Gerolzhofen

Urnengräber: keine Reservierungen möglich

Der Arbeitskreis "Friedhofsumgestaltung" hat sich in seiner jüngsten Sitzung abgestimmt, welche Projekt im Gerolzhöfer Gottesacker im kommenden Jahr angestoßen werden.
In der 'Ewig-Licht-Stele' am Gerolzhöfer Friedhof soll künftig möglichst dauerhaft eine Kerze brennen - in Erinnerung an die Toten, deren Namen in Vergessenheit geraten sind.
In der "Ewig-Licht-Stele" am Gerolzhöfer Friedhof soll künftig möglichst dauerhaft eine Kerze brennen - in Erinnerung an die Toten, deren Namen in Vergessenheit geraten sind. Foto: Klaus Vogt

Als optisch sehr gelungen wird der neu angelegte Bereich für Baumbestattungen auf dem Gerolzhöfer Friedhof  angesehen. Am Donnerstagvormittag trafen sich die Mitglieder des Arbeitskreises "Friedhofumgestaltung" im Bürgermeisterbüro, um über die nächsten Schritte zu beraten. Dem Arbeitskreis gehören neben Bürgermeister Thorsten Wozniak auch Vertreter des Stadtbauamts, der Stadtgärtnerei, des Museums und beider christlicher Kirche an.

Im neu erweiterten "Friedwald"-Bereich wurden acht Bäume gepflanzt, unter denen 61 biologisch abbaubare Urnen Platz finden werden. Zunächst wird allerdings noch der bisherige Bereich für Baumbestattungen direkt an der Kaplan-Jäger-Straße vollbelegt, ehe es dann an die Belegung des neuen Bereichs geht.

Keine Reservierung möglich

Der neue Bereich findet in der Bevölkerung großen Gefallen. Die Folge: Bei der Friedhofsverwaltung sind bereits Anfragen eingegangen, ob man sich dort schon bestimmte Urnenplätze reservieren lassen kann. Eine solche Reservierung unter einem bestimmten Baum ist beispielsweise im Friedwald am Schwanberg möglich. In Gerolzhofen wird es aber auch in Zukunft keine Reservierungen geben. Darin waren sich die Mitglieder des Arbeitskreises einig. Man habe hier im Vergleich zum Schwanberg nur einen begrenzten Platz. Gäbe es zu viele Reservierungen, müsste man sonst vielleicht das Baumfeld mit hohem Kostenaufwand erneut erweitern, während es unter den bestehenden Bäumen noch viele freie Plätze gibt. 

Im neu erweiterten Baumfeld für Urnenbestattungen wird es keine derartigen Stelen mehr geben, sondern es werden Steinplatten mit den Namen der Verstorbenen im Boden eingelassen.
Im neu erweiterten Baumfeld für Urnenbestattungen wird es keine derartigen Stelen mehr geben, sondern es werden Steinplatten mit den Namen der Verstorbenen im Boden eingelassen. Foto: Klaus Vogt

Einig war sich der Arbeitskreis, dass die Beschriftung der Urnengräber im neuen Baumfeld anders gestaltet werden soll als bisher an der Kaplan-Jäger-Straße. Dort gibt es an jedem Baum eine Stele mit einer runden Platte, auf der die Namensschilder der Beigesetzten sternförmig aufgeklebt sind. Die Optik dieser Stelen ähnle der von "Party-Tischchen", wurde - etwas zugespitzt - kritisiert. Es sei auf den runden Platten auch schwierig, den genauen Bestattungsplatz der Urnen zu lokalisieren.   

Steinplatten im Rasen

Deswegen soll es im neuen Baumfeld jetzt Steinplatten direkt über dem jeweiligen Urnengrab geben, die bündig im Rasen eingelassen sind und beim Rasenmähen nicht stören. Die Stadt wird 61 einheitliche Steinplatten kaufen, die von den Steinmetzbetrieben im Auftrag der Hinterbliebenen dann beschriftet werden können. Die Hinterbliebenen können dabei aus einer gewissen Anzahl von vorgegebenen Schriftarten auswählen. Ziel des Ganzen soll es sein, dass der Bereich erstens einheitlich und zweitens gepflegt aussieht.

Kirchlicher Segen

Das neue Baumfeld wird an Allerheiligen, 1. November, während der nachmittäglichen Andacht von den beiden Pfarrern Stefan Mai und Reiner Apel gesegnet werden. Eine ähnliche Zeremonie fand bereits im vergangenen Jahr ebenfalls während des Friedhofgangs statt, als die Ewig-Licht-Stele und der neue Bestattungsplatz für die "Sternenkinder" gesegnet wurden.

Apropos Ewig-Licht-Stele: In dem vom Domkapitular em. Jürgen Lenssen entworfenen Kunstwerk soll in Erinnerung an die Toten der Stadt, deren Gräber bereits aufgelöst und deren Namen in Vergessenheit geraten sind, eigentlich immer ein Öl-Licht brennen. Oftmals ist die Flamme aber aus. Das Stadtbauamt will nun eine organisatorische Lösung finden, dass das Öl an der Kerze regelmäßig und verbindlich nachgefüllt wird.

Leichenhallen-Sanierung wird teuer

Für das kommende Jahr 2020 wird als größtes Projekt im Friedhof die Sanierung und Umgestaltung der Leichenhalle anstehen. Stadtbaumeisterin Maria Hoffmann hat bereits mit ersten Vorplanungen begonnen. Für die Maßnahme ist im städtischen Haushalt 2020 eine Summe von 250 000 Euro vorgesehen. Entsprechende Gestaltungsideen hat Jürgen Lenssen, der ehemalige Kunstreferent der Diözese Würzburg, bereits vorgelegt. Er legt dabei Wert auf eine überkonfessionelle Symbolik.

Ebenfalls im kommenden Jahr wird sich der Arbeitskreis mit einem Konzept für neues Mobiliar im Friedhof beschäftigen. An mehreren Stellen sollen neue Sitzbänke aufgestellt werden, insbesondere im Bereich zwischen dem großen Brunnen und der Ewig-Licht-Stele. Dort wird ein Platz der Begegnung entstehen. Derzeit kosten Bänke zwischen 1400 und 1800 Euro. Die Stadt hofft, dass es eventuell Firmen oder auch Privatpersonen gibt, die sich als Sponsoren an der Anschaffung der neuen Sitzmöbel für den Friedhof beteiligen werden. 

Brunnentröge veralgen schnell

Gedanken will man sich auch über die Brunnen machen, die jetzt noch an mehreren Stellen im Friedhof stehen. Das Problem: In den Trögen mit der offenen Wasserfläche bilden sich im Sommer binnen weniger Tage starke Algenteppiche, was den Männern des Bauhofs einen hohen Reinigungsaufwand verursacht. Die Algen verstopfen zudem auch die Siebe an den Gießkannen. Der Vorschlag von Stadtgärtner André Ditterich: die Tröge entfernen und alternativ dazu Wasserentnahmestellen mit Druckknöpfen installieren. Das Thema soll bei der nächsten Sitzung des Arbeitskreises nochmals vertieft werden. 

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