OBERSCHWARZACH

Tourismusbüro im Schloss?

Nina Wittich und Steffen Moninger von der BBV-Landsiedlung Würzburg stellten im Schloss Oberschwarzach ein mögliches Kon... Foto: Guido Chuleck

Das Konzept für die mögliche Nachnutzung des Schlosses Oberschwarzach ist weitgehend festgezurrt. Es soll ein barrierefreier, öffentlicher Raum werden mit der Verwaltung, dem Tourismusbüro, Veranstaltungsräumen auch für die Seniorenbetreuung und Gruppenräumen. Die Zehntscheune dient überwiegend als großer Veranstaltungssaal, im oberen Stockwerk können Vereine Dinge unterstellen, die sie nicht so oft brauchen.

Mit diesem Konzept, das als Gedankenspiel schon recht feste Formen angenommen hat, geht es nun mit dem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) in die nächste Runde. Am 5. Oktober steht dann die Nachnutzung der Schule und des Schwesternhauses auf der Tagesordnung, und am 12. Oktober will die BBV-Landsiedlung Würzburg in Person von Nina Wittich und Steffen Moninger die Ideen „Umgriff um das Schloss“ vorstellen und ebenfalls schon festzurren.

Im Schloss selbst, sagte Moninger den gut 20 Bürgerinnen und Bürgern, die zur Vorstellung gekommen waren, sind im Erdgeschoss das Tourismusbüro sowie ein Veranstaltungsraum auch für die Seniorenbetreuung angedacht.

Das erste Obergeschoss teilen sich die Kirchenverwaltung und die kommunale Verwaltung, während das zweite Obergeschoss für die Bücherei und vor allem Gruppen vorgesehen ist. Und genau da entbrannte die intensivste Diskussion, denn eine Nutzung etwa durch die Steigerwaldkapelle „wird eine Wohnnutzung ausschließen“, merkte Bürgermeister Manfred Schötz an.

Keine Wohnnutzung

Denn die Kapelle und auch die Sänger würden genau dann üben, wenn sie Zeit dazu hätten – eben nach Feierabend und an den Wochenenden. „Dann wollen Mieter aber eigentlich ihre Ruhe haben“, ergänzte Moninger. Es würde auch nichts bringen, wenn zuvor vertraglich geregelt würde, dass Mieter das hinzunehmen hätten, so Moninger, „irgendwann kommt es zu Auseinandersetzungen und Streitigkeiten“. Weshalb eine Vermietung als Wohnraum somit für das Schloss wohl vom Tisch sein dürfte.

Was dann auch die nächste Frage aufwarf: Was geschieht mit den Räumen, in denen die Vereine jetzt untergebracht sind? Eine Frage, deren Beantwortung in den nächsten Workshop „Schule und Schwesternhaus“ verschoben worden ist. Eine weitere Frage, eingebracht von einer Bürgerin: „Was ist, wenn die Landjugend, die sich bei der Feuerwehr pudelwohl fühlt, gar nicht dort wegwill?“ Zumal auch die vorgesehenen Gruppenräume mit Größen von zwölf, 15, 21 und 22 Quadratmetern bei größeren Gruppen durchaus etwas eng werden würden. Und: Welche Gruppe darf hinein, soll hinein? Wo können sie die Dinge lagern, die sie brauchen? Brauchen sie überhaupt so viel oder so wenig Platz? Das sind alles Fragen, die von den Oberschwarzachern noch näher betrachtet werden müssen. Ebenso stand die Frage, wo überall die behindertengerechten Toiletten eingebaut und ob und wo ein möglicher Aufzug Platz finden würde, zur Debatte. „Das wären alles Details, um die sich dann ein Architekt zu kümmern hat“, wollte und konnte Moninger gar nicht so in die Tiefe gehen. Immer wieder zeichnete er an den Plänen herum, verschob Raumgrößen, so es denn denkmalschutzrechtlich überhaupt möglich ist, baute einen zweiten Fluchtweg ein und verlegte Toiletten.

Fragen über Fragen

Die Toiletten weisen übrigens noch eine Besonderheit auf: Wenn in der Zehntscheune eine Küche für Veranstaltungen eingebaut wird, bräuchte das Küchenpersonal aus hygienischen Gründen seinen eigenen sanitären Bereich. Und mit vielen weiteren Detailfragen, etwa der zukünftigen Verwendung des Kerkers, werden sich die Oberschwarzacher noch die nächsten Monate beschäftigen dürfen.

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