SCHWEINFURT

Versorgungssicherheit dank GKS?

Das GKS in Schweinfurt. Foto: Waltraud Fuchs-Mauder

„Die Energiewende kommt nicht von der Stelle, deshalb müssen wir uns verstärkt kommunal darum kümmern“, meint Heidi Wright, Kreisrätin aus Main-Spessart, beim Besuch im Gemeinschaftskraftwerk in Schweinfurt. Wright ist – ebenso wie beispielsweise der Schweinfurter Kreisrat Hartmut Bräuer – Mitglied im Energiearbeitskreis unterfränkischer SPD-Fraktionen. Und wie ihre Kollegen der Meinung, dass das GKS nicht nur für die Müllentsorgung, sondern auch bei der Energieversorgung eine Rolle spielt.

Auch wenn Geschäftsführer Ragnar Warnecke das nicht überbewerten will: „Strom ist für uns momentan eher ein Nebenprodukt“, so Warnecke. Er stellte laut Mitteilung der SPD bei dem Besuch klar, dass das GKS im Bereich der Stromversorgung mit rund 120 Gigawattstunden pro Jahr in keinster Weise das auffangen wird, was nach der Abschaltung des AKW Grafenrheinfeld im Mai wegfällt: rund 10 000 Gigawattstunden im Jahr. Robert Finster, stellvertretender Kitzinger Landrat, misst der Stromerzeugung aus den Müllkraftwerken Schweinfurt und Würzburg dennoch eine wichtige Bedeutung zu. Denn, so Finster laut Mitteilung, in der Stromerzeugung seien sie, im Gegensatz zu den erneuerbaren Energien, grundlastfähig.

35 000 Tonnen Kohle (bislang deutsche Steinkohle) und 180 000 Tonnen Restmüll aus gesamt Unterfranken und dem benachbarten Main-Tauber-Kreis erzeugen in Schweinfurt Fernwärme und Strom für die Stadt und die Industrie.

Allerdings frage der Verbraucher Fernwärmenutzung nicht so nach, wie sie es verdient hätte, so auch die Erfahrung des früheren Eibelstädter Bürgermeisters Heinz Koch. Dabei biete sie enorme Einsparpotentiale sowie eine sichere und günstige Versorgung. Der Energiebedarf für Wärme werde in der Versorgungsfrage sträflich vernachlässigt, so die SPD-Mitteilung. Was mit dazu führe, dass Energieautarkie auch für Unterfranken in weiter Ferne sei. Harald Schneider, stellvertretender Landrat Kreis Main-Spessart: „Mit Dämmmaßnahmen und Nutzung sonstiger Einsparpotentiale kommen wir viel zu langsam voran – deshalb gilt es bereits bei der Erschließung von Neubaugebieten oder bei der Dorfsanierung das Thema Wärmeversorgung in den Vordergrund zu stellen.“

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