Schweinfurt

Vertikale Gärten und Wohnen statt Laden

Im Konzept der "urbanen Landesgartenschau" des Bund Naturschutz steht die Begrünung der Betonfassade des Rückert-Zentrums als wichtiger Bestandteil. Stadträtin Ulrike Schneider beantragte nun, dass die Stadt mit dem Eigentümer Kontakt aufnimmt und diesen bei der Umsetzung planerisch und finanziell unterstützt. Foto: Oliver Schikora

Wenn sich der Stadtverband Schweinfurt der Freien Wähler am 25. November zur Nominierung für die Stadtratsliste für die Kommunalwahlen 2020 trifft, ist eine Person bekanntlich nicht dabei: Ulrike Schneider. Sie sitzt im Moment mit Stefan Labus und Dagmar Bebersdorf als Fraktion der Schweinfurter Liste/Freie Wähler im Stadtrat, dass man sich auseinander gelebt hat, ist kein Geheimnis. Deswegen hat auch Stefan Labus ausdrücklich in seinem und Bebersdorfs Namen einen Antrag zu den Haushaltsberatungen eingereicht, Schneider tut dies nun in ihrem eigenen Namen.

Ob es ihre letzten Haushaltsberatungen werden, ist bisher noch nicht entschieden. Die Frage, ob sie ab Mai 2020 weiter Stadträtin ist oder nicht, beeinträchtigt derweil Schneiders Engagement nicht, vor allem wenn es um Klimaschutz geht. In diesem Zusammenhang stellt sie den Antrag, die große graue Betonwand des Rückert-Zentrums, im Volksmund nicht zu Unrecht als "Zementrum" verspottet, in Richtung des Kinos mit so genannten vertikalen Gärten zu begrünen. Schneider greift damit ein Konzept auf, das auch schon Richard Lindner vom Bund Naturschutz im Rahmen des BN-Vorschlags einer "urbanen Landesgartenschau 2026" angesprochen hatte.

Der menschengemachte Klimawandel zwinge dazu, gerade im städtischen Umfeld neue Blickwinkel einzunehmen, so Schneider. Begrünte Fassaden seien in anderen Städten längst Alltag, die Pflanzen binden Kohlendioxid, produzieren Sauerstoff, filtern Abgase und fangen Feinstaubpartikel ein. Gleichwohl suche man in der Wälzlagerstadt vergeblich nach einer begrünten Wand, das Rückert-Zentrum sei ideal als Vorzeigeprojekt. Schneider fordert die Verwaltung auf, mit dem Privateigentümer des Gebäudes Kontakt aufzunehmen und Unterstützung bei der Umsetzung des Projektes, planerisch als auch finanziell, in Aussicht zu stellen.

Leer stehende Geschäfte in der Innenstadt zu Wohnungen umbauen

In einem weiteren Antrag beantragt Schneider ein Konzept der Verwaltung, mit kommunalen Zuschüssen leer stehende Geschäfte auch im Erdgeschoss in der Innenstadt in Wohnungen umzubauen. Angesichts der offenkundigen Leerstands-Problematik der Innenstadt "könnte die Umgestaltung leerstehender Lokale und Verkaufsflächen in Wohnraum zu einer erfolgreichen Wiederbelebung so manchen Innenstadtquartiers führen." Ein gutes Beispiel sei das Haus am Kornmarkt 22, wo aus einem alten Laden moderner Wohnraum entstand. "Würde eine solche Umgestaltung Schule machen, könnten aus vernachlässigten Gebieten wie dem Kornmarkt ansehnliche Quartiere werden", so Schneider.

In einem dritten Antrag beantragt sie darüber hinaus Unterstützung für ältere Mitbürger durch die Stadt beim Aufsammeln von Blättern im Herbst, wenn die Bürger aus körperlichen Gründen ihrer Kehrpflicht nicht mehr nachkommen können. Das bisherige Verteilen von Plastiksäcken für das Laub sei dagegen wenig zielführend.

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