Sennfeld

Verkehrskreisel für sternförmige Erschließung

Südlich von Sennfeld und östlich der Staatsstraße 2272 liegt das neue Gewerbegebiet. Die Anbindung erfolgt über eine Einmündung auf gleichem Niveau. Ein Verkehrskreisel ist hier nicht vorgesehen, sondern mitten im Gewerbegebiet.
Südlich von Sennfeld und östlich der Staatsstraße 2272 liegt das neue Gewerbegebiet. Die Anbindung erfolgt über eine Einmündung auf gleichem Niveau. Ein Verkehrskreisel ist hier nicht vorgesehen, sondern mitten im Gewerbegebiet. Foto: Silvia Eidel

Interessenten gibt es bereits für das neue Gewerbe- und Industriegebiet südlich von Sennfeld. Dafür stellte der Gemeinderat den Bebauungsplan auf, dessen Besonderheit ein Kreisel innerhalb der Gewerbeflächen ist, von dem aus die Erschließungsstraßen sternförmig wegführen. 3,74 Hektar reine Bauflächen soll es dort geben.

Parallel zur Änderung des Flächennutzungsplanes fasste das Gremium in seiner jüngsten Sitzung einstimmig den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan, um frühzeitig die Öffentlichkeit sowie die Träger öffentlicher Belange zu beteiligen. Bis Mai 2020, so hoffte Bürgermeister Oliver Schulze, soll der Plan fertig sein.

Er umfasst insgesamt 7,7 Hektar, inklusive Gewerbegebiet und Ausgleichsflächen mit Biotop. Das Konzept für das "Gewerbegebiet östlich der Staatsstraße 2272" erläuterte Arno Weimann vom gleichnamigen Ingenieurbüro (Dettelbach). Der Entwurf sieht als Erschließung eine plangleiche Einmündung von der Staatsstraße vor. Berücksichtigt wird damit ein eventueller späterer Anschluss für weitere Bauflächen westlich der Staatsstraße.

Neue Asphaltdecke

Für eine Linksabbiegerspur auf der 2272 von Sennfeld kommend, müsse dabei die Staatstraße nicht aufgeweitet werden, sondern brauche nur ein Abfräsen eine neue Asphaltdecke und neue Markierung, sagte Weimann. "Die Straße ist breit genug."

Die Erschließungsstraße ins Gewerbegebiet führt zu einem Kreisel, von dem aus in vier Richtungen Stichstraßen zu den Bauflächen führen. Damit sei man bei der Bebauung flexibler, und ein Kreisel bringe weniger Irrverkehr.

Wirtschaftswege soll es am Rand des eingegrünten Gebiets nördlich zur Wohnbebauung geben, südlich an der Gemarkungsgrenze zu Gochsheim – für Gemeinderat Stefan Eichhorn verzichtbar – und parallel zur Staatsstraße. Dort wird der Weg als Verlegungsstreifen für Versorgungsleitungen gebraucht. Oberflächen- und Schmutzwasser soll im Trennsystem abgeleitet werden. Letzteres könne durch die Staatsstraße hindurch an die Handwerkerstraße angeschlossen werden.

Je nach Bauwerber-Interesse

Viele Nachfragen, Einwände und Vorschläge hatten die Gemeinderäte zu diesem ersten Entwurf, der, wie Weimann und Bürgermeister Schulze wiederholt erklärten, noch nicht fest und nur für die frühzeitige Beteiligung der Behörden so angelegt sei. Je nach Interesse der Bauwerber würden die Grundstücke zwischen 1450 und 5000 Quadratmeter zugeschnitten.

Einen mittigen Verkehrskreisel hielt Holger Merz für übertrieben. Er wünschte ihn eher an der Staatsstraße, um Autofahrer beim Einfahren in den Ort abzubremsen. Ein Kreisel sei dort zum jetzigen Zeitpunkt nicht nötig, entgegnete Schulze. Er würde zudem ein Vielfaches kosten, was angesichts des Gemeindehaushalts zu bedenken sei. Er werde aber mit dem Staatlichen Bauamt sprechen und Kosten eruieren. Laut Planer ist ein Kreisel innerhalb des Gewerbegebiets nicht teurer als eine Kreuzung.

Erschrocken über die vielen Verkehrsflächen zeigten sich Stefan Eichhorn, Peter Knieß und Helmut Heimrich. 29 Prozent beträgt der Anteil von Straßen und Grünflächen innerhalb des Gewerbegebiets.

Parken auf den Grundstücken

Man könne auf manche Parkstreifen an der Straße verzichten, so Weimann. Parkstreifen sollten die Grundstückserwerber schaffen, meinte Gerold Schömig. Als problematisch angesichts des Geruchs wurden von Eichhorn und Holger Merz die nötige Hebeanlage zum Abwassertransport gesehen.

Im gesamten Gebiet soll eine viergeschossige Bauweise möglich sein mit einer Wandhöhe von 15 Metern über Baugrund und einer Firsthöhe von 16,50 Metern, skizzierte der Planer. Neben Gewerbe ist auch Industrie vorgesehen, allerdings lärmbegrenzt nachts auf 65 dB(A) Schalldruckpegel. Beschwerden von Anwohnern befürchtete Christian Birkmeyer.

Rechnen müsse die Gemeinde mit einer Kampfmitteluntersuchung wegen Flakstellungen während des Zweiten Weltkriegs, sagte Weimann.

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