SCHWEINFURTSCHWEINFURT

Tierhaltung als globales Grundproblem

Christian Ortloff von der „Partei für Veränderung. Vegetarier und Veganer“ (V-Partei³) will Menschen davon überzeugen, ohne tierische Produkte zu leben. Er kandidiert für den Landtag. Foto: Josef Schäfer

Jede Menge Probleme auf der Welt könnten gelöst werden, würden sich Menschen ohne tierische Produkte ernähren. Das ist – stark verkürzt – der Kern der politischen Vorstellungen von Christian Ortloff. Aber er argumentiert differenziert. Der 48-Jährige kandidiert für die noch sehr junge „Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer“ (V-Partei³) für den Landtag.

Den Massenkonsum und die Wegwerfmentalität hat Ortloff als eines der größten Probleme der modernen Gesellschaft identifiziert. „Wir können die Massentierhaltung nicht mehr ertragen. Sie muss weg“, sagt er. Seine ganze Familie lebt vegan, also ohne Lebensmittel, die von Tieren stammen wie etwa Fleisch, Milchprodukte und Honig. Diese Lebenshaltung war es auch, die ihn zur erst 2016 gegründeten V-Partei³ gebracht hat.

„Die Umstellung war noch nie so leicht“

Es gehe nicht um Verbote, sondern um Überzeugungsarbeit, damit Menschen ihr Verhalten und die Ernährung verändern. „Wir wollen ihnen vor Augen führen, was Tierhaltung und ihre Auswirkungen wirklich bedeuten.“ Die Umstellung auf vegetarische oder vegane Lebensweise sei angesichts der Produktvielfalt noch nie so einfach gewesen wie heute.

Spricht man ihn auf andere Politikfelder an, kommt er schnell wieder auf das zentrale Thema zurück. Umweltschutz: Ein Mehr an regionalen Produkten reduzierten den CO2-Ausstoß. Weniger Tierhaltung führe zu weniger Gülleanfall und zu niedrigerem Nitratgehalt im Wasser. In der Landwirtschaft müssten auch kleinere Betriebe subventioniert werden, um die Umstellung auf biovegane Produkte ohne Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger zu vollziehen.

Flüchtlingsdruck durch Ausbeutung

Selbst die viel diskutierte Flüchtlingsfrage hat für Ortloff mit Massentierhaltung zu tun. Großkonzerne bauten Soja an, das mit Trinkwasser gegossen werde und die Ernten kämen auch nach Deutschland, um sie dort an Tiere zu verfüttern. Diese Ausbeutung zählt er zu den Fluchtursachen in den Dritte-Welt-Ländern. In diesem Zusammenhang plädiert er für einen Produktions- und Exportstopp von Waffen – auch und vor allem in Bayern.

Auch das ist eine Forderung der V-Partei³: ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle. Es soll die gleichen Startbedingungen für alle Menschen bringen, um sich weiterzubilden und sich Wohlstand leisten zu können. Wer mehr leistet, bekommt dann auch mehr.

Steckbrief

Christian Ortloff (48) ist im vergangenen Jahr zur „Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer“ (V-Partei³) gestoßen, die 2016 aus der Taufe gehoben worden ist. Grund dafür ist sein Empfinden, dass die Lebensweise, die die Partei propagiert, zu seinen eigenen Vorstellungen am besten passt. Seit vergangenem November steht er dem neu gegründeten Bezirksverband Unterfranken vor, der nach Ortloffs Aussage 40 Mitglieder hat. Der Schweinfurter ist Sachbearbeiter für Schweiß- und Löttechnik bei einem Unternehmen der Schweinfurter Großindustrie. Er ist verheiratet und hat einen Sohn.

Massentierhaltung und Waffenexporte sind Christian Ortloff ein Dorn im Auge. Foto: Josef Schäfer

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