SCHWEINFURT

Übernachtungspreise wie in der Großstadt

Die Übernachtungspreise in der Stadt Schweinfurt sind auf einem Niveau, das die Betreiber der Hotels und weit weniger die Gäste freut. Für drei Sterne, die etwa das Hotel Primula, das Kolping-Hotel, das Luitpold Hotel, das Motel One oder das Park Hotel tragen, sind für das Doppelzimmer mit Frühstück gut 80 Euro (Ausnahme Central Hotel, 74 Euro) an der Rezeption zu lassen. Wer über 100 Euro pro Nacht ausgeben will, wird auch schnell fündig. Im Landkreis sieht es bei den Hotels wenig anders aus, doch gibt es dort allerhand Gasthöfe, die für die Übernachtung und das Frühstück von zwei Personen 20 bis 30 Euro weniger verlangen.

Schweinfurt ist auf Großstadtniveau. Ein Schnäppchen ist eher in Nürnberg zu haben. Mit Stuttgart kann sich Schweinfurt messen. Wer in München auf das Frühstück verzichtet, übernachtet auch nicht teurer als in der Industriestadt am Main, die fleißig bemüht ist, an ihrem Image als Stadt des Weines, der Kultur, des Spargels und der Radfahrer zu feilen. Die Übernachtungszahlen für 2013 zeigen jedoch gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 177 909 auf 175 258, also um 2651 Übernachtungen. Anders die Entwicklung im Landkreis, wo die Übernachtungen von 107 714 auf 111 747, also um 4033 stiegen.

86 Zimmer

Ob das neue Hotel der französischen Economy Hotelkette „B & B Hotels“ in der Hadergasse (86 Zimmer) daran etwas ändert, bleibt abzuwarten. Das Haus öffnet im Sommer und wird für das Einzelzimmer 49 Euro und für das Doppelzimmer 59 Euro (Frühstücksbuffet bei B&B sechs Euro) verlangen. Wie die anderen 57 Häuser der Kette in Deutschland (über 5500 Betten) wird das Hotel in der Hadergasse zwei Sterne tragen.

Die Tourist-Information Schweinfurt 360 Grad, die von Stadt und Landkreis getragen wird und Domizil im Schweinfurter Rathaus hat, berichtete bei der letzten Sitzung des Zweckverbandes von Engpässen bei der Zimmervermittlung. Vor allem in der Stadt seien die Häuser während der Woche öfters und insbesondere durch Geschäftsreisende ausgebucht.

Geschäftsstellenleiterin Elisabeth Volkmann sieht Stadt und Land ansonsten als „sehr gut“ aufgestellte Tourismusregion. Wenn nicht gerade eine Revision im Kernkraftwerk oder – wie 2013 – eine Großbaustelle für Windkrafträder Hunderte von Arbeitern nach einer Unterkunft suchen ließen, habe die Region für jeden etwas zu bieten – sowohl bei den Unterkünften wie und insbesondere beim Kulinarischen. Gemeldet sind im Tourismusbüro sechs Hotels in der Stadt, sechs Hotels im Landkreis, sechs Hotels garni in der Stadt, zwei im Kreis, 14 Gasthöfe im Landkreis, fünf Vermieter von Ferienwohnungen in der Stadt, 38 im Landkreis, sowie drei Pensionen (und Privatzimmer) in der Stadt und 28 im Landkreis. Komplettiert wird das Angebot durch das Jugendgästehaus an der Schweinfurter Mainlände und die Herberge der DJK-Schweinfurt. Keinen Eingang in die Statistik finden die Übernachtungen auf den Wohnmobilplätzen Hutrasen in der Stadt und 17 weiteren im Landkreis, sowie die Übernachtungen auf den Campingplätzen am Hainig, bei Sennfeld und am Ellertshäuser See und auf den sieben Jugendzeltplätzen.

Auf Trends der letzten Jahre angesprochen, nennt Volkmann den Urlaub auf dem Winzerhof, der im Landkreis erkannt worden sei. Auch wären sich die Orte am Main wie im Steigerwald ihrer Stärken bewusst, weshalb man für den Wanderer mit und ohne Fahrrad viele Touren zu bieten habe. Gut aufgestellt ist im Konferenzgeschäft neben Schweinfurt Werneck. Wichtig ist Volkmann der Radtourist, auch der, der auf dem Maintalweg an Schweinfurt, Wipfeld oder Stammheim nur vorbeifährt. Wem es hier gefalle, der komme vielleicht auch wieder, sagt sie. Der Landkreis habe mit seinen Rad- und sonstigen Wanderwegen einen hervorragenden Ruf. Neue Chancen sieht Volkmann für das hügelige Land rund um Stadtlauringen oder etwa im Steigerwald, denn das E-Bike erschließe diese Gegenden für die Spaßradler. Richtig stolz ist Volkmann auf das kulinarische Angebot in und um Schweinfurt. Mit der Premiumklasse dürften die Kugelmühle und Kings & Queens gemeint sein, und viele weitere Gaststätten und Restaurants seien spitze und gleichzeitig gut bürgerlich. Für alle Kategorien gelte ein hervorragendes Preisniveau bei den Speisen.

Was der Region fehlt? Volkmann sagt: „ein Vier- bis Fünf-Sterne-Haus.“ Ein solches gibt es nicht in Schweinfurt Stadt und Land, nicht an der nahen Mainschleife und auch nicht in Bad Kissingen, weshalb man im Tagungsgeschäft auf höchstem Niveau nicht mitspielen könne.

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