SCHWEINFURT

Traumhafte Klaviermusik eines Ausnahmetalents

Am Flügel im Augustinum: Samira Spiegel. 2013 erhielt die junge Pianistin den Steinway-Förderpreis für Klavier. Foto: Melissa Hager

Zu „Musik zum Träumen“ hatte man am vergangenen Samstag im Schweinfurter Augustinum geladen. Dort verzauberte die erst 20-jährige Samira Spiegel bei einem Klavierkonzert von Klassik bis Moderne.

Mal flott und beschwingt, mal ruhig und melancholisch sind die Klänge, die den Augustinussaal an diesem Abend erfüllen. Und obwohl das Programm dem Namen nach zum Träumen einladen soll, zeigt ein Blick in die Publikumsreihen ein anderes Bild: Aufmerksam und konzentriert lauschen die Zuhörer der jungen Sulzthalerin am Klavier, deren Finger bei Wolfgang Amadeus Mozarts Sonate 18 in D-Dur nur so über die Tasten fliegen.

Hochkonzentriert auch die Pianistin selbst, die bei Ludwig van Beethovens Sonate in Es-Dur spielt, als gäbe es nur sie und den schwarzen Steinwayflügel. In enger Symbiose scheint die Künstlerin mit ihrem Instrument zu verschmelzen, dem sie zu einem Intermezzo von Johannes Brahms ganz zarte Töne entlockt. Dieses Wiegenlied einer unglücklichen Mutter begeistert durch gleichzeitige „Leichtigkeit und Melancholie, die Wohl Teil des Wesens des Komponisten war“, wie Spiegel erklärt.

Teil ihres eigenen Wesens ist wohl unumstritten die Liebe zur Musik. Bereits im Alter von vier Jahren begann Samira Spiegel mit dem Klavierspielen, mit fünf erhielt sie ihren ersten Preis bei „Jugend musiziert“. Seither ist sie sowohl als Pianistin als auch Violinistin vielfach ausgezeichnet und konzertiert – neben dem Studium an der Musikhochschule Würzburg – bundesweit.

Weit gereist ist auch Béla Bartók, Komponist der Moderne und Neofolklorist, der auf Reisen alte Volkslieder sammelte. Als die letzten Töne seiner drei Burlesken erklingen, gibt es einen langen Applaus und Bravo-Rufe, die sonst eher selten sind bei Veranstaltungen im Augustinussaal, wie Kulturreferentin Waltraud Haas betont. Eine Auszeichnung für das junge Ausnahmetalent Samira Spiegel. Die Zugabe macht dem Namen des Programms dann noch einmal alle Ehre und entlässt mit zarten Tönen in einen lauen Frühsommerabend. Melissa Hager

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