Schweinfurt

Tierschützer warnen: Schweinfurts Stadttauben verhungern

Leere Städte, geschlossene Geschäfte: Die Coronakrise trifft auch die Tauben der Städte. Warum sie jetzt besonders leiden und was Tierschützer wie die White Angels fordern.
Leergefegte Straßen, kein Essensreste: Auch die Stadttauben in Schweinfurt leiden unter der Corona-Krise. Foto: Katja Beringer

Spätestens die am vergangenen Freitag erlassenen Ausgangsbeschränkungen im Freistaat haben die Städte leer werden lassen. Wer kann, bleibt zuhause – und das ist gut so. Doch unter der Situation leiden auch die Tauben der Städte. Auch wenn die Essensreste, die Krümel, die für sie abfallen, keine artgemäßge Ernährung sind – die Schweinfurter Stadttauben leben davon. Denn auch hier gilt, wie vielerorts, ein generelles Fütterungsverbot. Das, so fordern Tierschützer, muss man nun aufbrechen. Denn die Lage ist dramatisch: Schweinfurts Stadttauben verhungern, schreibt die Initiative White Angels in einem Brief an die Stadt – OB Sebastian Remelé, das Ordnungsamt und den Bürgerservice der Stadt. Auch in den Sozialen Medien haben die White Angels mit Jasmin Poyotte an der Spitze, ihre Forderung öffentlich gemacht.

Eine Aufhebung des Fütterungsverbots insofern, dass die Stadttauben zumindest für die Dauer der Coronakrise gezielt an speziellen Stellen gefüttert werden. Dazu sollte vom Ordnungsamt und/oder Veterinärmamt bestimmten Personen eine Erlaubnis ausgestellt werden. Die White Angels würden die Kosten für die Fütterung übernehmen, schreibt Poyotte und unterstreicht eindringlich die Gründe: das fehlene Nahrungsangebot, gerade jetzt, zur Brutzeit der Tiere. "Die Straßentauben drohen vor unseren Augen zu verhungern ... es muss schnell gehandelt werden", heißt es in dem Brief an OB und Verwaltung. Die Stadt sehen die White Angels einerseits durch den Tierschutz in der Pflicht für die "heimatlosen Haustiere der Stadt", andererseits berufen sie sich auf das gesetzlich verankerte Recht und die Pflicht, Hilfe zu leisten. In diesem Fall eben für die Stadttauben.

"Die Straßentauben drohen vor unseren Augen zu verhungern."
Jasmin Poyotte von den White Angels

Nun hoffen die Tierschützer auf das Einlenken der Stadt. Nicht nur in Schweinfurt, wo es bisher noch keinen einzigen betreuten Schlag für die rund 600 Stadttauben gibt. Auch in Städten wie Würzburg, das zwar betreute Schläge hat, reicht das Futterangebot nicht mehr aus. Schließlich bricht in den jetzigen Geisterstädten das normale Futterangebot durch Essensreste komplett weg. Deutschlandweit haben Initiativen deshalb eine Online-Petition gestartet. Das Ziel: das Fütterungsverbot in den Städten aufheben, zumindest für die Dauer der Corona-Krise. Denn: die Tauben werden in den Städten bleiben. Sie sind ortstreu, verlassen ihr normales Umfeld nicht. Auch, wenn sie dort keine Nahrung mehr finden.

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