OBERSCHWARZACH

Vier Wochen bei Wasser und Brot

Ferienspaßkinder vor dem Eingangsportal des Oberschwarzacher Schlosses mit Irmgard Englert (rechts) und dem Darsteller des Schlossherrn, Guido Plener (links). Foto: Marion Kraiß

Das Fach Geschichte haben die Kinder des Oberschwarzacher Ferienspaßes noch nicht kennengelernt – bei einem Alter von fünf bis elf Jahren. Doch was das Oberschwarzacher Schloss im Mittelalter für eine große Bedeutung hatte und wie die Menschen vor 400 Jahren lebten, das konnten sie beim Ferienspaßprogramm in diesem Jahr schon einmal erfahren.

Organisiert wurde der Nachmittag im Schloss von der ehemaligen Grundschullehrerin Irmgard Engert, zusammen mit dem Darsteller des Schlossherrn, Guido Plener, und den beiden Mitgliedern des Ferienspaßteams, Marion Kraiß und Tanja Hartmann-Reinstein.

Schlossherr Plener, Symbolfigur des ehemaligen Amtmanns, erklärte zunächst die Bedeutung des Wappens und der Inschrift vorne auf der Schlossfront, die anlässlich eines Regierungsjubiläums eingearbeitet wurde.

Dann führten Irmgard Engert und der Schlossherr die Kinder durch das Eingangsportal der Echterzeit in den Turm, in dessen Mitte sich eine spiralförmig angelegte Treppe nach oben schlängelt. Hier durften die Kinder nach alten Steinmetzzeichen suchen.

Dann erklärte Plener die Essgewohnheiten früher und die damals üblichen Nahrungsmittel: eingesalzenes Fleisch, Gemüse und Obst. Dazu reichte Irmgard Engert selbst gebackene Teller aus Fladenbrot, auf denen sich die Kinder dann das Mahl, das aus „Armen Rittern“ bestand, schmecken ließen.

Dazu gab es wie im Mittelalter selbst hergestellten alkoholfreien Met, den die Kinder wegen der Hitze aus alten Zinnbechern trinken durften. Ein Kind schlüpfte dann in ein mittelalterliches Gewand, um die damalige Kleidung zu veranschaulichen, in dem Fall die eines Mädchens.

Die Kinder durften dann, wie einst von Martin Luther gefordert, als Zeichen der Zufriedenheit mit dem Mahl rülpsen, was ihnen sichtlich Freude bereitete. Die ehemalige Lehrerin Engert erzählte noch einiges über die Geschichte des Schlosses und seine Nutzung bis in die Gegenwart. Besonders spannend war der Besuch des Schlossverlieses im Keller, das erahnen ließ, wie es den dort Eingesperrten erging.

Der Zehnt, die Abgabe der Bauern an den Fürstbischof, wurde vom Amtmann erläutert, ebenso wie die Strafen bei Nichtbezahlung. Man landete für vier Wochen bei Wasser und Brot im Zehntgefängnis. Interessiert zeigten sich die Ferienspaßkinder an den Rötelzeichnungen, die Eingesperrte aus Langeweile angebracht hatten. In der Zehntscheune wurden Getreide, Bohnen, Kraut, Rüben und anderes gelagert, im Schlosskeller der Wein. An der Dorflinde erfuhren die Kinder etwas über frühere Gerichtsbarkeit.

Zum Schluss durften die Kinder mittelalterliche Spiele ausprobieren. Dazu hatte sich das Ferienspaßteam manches ausgedacht. Man konnte mit Murmeln werfen, ein hölzernes Kegelspiel ausprobieren, aber auch Fang- und Kampfspiele durchführen, die früher mit hölzernen Schwertern, hier mit Heizungsisolierungen ermöglicht wurden. Wer es etwas ruhiger wollte, konnte die alten Brettspiele Mühle, Dame, Schach spielen. Mitglieder des Fördervereins Schloss Oberschwarzach grillten für die Kinder Würstchen und reichten Getränke dazu.

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