KREIS SCHWEINFURT

Tausende schauten sich im Landratsamt um

Mehrere tausend Besucher feierten das Jubiläum „25 Jahre Landratsamt“. Vom Katastrophenschutzraum im Keller bis zum Büro des Landrats im 3. Stock konnte die Besucher alle Räume besichtigen.

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Tag der offenen Tür

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Der Landrat verteilt Geburtstagskuchen.

Mehrere tausend Besucher feierten beim Tag der offenen Tür des Schweinfurter Landratsamts. Gut, dass Landrat Florian Töpper vorher seinen Schreibtisch aufgeräumt hatte.

Der Landrat hat sein Büro ordentlich aufgeräumt“, stellt eine Besucherin fest, mit Blick auf den Schreibtisch von Florian Töpper. Das „Oval Office“ in der Verwaltungszentrale des Landkreises ist ein Besuchermagnet am Tag der offenen Tür im Landratsamt. Oval ist, anders als im Weißen Haus, allerdings nur der Besprechungstisch, nicht das ganze Büro.

Draußen vor der Tür verrottet allerdings der Müll: Die Experten für Abfallwirtschaft haben im Flur demonstrativ einen Komposthaufen und eine Biotonne aufgebaut. Die Botschaft: mit Aktensortieren ist es im modernen Landratsamt nicht getan. Hier geht es, auf drei Etagen, um das unmittelbare Alltagsleben von über 100 000 Menschen – von der Gelben Tonne bis zu kreiseigenen Schulen und der Geomed-Klinik Gerolzhofen.

Der Aufgaben werden immer mehr, man könnte – trotz hellem, offenem Ambiente – schon wieder Platz gebrauchen. Passend zum Sommer soll demnächst auch der Sonnenschutz renoviert werden.

Laut Adresse in der Schrammstraße, aber gefühlt am Schillerplatz

Am Samstag herrscht hochsommerliches Landratswetter, als Hausherr Töpper den Jubiläumstag „25 Jahre Landratsamt“ Schweinfurt zu den Klängen der Big Band der Bundespolizei eröffnet. Die Adresse lautet seit 1990 zwar Schrammstraße 1: „Gefühlt sind wir hier am Schillerplatz, im Herzen der Stadt Schweinfurt“, sagt der Chef von rund 400 Mitarbeitern, einschließlich Bauhof.

Die Türen standen hier schon früher offen, aber erstmals sind alle Sachgebiete vertreten: ebenso wie Amtsvorgänger Harald Leitherer, zahlreiche Landkreis-Bürgermeister, Stadt-Bürgermeister Karl-Heinz Kauczok sowie Bezirksrätin Tamara Bischof, Amtskollegin aus Kitzingen. Architekt Konrad Furtner ist ebenfalls da, der seinerzeit zusammen mit Peter Jakob das 40-Millionen-Mark Projekt in Angriff genommen hat, auf einem SKF-Gelände.

Nach dem Krieg war man in der Ignaz-Schön-Straße untergebracht, die Gebietsreform 1972 brachte eine massive Vergrößerung des Landkreises und seiner Aufgaben mit sich. Landrat Karl Beck startete den u-förmigen Neubau, bereits 1999 folgte mit dem Gesundheitsamt ein weiterer Anbau.

Die Behörde ist ein Dienstleister
Ein Gebäude sei das eine, sagt Töpper dazu: Man feiere aber auch das, was sich darin befinde – keine staubtrockene Behörde, sondern einen Dienstleister: „Herzlich willkommen in Ihrem Landratsamt.“ Die beiden Stellvertreter Christine Bender und Peter Seifert schneiden vor der Bühne den Geburtstagskuchen an. Pressesprecherin Uta Baumann verweist aufs reichhaltige Programm mit Musik und Schmankerl.

Auch in den Mittagstunden hinein herrscht ungewöhnlich großer Andrang. Wer will, kann neben dem Kreis-Fuhrpark in die Luft gehen, dank 30 Meter aufsteigender Hebebühne der Baumschnittabteilung. Oder aber in den kaum bekannten Untergrund hinab steigen. Zu den zahlreichen Vorträgen und Führungen gehört auch ein Einblick in die gut verbunkerten Räume des Katastrophenschutzes, hinter mächtiger Stahltür neben der Tiefgarage.

Kommandozentrale im Keller
Im computerisierten Stabsraum herrscht schon ein Hauch der „White House“-Atmosphäre, wie man sie aus Hollywoodfilmen kennt. Auch wenn sich Katastrophenschützer Roland Rost erst mal weniger auf heranrauschende Kometen, als auf Waldbrände, Orkane, Großunfälle von Main bis Bahn konzentriert. Zuletzt hatte man Hochwasser-Einsatz, ansonsten überwiegen Trockenübungen.

„Katastrophenschutz, das müssen sie sich vorstellen wie in der Bibel“, sagt Rost: „Da ist alles drin.“ Immerhin hat man ein (frisch abgeschaltenes) AKW vor der Haustür: „Das birgt trotzdem noch Gefahr.“ Auf großen Generalstabskarten an der Wand würden in jedem Ernstfall Feuerwehr-Einheiten verschoben werden. Messstationen und Evakuierungsplätze sind aufgelistet: Hier unten tagt die „administrative Führung“ gegenüber der „einsatztaktischen Führung“ vor Ort. Wenn's hart auf hart kommt, müssten Medien wie Minister gleichermaßen informiert werden. Auch zum Verbindungskommando der Bundeswehr gibt es einen heißen Draht, zur Integrierten Leitstelle der Rettungsdienste sowieso. Man hat eigene Funkkanäle, außerdem mehrere Spezialfahrzeuge und ein modernes Einsatzleitfahrzeug. Die Einträge an den PCs werden unlöschbar dokumentiert.

Der erste Auftritt des Amtschors
Nach dem Wiederaufstieg freut man sich über den beswingten Amtschor, im luftigen, brunnengekühlten Atrium: Unter der Leitung von Musiklehrer Albin Freibott haben hier die Sänger des Hauses ihre amtliche Premiere – der 2014 gegründete Chor ist ein besonderes Anliegen von Abteilungsleiterin Gabriele Frühwald (die oberste staatliche Stellvertreterin des Landrats).

Auch sonst wird musikalisch einiges geboten: Rockröhre Steffi List ist ebenso da wie die schmissige Feuerwehrkapelle aus dem Altlandkreis Gerolzhofen (die Kreisbrandrat Holger Strunk mit einem Ständchen begrüßt), außerdem musikalische Schüler mit fränkischen Rundtänzen und Saxophon.

In den Gängen präsentiert sich das Amtsleben: Ein „Glücksrad rund um die Schwangerschaft“ dreht sich mit kniffligen Fragen, bei der Schwangerenberatung. Das Kreisaltenheim Werneck simuliert das Altern, das Gewinnspiel der Familienbeauftragten fragt nach dem Frauenanteil in Gemeinderäten. Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Hennig stellt das Bildstockland am Main vor, die Geomed-Klinik spürt der Krankheit Diabetes nach.

Es geht um Windkraft, Naturschutz, Gartenpflege, Ehrenamtskarte, Asyl, Wanderwege, Konversion, Notrufe und Erste Hilfe, Feuerwehren oder die Freiwilligenagentur Gemeinsinn: Das Landratsamt befindet sich nicht nur im Herzen der Stadt, es ist selbst das Herz des Landkreises.

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