UNTERSPIESHEIM

Überflutete Straßen und vollgelaufene Keller

Wie stark am Samstag der Regen vom Himmel prasselte, ist auf diesem Bild zu sehen, das in der Nähe des Unterspiesheimer ... Foto: Feuerwehr Unterspiesheim

Erneut ist ein schweres Unwetter über den Landkreis Schweinfurt gezogen. Nach sintflutartigen Regenfällen waren am Samstagabend insbesondere die Orte Unterspiesheim und Schwebheim betroffen. Überflutungen gab es auch in Lindach und Gernach.

Die Integrierte Rettungsleitstelle (ILS) in Schweinfurt hatte ab 17 Uhr alle Hände voll zu tun, um die eingehenden Notrufe abzuarbeiten und die Rettungskräfte zu alarmieren. Dazu wurde der Personalstand der ILS hochgefahren, indem Mitarbeiter der Rufbereitsschaft und ehrenamtliche Kräfte der Unterstützungsgruppe gerufen wurden. Es mussten rund 440 Notrufe bis 23.30 Uhr entgegengenommen werden, danach normalisierte sich die Lage allmählich.

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Unwetter bei Schweinfurt

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230 unwetterbedingte Einsätze

Sage und schreibe 230 Mal mussten Feuerwehren im Leitstellenbereich ausrücken, um Keller auszupumpen, umgestürzte Bäume zu beseitigen und Unwetterschäden zu beheben. Folgende Feuerwehren waren im Einsatz: Schwebheim, Schweinfurt, Bergrheinfeld, Gochsheim, Grafenrheinfeld, Grettstadt, Heidenfeld, Hirschfeld, Niederwerrn, Oberspiesheim, Sennfeld, Dittelbrunn, Geldersheim, Gernach, Stammheim, Röthlein, Werneck, Obbach, Oberwerrn, Hergolshausen, Theilheim, Schwanfeld, Herlheim, Unterspiesheim, Poppenhausen, Unterschleichach, Gerolzhofen, Zeilitzheim und Limbach. Auch das Technische Hilfswerk Schweinfurt wurde alarmiert.

Wasser lief durch Kellerschächte

In Unterspiesheim stand das Wasser bis zu 30 Zentimeter hoch auf der Hauptstraße. Binnen einer Stunde hatte es dort über 50 Liter geregnet. Über die Kellerschächte drang das Wasser in zahlreiche Keller ein. Probleme bereitete auch die überlastete Kanalisation: Auf kleinen Handy-Videos in Facebook ist zu sehen, wie das Wasser in hohen Fontänen aus Toiletten und Duschwannen quillt und die Räume flutet.

Die ILS schickte mehrere Wehren der Umgebung zur Hilfe nach Unterspiesheim. Auch für die Feuerwehr Gerolzhofen wurde Vollalarm ausgelöst, um mit Tauchpumpen und Wassersaugern Unterstützung zu leisten.

Der Einsatz der Unterspiesheimer Wehr begann um 17.16 Uhr. Alleine in dieser Ortschaft kamen 33 Hilferufe, berichtet Kommandant André Schirmer.

Die Wehr richtete im Feuerwehrhaus die Einsatzleitung für diese große Menge an Brennpunkten ein. Die Einsätze wurden erfasst und nacheinander abgearbeitet.

Da es zeitweise sehr schwierig war, über den Notruf die Rettungsleitstelle in Schweinfurt zu erreichen, haben sich einige Bürger direkt zum Feuerwehrhaus begeben und der Feuerwehr die Einsatzstellen mitgeteilt. Das hält André Schirmer für eine sinnvolle Alternative, wenn Bürger die Leitstelle bei solchen Ereignissen nur schlecht über den Notruf erreichen können. In den meisten Fällen seien dann die Feuerwehrhäuser gute Anlaufstellen.

Schwebheim am stärksten betroffen

Der Mensch gegen das Element. Die Feuerwehr kämpft gegen das Hochwasser in Unterspiesheim. Foto: Feuerwehr Unterspiesheim

Besonders hart getroffen wurde erneut die Gemeinde Schwebheim. Erst vor rund zehn Tagen war die Ortschaft schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Am Samstagabend mussten nun bis gegen Mitternacht 149 Einsätze abgearbeitet werden. Da die Masse an Einsätzen von den örtlichen Floriansjüngern nicht alleine zu bewältigen war, schickte die ILS die Feuerwehren von 13 umliegenden Gemeinden sowie die Unterstützungsgruppe für die örtliche Einsatzleitung nach Schwebheim, um dort mitzuhelfen.

Weit geringere Folgen hatte das Unwetter im nur drei Kilometer entfernten Gernach. Hier musste die Feuerwehr ausrücken, um in der Ringstraße einige Keller auszupumpen, in die Wasser eingedrungen war. Dann ging es weiter zur Unterstützung der Kameraden in Unterspiesheim.

Gerolzhofen verschont

Die Stadt Gerolzhofen und die nähere Umgebung blieben auch diesmal vom Unwetter verschont. Während es nur wenige Kilometer nördlich von Gerolzhofen „Land unter“ hieß, kam es im Steigerwaldvorland während des Gewitters nur zu mäßigem Regen und zu keinen Feuerwehreinsätzen. Weiter südlicher hingegen, im Raum Wiesentheid, Abtswind und Stadelschwarzach, mussten die Floriansjünger ebenfalls mehrfach zu umgestürzten Bäumen und vollgelaufenen Kellern ausrücken.

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