit passendem Futter versorgen, die Verkotung im Stadtgebiet würde sinken und durch den Austausch echter Eier durch Plastikeier könnte man auch die Population regulieren, so von Lackum. Allerdings ist ein Taubenschlag aus Sicht der Stadt nicht von jetzt auf gleich zu realisieren: Zum einen geht es darum, wer ihn betreut. Städtische Mitarbeiter? Die White Angels? Was kostet das?

In einem betreuten Taubenschlag könnten echte Eier durch Plastikeier in den Nestern ausgetauscht werden, womit eine Reduzierung der Population möglich wäre. Foto: Karlotta Ehrenberg

Die andere Frage wäre, auf welchen Dächern Taubenschläge möglich wären. Bei Privateigentümern ist die Skepsis recht hoch, die Stadt schaut auch auf eigene Gebäude und könnte sich vorstellen, das Dach des Friederike-Schäfer-Heimes in der Judengasse zu nutzen. Das Gesundheitsamt, so von Lackum, habe dagegen keine Bedenken, allerdings muss natürlich der Taubenkot regelmäßig entfernt werden. Grundsätzlich ist von Lackum "guten Mutes, eine Lösung zu finden".

CSU ist gegen einen Taubenschlag auf dem Friederike-Schäfer-Heim

"Sofern eine ehrenamtliche Betreuung sichergestellt werden kann", will die Verwaltung das Vorhaben weiterverfolgen. Diese Betreuung hält Ulrike Schneider für schwierig, fordert zumindest eine finanzielle Kompensation für die Stadttaubenhilfe. CSU-Fraktionsvorsitzender Stefan Funk betonte, Tierschutz sei wichtig. Mit dem Vorschlag Friederike-Schäfer-Heim hatte er aber große Schwierigkeiten: "Ich bin entsetzt, wir müssen doch die Gesundheit der älteren Mitbürger schützen." Außerdem, so Funk, "gibt es für uns wichtigere Aufgaben in der Stadt".

Das Thema Stadttauben war auch anderweitig in den Schlagzeilen: Mitte Juli 2019 hatte ein grausamer Fall von Tierquälerei in Schweinfurt für Aufsehen gesorgt: Ein bisher Unbekannter schoss offenbar mit einem Luftgewehr auf Tauben, verletzte zwei schwer, die ein Schweinfurter Tierarzt operierte und rettete. Die Empörung bei Tierschützern und vor allem den Mitgliedern der Stadttaubenhilfe White Angels, die die verletzten Tiere gefunden hatten, war groß.

Vor einigen Tagen sorgte ein Feuerwehreinsatz in der Hohen Brückengasse für Aufsehen, als eine Taube, die sich in einem Netz auf dem Dach eines der Häuser verfangen hatte, befreit wurde. Das Thema hatte vor allem in sozialen Medien für Aufmerksamkeit gesorgt.

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