Grafenrheinfeld

Trompeten und Orgel zum Jahresende

Ein klangschönes Trio: Robert Hofmann, Rainer Aberle und Linus Fehn, die mit ihrer Musik zum Jahresausklang begeisterten. Foto: Daniela Schneider

Seit 20 Jahren gehört es in Grafenrheinfeld zur schönen Tradition, das Jahr zwar nicht mit einem Paukenschlag, dafür aber in der Silvestergala mit Orgel und Trompete festlich ausklingen zu lassen. Ein beliebter Brauch mit vielen Fans, für die es heuer in der Pfarrkirche - ein Novum - nicht genügend Plätze gab. Das Konzert war nämlich ausverkauft und auch an der Abendkasse keine Restkarte mehr erhältlich, vielleicht auch, weil die  Silvestergala diesmal nicht nur den traditionellen Ausklang des Konzertjahres bildete, sondern darüber hinaus einen fulminanten klanglichen Schlusspunkt unter das erfolgreiche Jubiläumsjahr "20 Jahre Musica Sacra" setzte.

Alle Register gezogen

Das war 2019 mit vielen geistlichen und weltlichen Musikereignissen, die zu Herzen gingen und die Seele berührten, erfolgreich gefeiert worden, wie Dekan Werner Kirchner zur Begrüßung resümierte. Von der Empore grüßten zwei "gute alte Bekannte" und ein neues, höchst vielversprechendes Talent. An der Orgel agierte wieder Regionalkantor Rainer Aberle, der erneut das - im positivsten Sinne des Wortes - Allerletzte aus der symphonischen Winterhalter-Orgel herauszuholen verstand und variantenreich alle Register zog, um den Jahresabschluss furios zu gestalten. Zur Seite stand Aberle Robert Hofmann, gebürtiger Landkreis-Schweinfurter und Solotrompeter der "Deutschen Radio Philharmonie Saar", der im zweijährigen Turnus bei der Silvestergala für brillante Klangerlebnisse sorgt. Als Dritter im Bunde gesellte sich diesmal eine zweite Trompete zu den Akteuren auf der Empore, gespielt vom erst 21-jährigen Linus Fehn, ebenfalls gebürtiger Schweinfurter, der bei Professor Robert Hofmann in Saarbrücken studiert und gerade erst zum stellvertretenden Solotrompeter des WDR Funkhausorchesters berufen wurde.

Ein erlesener Kreis, der sich vor allem durch eins auszeichnete: Sympathische Harmonie, gepaart mit strahlender Präzision und eleganter Spielfreude. Die Chemie des Trios stimmte bis ins letzte Detail; auf dem anspruchsvoll-heiteren Programm standen alte Meister und zeitgenössische Kompositionen, festliche Klänge und vergnügliche Klangspaziergänge, die Lust auf das Neue, Kommende machten. Mal bildete die Winterhalter-Orgel die dezente Klangkulisse für die beiden Blasinstrumente im herrlichen Dialog, dann wieder erfüllten rasante solistische Orgelläufe und klanggewaltige Töne das Kirchenschiff, animierten sanfte, rhythmische Orgelklänge zum Mitwippen.

Musikalisches Feuerwerk

Gemeinsam mit den Trompeten ging es auf Streifzug durch überwiegend barocke Klangwelten; auf dem spannenden Programm standen tempireiche Stimmungsvariationen von melancholisch-düster bis heiter-tänzerisch (Petronio Franceschini) Albionis "Concerto B-Dur", eine intensive, romantische, fast meditative Klangerfahrung ("Panis Angelicus" von Cesar Franck) und das klangvolle "Concerto C-Dur" Vivaldis, das die beiden Trompeter mit hoher Strahl- und Klangkraft selbstbewusst intonierten. Auch die 20. Silvestergala war wieder –  wie zu Recht vorab angekündigt – ein musikalisches Feuerwerk; höchst anspruchsvoll, aber ebenso unterhaltsam, begeistert beklatscht vom Publikum, das nach stehenden Ovationen mit zwei Händel-Zugaben belohnt wurde, die alle Zuhörer dann endlich auch mit Blick auf die drei wunderbaren Instrumentalisten oben auf der Empore genießen konnten.

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