Schweinfurt

Vesperkirche - Mehr als nur ein günstiges Essen

Ein gutes Essen in Gemeinschaft genießen. Wer allein ist, oder wenig Geld hat, kann davon oft nur träumen. Nicht nur deshalb gibt es die Vesperkirche.
Offene Türen, offene Herzen. Diakon Norbert Holzheid, Dekan Oliver Bruckmann, Pfarrer Andreas Grell, Luisa Mühlstein (Diakonie) und  Diakonie-Chef Pfarrer Jochen Keßler-Rosa (von links) laden zur Vesperkriche ein. Die Türen stehen vom 20. Januar bis zum 10. Februar täglich ab 11.30 Uhr offen. Geboten werden ein günstiges Mittagsmahl, soziale Leistungen und Gemeinschaft.
Offene Türen, offene Herzen. Diakon Norbert Holzheid, Dekan Oliver Bruckmann, Pfarrer Andreas Grell, Luisa Mühlstein (Diakonie) und  Diakonie-Chef Pfarrer Jochen Keßler-Rosa (von links) laden zur Vesperkriche ein. Die Türen stehen vom 20. Januar bis zum 10. Februar täglich ab 11.30 Uhr offen. Geboten werden ein günstiges Mittagsmahl, soziale Leistungen und Gemeinschaft. Foto: Helmut Glauch

Nicht nur die Liebe geht bekanntlich durch den Magen, auch Gemeinschaft entsteht beim gemeinsamen Essen. "Gemeinsam statt einsam" ist deshalb auch das Motto der Vesperkirche, die vom 20. Januar bis zum 10. Februar in der fünften Auflage in St. Johannis in Schweinfurt stattfindet. "So ein Angebot entwickelt sich", so Dekan Oliver Bruckmann bei der Vorstellung des Konzeptes. Man stand vor der Frage wohin - eher Richtung "Armenspeisung" oder hin zu einer Gemeinschaft stiftenden Veranstaltung. Die Antwort: Es wird beides geben. Auch heuer wieder werden die Essen für 1,50 Euro (einschließlich Kaffee und Kuchen angeboten), aber es gibt auch eine Reihe weiterer Angebote, denn "man kann auch über das Blutdruckmessen ins Gespräch kommen".  

Rund 250 Gastgeberinnen und Gastgeber (das Wort Helfer will man vermeiden, man will ganz bewusst Gastgeber sein), haben sich gemeldet um zum Gelingen der Angebote während dieser 22 Tage beizutragen, wie Diakon Norbert Holzheid, der mitten in den Vorbereitungen für die Vesperkirche steckt, mitteilte. Darunter Schulklassen, Konfirmanden und Gruppen wie der Frauenbund.  2018 wurden rund  9000 Essen ausgegeben, täglich sind bis zu 60 Gastgeber im Einsatz, die von der Begrüßung bis zum Abräumen des Geschirrs die Arbeit unter sich aufteilen. Viele bringen sich an mehreren Tagen entsprechend ihrer Fähigkeiten ein. Entweder mit helfenden Händen oder als Kuchenbäcker - rund 600 Kuchen werden ihre Abnehmer finden. Wer einen beisteuern will, wähle die Nummer des "Kuchenhandys" Tel.: (0176) 729 135 39.

Manche haben nicht mal die 1,50 Euro für ein Essen 

Nicht nur die Menschen, die wenig haben, die selbst durch die 1,50 Euro pro Tag schon an ihre finanziellen Grenzen stoßen, freuen sich auf die Tage an denen sie nicht - wie oft in ihrem Alltag - alleine am Tisch sitzen müssen. Auch die Gastgeber, so die Erfahrung der Organisatoren, freuen sich darauf, denn zu helfen "Stiftet ein Stück Lebenssinn", so Dekan Bruckmann. Ähnliche Erfahrungen hat auch Pfarrer Andreas Grell gemacht. "Junge Leute die in ihrem Konfirmandenjahr noch im Rahmen eines Projektes mitmachten, melden sich im Folgejahr freiwillig um wieder dabei zu sein". Und genau darum geht es. Die Generationen ins Gespräch zu bringen, im wahrsten Sinn des Wortes an einen Tisch zu setzen, Gemeinschaft zu schaffen.

Gemeinsam an einem Tisch sitzen und das Essen wird gebracht. Am 20. Januar öffnet wieder die Vesperkirche in St. Johannis ihre Pforten.
Gemeinsam an einem Tisch sitzen und das Essen wird gebracht. Am 20. Januar öffnet wieder die Vesperkirche in St. Johannis ihre Pforten. Foto: David Ebener/dpa

Bei der Vesperkirche ist jeder willkommen, die Konfession spielt sowohl auf Seiten der Gäste oder auch der Gastgeber keine Rolle. Veranstalter sind erneut die Kirchengemeinde St. Johannis und das Diakonische Werk Schweinfurt, bei der Vorstellung des Konzeptes vertreten durch Dekan Oliver Bruckmann und Diakoniechef Jochen Keßler-Rosa.

Soziale Beratungs- und Informationsangebote

An jedem der 22 Vesperkirchentage gibt es soziale Beratungs- und Informationsangebote. Das Angebot reicht von der Handysprechstunde über die Rentenberatung bis zur Möglichkeit im Repair- Cafe etwas instand setzen zu lassen. Darüber hinaus werden an vielen Tagen konkrete Hilfen angeboten - vom Blutdruckmessen bis zum Haareschneiden. Hilfen, jenseits vom gedeckten Tisch. Diesen Bereich des Angebotes stellten Luisa Mühlstein von der Sozialarbeit des diakonischen Werkes und Pfarrer Jochen Keßler-Rosa vor.   

Rund 60 000 Euro finanzieller Aufwand

Und nach dem Mahl noch was Süßes. Rund 600 Kuchen, werden heuer wieder bei der Vesperkirche angeboten.
Und nach dem Mahl noch was Süßes. Rund 600 Kuchen, werden heuer wieder bei der Vesperkirche angeboten. Foto: Josef Lamber

Natürlich braucht die Vesperkirche Unterstützung um den Menschen, die wenig haben helfen zu können. 1,50 Euro pro Essen sind nicht kostendeckend, weshalb man sich über jeden gespendeten Euro freut. Das Essen kommt vom Anbieter, der auch im Leopoldina Krankenhaus für den Mittagstisch sorgt. Bei sechs Euro pro Mahl, so Holzheid, wäre Kostendeckung erreicht. Insgesamt - es kommen ja noch Dinge wie Heizung etc. hinzu - rechnet man mit einem Aufwand von rund 60 000 Euro. Auch deshalb sei man darauf angewiesen, dass Menschen, die es sich leisten können, sich solidarisch zeigen. 

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Während der Vesperkirchenzeit gibt es jeden Donnerstagabend um 19 Uhr ein besonderes Programm in der Kirche. Am 24. Januar ist der Gospelchor „Voice of Glory“ zu Gast, am 31. Januar findet ein Themenabend „Zusammenleben im Alter – geht das?“ statt. Der musikalische „Ohrenschmaus“ mit Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem Dekanat ist am 7. Februar.

Rückfragen zur Vesperkirche über das „Vesperkirchenhandy“ Tel: 0176 72913520. Aktuelle Informationen findet man auch immer auf der Homepage www.vesperkirche-schweinfurt.de

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