THEATER

Virtuosität mit Überraschungsmoment

Bei Erik Schumann (Violine), Ken Schumann (Violine), Lisa Randalu (Viola) und Mark Schumann (Violoncello) weiß man nie, was kommt.
Bei Erik Schumann (Violine), Ken Schumann (Violine), Lisa Randalu (Viola) und Mark Schumann (Violoncello) weiß man nie, was kommt. Foto: Kaupo Kikkas

Das Schumann Quartett ist dort angekommen, wo alles möglich ist, weil man auf Sicherheiten verzichtet. Das schließt auch das Publikum mit ein, das sich Abend für Abend auf alles gefasst machen muss. Als „eines der aufregendsten Streichquartette derzeit...“ (Fono Forum) wird es auch gerne bezeichnet. Es ist am Mittwoch, 10. April, um 19.30 Uhr (Konzertmiete I und freier Verkauf) bestehend aus Erik Schumann (Violine), Ken Schumann (Violine), Liisa Randalu (Viola) und Mark Schumann (Violoncello) zu hören. Unterstützt von Andreas Ottensamer (Klarinette) stehen folgende Werke auf dem Programm: Felix Mendelssohn Bartholdy: Streichquartett Nr 1 Es-Dur op.12, Leoš Janácek: Streichquartett Nr. 2 „Intime Briefe“ und Carl Maria von Weber: Klarinettenquintett B-Dur op. 34.

„So wirklich entwickelt sich ein Werk nur live“, sagen die Mitglieder des Quartetts, „das ist „the real thing“, weil wir vorher selbst nie wissen, was passiert. Spätestens auf der Bühne fällt jede Imitation weg, man wird automatisch ehrlich zu sich selbst. Dann kann man in der Musik eine Verbindung mit dem Publikum herstellen, kommunizieren.“ Die live-Situation wird in naher Zukunft noch weiter aufgeladen: Sabine Meyer, Menahem Pressler, Albrecht Mayer, Kit Armstrong, Edgar Moreau und Anna Lucia Richter zählen zu den aktuellen Partnern der Vier.

Das aktuelle Album des Schumann Quartetts „Landscapes“, in dem sie den eigenen Wurzeln nachspüren und Werke von Haydn, Bartók, Takemitsu und Pärt kombinieren, erfreut sich national und international bester Resonanz, wurde u.a. mit fünf Diapasons sowie dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik 2017 ausgezeichnet und war Editor?s choice beim BBC Music Magazine. Für ihr vorhergehendes Album mit Werken von Mozart, Ives und Verdi waren sie bereits als „Best newcomer“ 2016 mit dem BBC Music Magazine Award in London ausgezeichnet worden.

Lehrer, musikalische Partner, Preise, Veröffentlichungen – gerne werden Stufen konstruiert um herzuleiten, warum viele das Quartett heute zu den besten überhaupt zählen. Erik Schumann, Ken Schumann, Liisa Randalu und Mark Schumann fassen solche Daten eher als Begegnungen auf, als Bestätigung für ihren Weg. Sie empfinden die musikalische Entwicklung der letzten zwei Jahre als Quantensprung. „Wir haben Lust darauf, es bis zum Äußersten zu treiben, zu probieren, wie die Spannung und unsere gemeinsame Spontaneität trägt“, sagt Ken Schumann, der mittlere der drei Schumann-Brüder. Versuche, ihnen einen Klang, eine Position, eine Spielweise zuzuordnen, hebeln sie charmant aus, lassen allein die Konzerte für sich sprechen. Und Kritiker geben ihnen recht: „Feuer und Energie. Das Schumann Quartett spielt umwerfend gut (...) zweifellos eine der allerbesten Formationen der jetzigen Quartettblüte, (...) blitzende Virtuosität und Überraschungsbereitschaft“, attestiert ihnen Harald Eggebrecht in der Süddeutschen Zeitung. Ausreichend Raum für nächste Abenteuer also.

Andreas Ottensamer, 1989 in Wien geboren, stammt aus einer österreichisch-ungarischen Musikerfamilie. Mit vier Jahren erhielt er seinen ersten Klavierunterricht. Mit zehn Jahren studierte er zunächst Violoncello und ab 2003 Klarinette bei Johann Hindler an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Ein „liberal arts“ Studium an der Harvard University unterbrach er, um 2009 der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker beizutreten. Seit 2011 ist Ottensamer Soloklarinettist der Berliner Philharmoniker. Als Solist konzertiert er auf den großen Bühnen der Welt mit Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, den Wiener Philharmonikern, dem Konzerthausorchester Berlin, dem Rotterdams Philharmonisch Orkest, der Kammerphilharmonie Bremen und der Kammerakademie Potsdam unter Sir Simon Rattle, Yannick Nézet-Séguin, Andris Nelsons, Pablo Heras-Casado und Alan Gilbert.

Als Kammermusiker spielt er mit Partnern wie Leonidas Kavakos, Janine Jansen, Murray Perahia, Leif Ove Andsnes, Sol Gabetta und Yo-Yo Ma. Im Februar 2013 unterzeichnete Ottensamer einen Exklusivvertrag mit der Deutschen Grammophon – dies macht ihn zum ersten Solo-Exklusivkünstler seines Fachs in der Geschichte des gelben Labels. Für sein zweites Album „Brahms: The Hungarian Connection“ erhielt er 2015 den Echo Klassik wurde als „Instrumentalist des Jahres“ ausgezeichnet. Im Februar 2017 erschien sein neues Album „New Era“ bei Decca Classics.

Vorverkauf ab Samstag, 2. März, Tel. (0 97 21) 51 49 55 oder 5 10 – oder Internet: www.theater-schweinfurt.de

Daniel Ottensamer       -  Andreas Ottensamer ist auf den großen Bühnen der Welt zu Hause.
Andreas Ottensamer ist auf den großen Bühnen der Welt zu Hause. Foto: Julia Stix

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