Gerolzhofen

Thrombosen erkennen und handeln

Beim Arzt-Patienten-Seminar am Donnerstag in der Geomed-Kreisklinik Gerolzhofen informierte Dr. Michael Dietrich 40 interessierte Zuhörer über Venenerkrankungen und deren Behandlungsmöglichkeiten. Foto: Peter Pfannes

Eine Thrombose der tiefen Venen kann zum plötzlichen Tod führen, wenn ein sich lösender Blutpfropf zum Herzen wandert und die Lungenarterie verstopft. Beim Arzt-Patienten-Seminar am Donnerstag in der Geomed-Kreisklinik Gerolzhofen informierte Dr. Michael Dietrich über Venenerkrankungen und deren Behandlungsmöglichkeiten. Der Chefarzt für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie an dem Krankenhaus erläuterte in seinem Vortrag etwa 40 Zuhörern Risikofaktoren, Symptome, Diagnose und Therapiemöglichkeiten bei Thrombose und anderen Venenproblemen.

Etwa 40 von 100 000 Einwohnern in Deutschland leiden an einer Thrombose der tiefen Venen, erklärte der Referent. Durch Gerinnselbildung verschließt sich das Blutgefäß und es bildet sich ein Blutpfropf oder Thrombus. Gefährlich kann es für den Patienten werden, wenn sich dieser Thrombus löst und in Richtung Herz und Lunge marschiert.

Lange Bus- oder Flugreisen als Risikofaktor

Als Risikofaktoren nannte Dr. Dietrich die Verlangsamung des Blutflusses durch lange Bus- oder Flugreisen, durch die Ruhigstellung bei Knochenbrüchen oder bei Schwangerschaften. Auch die Veränderung der Blutzusammensetzung, hervorgerufen durch verschiedene Ursachen, kann ein Risiko darstellen. Als erkennbare Symptome, die auf Thrombose hinweisen, nannte der Chefarzt eine einseitige Beinschwellung, dumpfen Schmerz, Wadendruckschmerz, Blauverfärbung und Schweregefühl. Eine fachärztliche und zuverlässige Diagnose werde durch die klinische Untersuchung, eine Gefäßultraschalluntersuchung, eine Röntgenkontrastmitteluntersuchung der Venen sowie die Labordiagnostik erreicht.

Verschiedene Möglichkeiten der Therapie

Dr. Dietrich erläuterte diverse Therapiemöglichkeiten, um das Thrombuswachstum zu verhindern, bestehende Gerinnsel aufzulösen und eine Lungenembolie zu verhindern. Möglich seien gerinnungshemmende Medikamente, Bauchspritzen und Marcumar, die operative Entfernung der Gerinnsel, Krankengymnastik oder Mobilisation. "Das Venensystem des Menschen führt das Blut zum Herzen hin, im Stehen befinden sich 70 Prozent des Blutes in den Beinen", so der Chefarzt, der schließlich auf die Thema Krampfadern, Venenentzündungen und offene Beine einging. Er lud die Anwesenden ein, bei Beschwerden die Gefäßsprechstunden in der Klinik aufzusuchen. Anmeldung unter Tel. : (0 93 82) 60 12 58.

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