SCHWEINFURT

Trotz Ausbauplänen: Kita-Plätze in der Stadt bleiben knapp

Franziska Giffey besucht Kita
In den Kindertageseinrichtungen in der Stadt Schweinfurt geht es eng zu – wie an der Gummistiefel-Ablage auf unserem Symbolbild. Immer noch fehlen Plätze. Foto: Rolf Vennenbernd

Die Bevölkerung wächst, der Rechtsanspruch auf einen Krippen- oder Kindergartenplatz ist gesetzlich fest, der Ausbau läuft und doch wird es dauern, bis der Engpass in Schweinfurt behoben sein wird. 150 Krippen- und ebensoviele Kindergartenplätze fehlen in der Stadt.

Das hat man 2017 festgestellt. Seitdem, so Jugendamts-Leiterin Maria Albert-Wirsching, hat sich zwar einiges bewegt, wurden Anträge gestellt, haben Träger Ausbaupläne auf den Weg gebracht. Doch bis das alles greift, wird es dauern.

Bis dahin bleibe die Situation „angespannt“. Denn: Von der Bedarfsanerkennung durch die Stadt Schweinfurt, die diese Einrichtungen wie der Freistaat im laufenden Betrieb und auch beim Bau bezuschusst, bis hin zum fertigen Krippen- oder Kindergartenplatz, vergehen mindestens zwei Jahre.

Schritt eins, die Bedarfsanerkennung, haben in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses der Stadt drei Träger passiert. Der Ausschuss war einig, stimmt auch der Haupt- und Finanzausschuss zu, dann geht die Planungsphase für drei Träger weiter. Möglichst schnell, so Maria Albert-Wirsching, denn man will versuchen, die Projekte in das 4. Sonderinvestitionsprogramm zur Kinderbetreuungsfinanzierung in Bayern zu bekommen. Das heißt aber auch: Der Förderantrag muss bis 31. August 2019 gestellt werden und der Bau bis 30. Juni 2022 abgeschlossen sein.

Über das Programm ist es möglich, dass die Stadt zu 100 Prozent die förderfähigen Kosten übernimmt und davon wiederum 81 Prozent vom Freistaat zurückbekommt. So können weit mehr Zuschüsse fließen als über den normalen Finanzausgleich zwischen Bund und Ländern (Förderung: 80 Prozent der zuschussfähigen Kosten, wovon die Stadt Schweinfurt rund 46 Prozent durch den Freistaat zurückerhalten würde.)

Noch größere Kita in der Gartenstadt

Kommt man ins Sonderinvestitionsprogramm, ist das gut für die Stadt und gut für die Träger. Zum einen die Lebenshilfe, die in der Gartenstadt eine neue Kindertageseinrichtung bauen möchte. Sie legt nach, will um eine weitere Kindergartengruppe mit 25 Plätzen aufstocken. Die neue Kita hätte dann zwölf Plätze für Kinder unter drei Jahren und 75 für Kindergartenkinder (vorrangig vom 3. Lebensjahr bis zur Einschulung). Enthalten sind sieben „inklusive Plätze“ für Kinder, die eine Behinderung haben, oder von Behinderung bedroht sind, wie es heißt. Die förderfähigen Kosten des Projekts liegen bei maximal 2,48 Millionen Euro. Auch an den Betriebskosten beteiligt sich die Stadt. Die Mehrausgaben durch die neuen Pläne werden auf 245 000 Euro im Jahr geschätzt.

Montessori stockt auf

Ebenfalls aufstocken will ein anderer Träger, der Montessori-Verein Schweinfurt, und das ebenfalls um eine Gruppe mit 25 Plätzen. In dem Fall eine bestehende Einrichtung, das Montessori Kinderhaus in der Raspillerstraße 4. Aktuell hat man 26 Krippenplätze – für Kinder unter drei Jahren – und 27 Kindergartenplätze sowie eine Waldgruppe für 17 Kinder. Doch der Bedarf ist größer. Was die Erweiterung auf 26 Krippen- und 69 Kindergartenplätze (davon einem inklusiven Platz) im Kinderhaus kosten wird, ist noch offen. Die Mehrausgaben für die Stadt aus den Betriebskosten werden auf 50 000 Euro geschätzt.

Ein Hort für Bellevue

Um eine Erweiterung – diesmal aber für Schulkinder – geht es für die geplante Kindertageseinrichtung im neuen Wohngebiet Bellevue (Askren Manor). Im Zusammenhang mit dem Umzug und Neubau der Körnerschule sollen in der Einrichtung zwei Krippengruppen mit 24 Plätzen, zwei Regelgruppen mit 52 Plätzen und – das ist neu – eine Hortgruppe mit 25 Plätzen angeboten werden. Weil, wie Jugendamtsleiterin Albert-Wirsching betont, ein Ganztagszug bei der geplanten dreizügigen Grundschule nicht ausreichen wird. Schließlich gelte ab 2025 ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. Die Mehrausgaben durch den Hort für die Stadt am laufenden Betrieb werden auf 250 000 Euro pro Jahr geschätzt. Die baulichen Mehrkosten werden nicht im Sonderinvestitionsprogramm laufen, für sie gilt die Förderung nach FAG. Die zuschussfähigen Kosten für das gesamte Projekt werden auf 2,7 Millionen Euro geschätzt. Für sie ist eine höhere Förderung denkbar.

Wer Träger der Kindertageseinrichtung sein wird, steht noch nicht fest. Verschiedene Angebote liegen vor.

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