FRANKENWINHEIM

Umbau genau beobachtet

Segen: Pfarrer Stefan Mai segnete den Kindergarten nach der Generalsanierung. Foto: Stefan Polster

Die Sonne lachte nicht vom Himmel, die Kindergartenkinder aus Frankenwinheim und Brünnstadt lachten dagegen viel, bei der Segnung des umgebauten Kindergartens durch Pfarrer Stefan Mai. Mit einem Familiengottesdienst und einem Singspiel der Kindergartenkinder statt einer Predigt feierte man im Garten.

Pfarrer Mai erläuterte wieso er den Begriff Kindergarten Wortkreationen wie Kindertagesstätte vorzieht. Nach dem Pädagogen Friedrich Fröbel ist ein Kindergarten ein geschützter Raum für Kinder, wie ein Garten, der durch einen Zaun von der Umwelt getrennt sie. Der Zaun bietet jedoch einen Durchblick für Kinder, um die weite Welt schon in jungen Jahren neugierig entdecken können.

Wichtig für die Kinder seien Geborgenheit, Sicherheit und Freiheit, um sich individuell entwickeln zu können und behütet aufzuwachsen. Dies bietet ihnen der generalsanierte Kindergarten.

Dessen Leiterin Elke Krämer hatte mit den Kindern und Kolleginnen ein Singspiel einstudiert. Darin stellten sie von der Planung, über den Umzug ins Ausweichquartier Rathaus und den Abriss des Kindergartenanbaus bis hin zu den Installationen alle Schritte schauspielerisch und gesanglich vor. Den Besucher war danach klar: Die Kinder hatten die Baustelle regelmäßig besucht. Ihnen war dort nichts entgangen. Der Gottesdienst wurde von der Band „Lebendig“ musikalisch umrahmt.

Dem Gottesdienst schloss sich ein gemeinsames Mittagessen an. Zur Unterhaltung spielten die Rosenberg-Musikanten unter der Leitung von Hans Strasser auf. Am Nachmittag gab es hausgemachte Kuchen, Kaffee und Cocktails.

Bürgermeister Herbert Fröhlich zeigte sich glücklich, dass das Großprojekt für die Gemeinde einen gelungen Abschluss erfährt. Bei einem Vorhaben dieser Größenordnung sei es umso erfreulicher, wenn der Kostenrahmen eingehalten werde. Die Kosten der Generalsanierung des alten Schwesternhauses und des Anbaus belaufen sich auf knapp 1,1 Millionen Euro, die von der Gemeinde, der Diözese Würzburg und der Regierung von Unterfranken getragen werden. Bürgermeister Herbert Fröhlich dankte seinem Amtsvorgänger, Altbürgermeister Robert Finster, dass er das Projekt am Ende seiner Amtszeit noch begonnen hat.

Als Übergangsquartier hatte die Gemeinde dem Kindergarten ein Jahr lang das Rathaus zur Verfügung gestellt. Sie hielt den Ratsbetrieb unter beengten Platzverhältnissen aufrecht. Die stellvertretende Landrätin Christine Bender sagte, dass die Gemeinde sinnvoll in ihre Zukunft investiert habe, nämlich in ihre Kinder. Sie zitierte das afrikanische Sprichwort „Um ein Kind zu erziehen, braucht man ein ganzes Dorf“. Franz-Josef Jörg, der Vorsitzende des Kindergarten-Trägervereins St. Elisabeth erinnerte an Johann Laufer, der vor über 120 Jahren seine Privatvilla den „Schwestern des Erlösers“ in Würzburg schenkte, mit der Auflage eine Kinderbewahranstalt zu gründen und zu unterhalten. 1966 wurde der Elisabethenverein gegründet und 1974 zogen sich die Ordensschwestern wegen Personalmangels aus der Kinderbetreuung in Frankenwinheim zurück.

Architekt Reinhold Jäcklein blickte auf die zweijährige Konzept- und Planungsphase sowie die einjährige Bauzeit zurück. Sein Bestreben sei gewesen, das historische und ortsbildprägende Schwesternhaus zu erhalten und den Neubau, der ebenfalls eine Klinkerfassade erhalten hat, zu integrieren.

Erste Anerkennung dafür hat er schon bekommen: der Frankenwinheimer Kindergarten wurde von der Bayerischen Architektenkammer für ihre „Architektouren“ ausgewählt und ist am Sonntag, 28. Juni, von 16 bis 17.30 Uhr für alle Architekturinteressierten zu besichtigen.

Stationen der Sanierung: Die Frankenwinheimer Kindergartenkinder zeigten man die einzelnen Stationen des Baus eindrucksvoll. Hier kommen gerade die Maler auf die Baustelle. FOTO Stefan Polster Foto: Stefan Polster

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