Gerolzhofen

Theater: "Deutschland Wunderland" auf dem Gerolzhöfer Marktplatz

Im Juni 2020 werden auf dem Marktplatz wieder Aufführungen des Kleinen Stadttheaters stattfinden. Gerolzhofen wird zur Theaterstadt. Und die Vorbereitungen laufen schon.
Das Ensemble des Kleinen Stadttheaters bringt im Sommer ein neues Theaterstück auf die Bühne, das sich mit Geschehnissen in Gerolzhofen in der Nachkriegszeit beschäftigen wird. Foto: Archiv Matthias Endriß

Gerolzhofen wird wieder zur Theaterstadt. Im kommenden Juni 2020 werden auf dem Marktplatz Aufführungen des Kleinen Stadttheaters stattfinden. Der Stadtrat hat bereits grünes Licht gegeben, damit - wie bei "Fräulein Schmitt und der Aufstand der Frauen" - eine Bühne und eine große Zuschauertribüne aufgebaut werden können.

Das neue Theaterprojekt wird "Deutschland Wunderland" heißen. 75 Jahre nach dem Frauenaufstand in Gerolzhofen und 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs knüpft das neue Stück direkt an das 2015 erfolgreich aufgeführte Theaterstück „Fräulein Schmitt und der Aufstand der Frauen“ an, in dem Frauen und Kinder gegen die Naziherrschaft aufstanden und damit die Stadt vor der Zerstörung bewahrten.

Für die Aufführungen ab dem 18. Juni 2020 wird wie vor fünf Jahren wieder eine große Zuschauertribüne auf dem Marktplatz errichtet. Foto: Archiv Matthias Endriß

Szenen, Lieder, Tänze

Mit dem Kriegsende beginnt dann eine Zeit des Friedens, der Demokratie und des wirtschaftlichen Aufbruchs. In "Deutschland Wunderland" bringt das Kleine Stadttheater Gerolzhofen diese acht Jahrzehnte deutscher und Gerolzhöfer Geschichte auf großer Bühne. Für jedes Jahrzehnt gibt es einen eigenen Themenblock: Auf eine große LED-Leinwand werden die Bilder des jeweiligen Jahrzehnts aus der Welt, aus Deutschland und aus Gerolzhofen projiziert. In einer Theaterszene werden wichtige lokale Ereignisse thematisiert und der jeweilige Block endet dann mit einem zeittypischen Gesangs- oder Tanzstück.

Stück für Stück arbeitete man sich so bis zur Jetztzeit vor. "Die großen Themen der Zeit werden vor Ort sichtbar und so für die Zuschauer erlebbar", sagt Silvia Kirchhof, die Leiterin des Kleinen Stadttheaters. "Der Blick zurück hilft, die Gegenwart zu verstehen." Vertreibung, Wirtschaftswunder, Immigration und deutsche Wiedervereinigung werden Themen sein, genauso wie das Entstehen eines neuen Wir-Gefühls bis hin zum Aufstieg der Neuen Rechten in jüngster Zeit. "Das Theaterstück würdigt das Erreichte und zeigt zugleich aktuelle Gefahren für den gesellschaftlichen Frieden und Demokratie auf", erklärt die Regisseurin.

Der Schriftsteller Roman Rausch, der schon das Stück "Fräulein Schmitt und der Aufstand der Frauen" geschrieben hat, ist auch für das neue Stück "Deutschland Wunderland" verantwortlich. Regisseurin ist Silvia Kirchhof. Foto: Archiv Matthias Endriß

Autor ist wieder Roman Rausch

Autor des neuen Stücks ist, wie schon bei "Fräulein Schmitt", der gebürtige Gerolzhöfer Roman Rausch. Er ist momentan mitten in der Schreibarbeit, während parallel dazu noch die historische Recherche läuft. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt erneut von Rainer Leng, Professor am Institut für Geschichte der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Derzeit finden Video-Aufzeichnungen mit Zeitzeugen, insbesondere mit Geschäftsleuten, statt, die sich an die Zeit des Aufbruchs nach dem Krieg erinnern.

Ihre Erzählungen finden Eingang in das neue Theaterstück. Die Erinnerungen und die so gewonnene Stoffsammlung werden von Professor Leng geschichtlich für die Nachwelt aufgearbeitet und später auch dem Stadtarchiv zur Bewahrung übergeben. Man ist auch weiterhin auf der Suche nach Zeitzeugen. Wer skurrile und interessante lokale Begebenheiten aus dem Gerolzhofen der vergangenen Jahrzehnte zu erzählen hat, kann sich gerne mit Silvia Kirchhof in Verbindung setzen. "Selbstverständlich wird es dann im Theaterstück so gestaltet sein, dass die konkreten Personen nicht zu erkennen sind", sagt Kirchhof.

Probenbeginn im Februar

Für "Deutschland Wunderland" wird erneut ein großes Ensemble aus professionellen Schauspielern, Laien-Darstellern, Sägern und Tänzern auf der Bühne stehen, um acht Jahrzehnte deutscher und Gerolzhöfer Geschichte Revue passieren zu lassen. Mitte Februar, so die jetzige Planung, startet die Probenarbeit mit einem ersten Treffen im neuen Theaterhaus in der Centgasse für alle Interessierten, die beim Theaterstück mitmachen wollen. Der genaue Termin wird noch bekanntgegeben.

Die Aufführungstermine auf dem Marktplatz stehen indes schon fest: Die Uraufführung wird am 18. Juni 2020 sein. Es folgen dann weitere fünf Vorstellungen bis zum 21. Juni. Der Kartenvorverkauf wird ebenfalls bereits im Februar starten. 

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