Schweinfurt

Trotz Corona und Ausgangssperre: Blutspenden ist wichtig

Das BRK hat sich einiges einfallen lassen, um Helfer, Blutspendedienst und Spender zu schützen. Was sich geändert hat. Und warum Spenden weiter gebraucht werden.
Blutspendetermine finden weiter statt. Allerdings unter geänderten Bedingungen. 
Blutspendetermine finden weiter statt. Allerdings unter geänderten Bedingungen.  Foto: Susanne Wiedemann

Abstand halten. Das ist auch jetzt beim Blutspenden extrem wichtig. Der ursprünglich für Donnerstag geplante Spendetemin im BRK-Komplex in der Gorch-Fock-Straße wurde daher in das Pfarrheim St. Kilian verlegt. "Dort ist mehr Platz", sagt Thomas Lindörfer, BRK-Kreisgeschäftsführer. Außerdem wolle man natürlich dafür sorgen, dass die Zentrale auf jeden Fall funktionsfähig bleibt, die Ansteckungsmöglichkeiten dort so gerig wie möglich halten. Deswegen sollen sich dort nach Möglichkeit nicht zu viele Menschen treffen.      

Am Eingang zu den Blutspendelokalen steht jetzt ein Info-Point. Im Bild BRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Lindörfer.
Am Eingang zu den Blutspendelokalen steht jetzt ein Info-Point. Im Bild BRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Lindörfer. Foto: Susanne Wiedemann

Die auf www.blutspendedienst.com/blutspendetermine veröffentlichten Termine sollen stattfinden, so Lindörfer. Blutspendetermine fallen außerdem nicht unter die Ausgangsperre, die am Freitag verkündet wurde. Sollte ein Termin an einen anderen Ort verlegt werden, versucht man, die registrierten Spender zu erreichen. Über die Verlegung des Termins in das Pfarrheim St. Kilian wurden die Spender so per Post, per Mail und über die sozialen Netzwerke informiert. Er empfiehlt aber trotzdem, vor der Spende kurz im Internet nachzuschauen auf auf  www.blutspendedienst.com/blutspendetermine, falls es zu kurzfristigen Änderungen gekommen sein sollte. 

2000 Blutkonserven werden am Tag in Bayern gebraucht, sagt  Lindörfer. Deswegen bittet er die Leute, weiter zu spenden. 11 500  Spender kommen im Durchschnitt pro Jahr in Stadt und Landkreis zu den Terminen. "Das würde eine Woche reichen." Das gespendete Blut ist nur 42 Tage haltbar, auch deswegen wäre es schwierig, wenn die Spenden zurückgehen. 

Sicherheit, Reduzierung möglicher Ansteckungsmöglichkeiten ist das oberste Gebot, für Mitarbeiter und Spender. Deswegen laufen die  Spenden jetzt etwas anders ab, als vorher. Vor dem Pfarrzentrum ist ein Inf0-Point, hier wird mit Abstand gewartet. Und auch gleich die Konsequenz gezogen, wenn jemand angibt, dass er zum Beispiel aus dem Urlaub in einem Risikogebiet kommt, oder Kontakt mit einem Infizierten hatte. Es gibt jetzt auch noch eine zusätzliche Checkliste, die gleich am Eingang beantwortet wird. "Die Leute sind sehr verständnisvoll", sagt Holger Brätz.

Abstand halten: Das ist auch beim Blutspenden wichtig.  
Abstand halten: Das ist auch beim Blutspenden wichtig.   Foto: Susanne Wiedemann

Temperaturkontrolle und Desinfektion am Eingang

Bevor er jemanden reinlässt, egal, ob Helfer, Mitarbeiter oder Spender, misst er die Temperatur. Wer über 37,5 Grad hat, darf nicht spenden. Ohnehin werden Leute mit grippalen oder Erkältungssymptomen nicht zugelassen. Sollte jemand schniefen oder husten, würde auch er gleich heimgeschickt. Nach dem Temperaturmessen weist Brätz auf den Spender mit Desinfektionsmittel: "Kurz drücken, bitte. Die Hände einreiben. Und bevor Sie  nach der Registrierung rein zum Arzt gehen, bitte nochmal die Hände waschen." Beim Arzt wird  wird generell untersucht, ob jemand aus gesundheitlichen oder sonstigen Gründen (Medikamenten-Einnahme, Erkrankung, Reisen in bestimmte Gebiete)  nicht zugelassen wird. 

Holger Brätz misst die Temperatur von allen, die ins Spendenlokal wollen. Wer über 37,5 Grad hat, darf nicht rein und natürlich auch nicht spenden. 
Holger Brätz misst die Temperatur von allen, die ins Spendenlokal wollen. Wer über 37,5 Grad hat, darf nicht rein und natürlich auch nicht spenden.  Foto: Susanne Wiedemann

Jeder bekommt jetzt bei der Registrierung einen Kugelschreiber geschenkt, mit dem er das Formular ausfüllen kann, anhand dessen der Arzt entscheidet, ob er spendentauglich ist. Sitzt man da sonst eher eng beisammen, herrscht jetzt Prüfungs-Atmosphäre: Für jeden ein eigener Tisch, ausgefüllt wird in einem abgetrennten Raum. Langjährige Blutspender freuen sich immer auf die Verpflegung, die es nach der Spende gibt und die netten Gespräche an der langen  Tafel.  Das ist jetzt ausgesetzt, es gibt ein Lunchpaket. "Dann müssen wir uns unseren Kaffee halt mal selber kochen", sagt ein Mann.  Jemand fragt höflich, aber vergeblich, ob es vielleicht doch den gewohnten Streuselkuchen gibt.  

Wird das Blut auf den Coronavirus gestestet? Die Frage bekommt Lindörfer öfter gestellt. Antwort: Nein. Es gebe keine Hinweise, dass der Erreger durch Blut oder Blutprodukte übertragen werde. 

Beim BRK sind viele Freiwillige aktiv. Wichtig, um alles am Laufen zu halten, dankt Lindörfer allen, die sich engagieren. Man wolle jetzt aber  die Älteren bitten, die ja zur Risikogruppe gehören, eine Pause zu machen. Auch, weil sie ja wieder dringend gebraucht werden, wenn das alles vorbei ist. 

Infotelefon: In Sachen Corona gibt es für Stadt und Landkreis Schweinfurt Informationen unter Telefon (09721) 55 745. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ist unter Telefon (09131) 6808 5101 zu erreichen. Im Internet: www.116117.de

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