Schweinfurt

Verliebt in Schweinfurt: Junger Rapper feiert seine Heimatstadt

Merlin Sachs widmet seiner geliebten Stadt ein Musikalbum. Der junge Künstler sprüht vor Ideen und hat sich unter anderem mit den Breakdancern von DDC zusammengetan.
Der Schweinfurter Merlin Sachs hat ein Rap-Album veröffentlicht und professionelle Videos dazu gedreht. Unter anderem nutzt er seine Kontakte zur DDC, die ihn bei seinem Musikprojekt unterstützt. Im Bild Merlin Sachs (links) und Alexander Pollner. Foto: Anand Anders

Mach dich mal locker. Schau nicht so grimmig! Ein Lächeln wäre nett. Geht nicht auf Kommando. Merlin Sachs setzt deswegen darauf, dass seine freundliche Art, seine Liebe zur Musik und zu seiner Heimatstadt ansteckend wirkt.

Der 26-Jährige hat ein sehr persönliches Album herausgebracht, das sich mit Enttäuschung, Freundschaft, Familie, Frust und Lebensfreude auseinandersetzt. Am Ende zieht er ein Fazit: Nur Liebe!  Merlin Sachs hat das alles in Musik verpackt. Auf anspruchsvolle Weise.

Die Reime, die Beats, die Videos: können sich hören und sehen lassen. Vor kurzem hat er sein Album "Fischerhut & Autotune" herausgebracht, wer sich also selbst ein Bild von dem jungen Künstler machen will, kann das auf seinem Youtubekanal "Merlin974".

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Schweinfurt ist der Dreh- und Angelpunkt

In vielen seiner Songs nimmt er Bezug auf seine Heimatstadt Schweinfurt. Und sieht auch einen klaren Auftrag für sich und seine befreundeten Musiker: "Wir wollen etwas tun für diese Stadt", die so viel zu bieten habe: "Ich komme einfach von hier, und ich habe hier alles, meine Freunde, meine Familie." Da braucht's kein Berlin oder irgendeine andere überlaufene Großstadt, findet Merlin. Das Ziel: Junge Menschen vor Ort für Musik begeistern, Veranstaltungen organisieren und mitgestalten, "etwas bewegen". Woher so motiviert? "Ich liebe diese Stadt", sagt er.

Verstehen sich gut und arbeiten nun in Schweinfurt an einem gemeinsamen DDC-Musikprojekt (von links): Alexander Pollner, Merlin Sachs und Kriz Malicki. Foto: Anand Anders

Merlin Sachs ist kein Unbekannter in der Schweinfurter Musikszene. Zehn Jahre lang war er Frontmann der Hardcore-Metal-Band "Ed Is Dead" (EID), mit der er unter anderem mehrmals beim "Blow Out"-Festival im Stattbahnhof auftrat. Doch EID ist Geschichte, die Band hat sich aufgelöst. Merlin Sachs widmet sich nun einem neuen Projekt, für das er sich mit der international erfolgreichen Schweinfurter Breakdancegruppe "Dancefloor Destruction Crew" (DDC) zusammengetan hat. 

Dass er ausgerechnet vom Metal zum Rap wechselt, ist für ihn weniger sonderbar, als es zunächst scheint: Musik sei vielfältig, da wäre es viel zu langweilig, sich auf nur eine Sache festzulegen. Blues, Rock, Funk, Jazz, R'n'B, Techno, Metal, Hiphop oder Rap, das alles gefällt ihm, deswegen lässt er sich gerne von verschiedenen Genres inspirieren. Das merkt man auch seinem Album an, neben Sprechgesang enthalten seine Songs von ihm gesungene, melodische Refrains und instrumentale Parts.

Merlin Sachs am Schlagzeug in dem kleinen Tonstudio und Proberaum in der DDC-Factory in Yorktown Village, Schweinfurt.  Foto: Anand Anders

In einem Raum der DDC-Factory auf dem Gelände der früheren Ami-Siedlung Yorktown Village haben Merlin und andere Musiker ein kleines Tonstudio eingerichtet. "Hier wird geprobt, gejammed, hier entstehen die Ideen", erklärt Merlin. Er setzt sich ans Schlagzeug und spielt drauf los. Locker-lässig sieht das aus, und so klingt es auch. Er wechselt durch zwischen ein paar Rhythmen. Steht auf, läuft zum Mischpult, erklärt, wie hier gearbeitet wird.

Er und seine Kumpels von der DDC, Alex Pollner und Kriz Malicki, erklären dem Tagblatt-Reporter, wie sie sich das neue Musikprojekt vorstellen. Als sich die Breakdancer und der Musiker kennenlernten, sei gleich ein Funke übergesprungen, die Musik gefiel, das Menschliche passte auch, erzählen sie. "Wenn man das Album hört, kriegt man automatisch das Grinsen", sagt Alex Pollner, künstlerischer Leiter und neben Marcel Geißler einer der Geschäftsführer bei DDC, über Merlins jüngste Studioarbeit.

"Als wir die Factory aufgebaut haben",  erklärt Kriz Malicki, Choreograf bei der DDC, habe Merlin einfach mit angepackt, sich eingebracht. Für Merlin selbstverständlich, wie er sagt. "Jeder, der hierher kommt, fühlt sich herzlich aufgenommen. Das macht echt Spaß." Selbst, wenn es in Arbeit ausartet. Die fällt übrigens  nicht zu knapp aus bei der DDC, neben der noch laufenden Um- und Ausbauphase der neuen Halle stehen etliche Projekte, Auftritte, Training, Organisatorisches und Termine an. Aber weil sich die DDC aus einer Gruppe von Freunden heraus entwickelt hat und nunmehr auf der professionellen Ebene seit Jahren vielbeachtete Erfolge feiert, sei bei all der Arbeit immer noch der Spaß bei der Sache geblieben, weil hier alle ihrer Leidenschaft nachgehen können, sagt Alex Pollner. Da wird nicht lange gefackelt, wenn mal eine Entscheidung gefällt ist: "Unser Prinzip ist, dass wir es einfach machen", erklärt Kriz.

Weil Merlin Sachs da hineingepasst hat mit seiner Begeisterung und Leidenschaft für Musik, gehen die DDC und er jetzt gemeinsame Wege. Noch steckt das Musikprojekt in der Anfangsphase, aber die Beteiligten glauben daran, dass sich hier für Schweinfurts Musik- und Kulturszene einiges tun wird. 

In der DDC-Factory entwickeln und verwirklichen junge, kreative Köpfe viele Ideen. Künftig soll ein Angebot auch für Außenstehende die Möglichkeit bieten teilzunehmen, etwa über Workshops. Foto: Anand Anders

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