OBERSCHWARZACH

Unterstützung ja, Einmietung nein

Schloss im Gegenlicht: Der Oberschwarzacher Marktgemeinderat sprach sich mehrheitlich gegen eine Anmietung von Räumen des Schlosses als Rathaus aus. Eine Beteiligung des Marktes im Rahmen einer öffentlichen Nutzung schließt das Gremium aber nicht aus. Foto: Reinhold Anger

Ausgiebig behandelte der Marktgemeinderat das Thema „Nutzung des Schlosses als Rathaus“ in seiner Sitzung. Vorausgegangen war ein gemeinsames Gespräch im Turmzimmer des Schlosses mit Ratsmitgliedern, mit der Kirchenverwaltung und Vertretern der bischöflichen Finanzkammer mit juristischem Beistand. Darüber informierte Bürgermeister Josef Radler das gesamte Ratsgremium.

Demnach würde die Kirchenverwaltung Oberschwarzach es begrüßen, wenn der Markt die Räumlichkeiten im Schloss als Rathaus mieten würde und bat um eine baldige Entscheidung. Weiter besteht die Kirchenverwaltung auf einer gemeinsamen, öffentliche Nutzung und lehnt eine Vermietung an Privatpersonen für Gastronomie, Fremdenzimmer oder Pensionen ab.

Der monatliche Mietzins bewegt sich zwischen 4,50 und 5,50 Euro pro Quadratmeter und die Nebenkosten bei weiteren 2,50 Euro. Das wären nach Berechnung von Josef Radler für 200 Quadratmeter eine monatliche Miete von 1600 Euro, also jährlich 19 200 Euro. Zudem sind Reparaturen und Verbesserungen wie ein Aufzug für einen behindertengerechten Zugang oder die Sanierung der Nebengebäude und des Schlosshofs notwendig.

Falls diese Punkte vom Vermieter übernommen werden, sieht Radler eine Mieterhöhung auf sich zukommen. Deshalb beurteilt er eine Anmietung von Räumen des Schlosses negativ, eine gemeinsame Nutzung des Schlosses durch Kirchengemeinde, politische Gemeinde und örtliche Vereine aber positiv.

Nachdem das jetzige Rathaus dem Markt gehört, die Räume ausreichend sind und in Zukunft die Verbandsschule durch die demographische Entwicklung auch genutzt werden könnte, findet Josef Radler Mietkosten in der Höhe als starke finanzielle Belastung.

Aus dem Ratsgremium kam die Meinung, die Gemeinde solle sich einbringen, damit das Schloss und die Nebengebäude repariert werden, erhalten bleiben und nicht verkauft werden müssen. Ein Ratsmitglied wies darauf hin, dass im Ortskern immer mehr Gebäude leer stehen und der Markt könne sich nicht der Verantwortung entziehen, eine Lösung für die zukünftige Nutzung des Schlosses finden.

Ein weiterer Gemeinderat bedauerte, dass bei dem gemeinsamen Gespräch weder von der Kirchenverwaltung noch von den Vertretern des Ordinariats konkrete Aussagen hinsichtlich einer anderen öffentlichen Nutzung wie für ein Seniorenheim oder betreutes Wohnen gemacht wurden. Dem schloss sich ein Ratskollege an und sprach Möglichkeiten wie die Nutzung von Räumen oder der Schlossscheune für Veranstaltungen an.

Die Entscheidung über die Nutzung stehe der politischen Gemeinde heute nicht zu, fügte ein weiteres Ratsmitglied an. Die Gemeinde solle die Kirchenverwaltung bei der zukünftigen Nutzung des Schlosses unterstützen, sagte ein weiterer Gemeinderat, aber eine Einmietung als Rathaus lehnte er ab.

In der lebhaften Diskussion kamen weitere Punkte für oder gegen eine Einmietung, auch in Bezug auf Zuschüsse der Marktgemeinde bei früheren Sanierungen des Schlosses. Nachdem der Antrag auf eine namentliche Abstimmung gestellt wurde, wurde dieser Antrag mehrheitlich abgelehnt. Ebenso lehnte das Gremium eine Einmietung in das Schloss mehrheitlich ab.

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