ÜCHTELHAUSEN

Vom „Alten Fritz“ bis Udo Jürgens

Kleine Finken: Kerstin Heusinger (links) und Daniela Walter zeigten ihr Können an der Piccoloflöte. Foto: Ursula Lux

Voller Elan präsentierte sich die Blaskapelle beim Jubiläumskonzert „275 Jahre Dorfmusik in Üchtelhausen“. Unter der Leitung von Helmut Walter katapultierten sich die Musikanten mit einer eigens gebauten „Zeitmaschine“ zurück ins Jahr 1740.

Der „Alte Fritz“ wird König und schafft die Folter ab. Ob dies der Grund war, dass sich im selben Jahr in Üchtelhausen die Dorfmusik belegen lässt, ist nicht bekannt. Humorvoll führen die Musiker durchs Programm und bedienen neben ihren Instrumenten die Zeitmaschine.

Nach dem schwungvollen Einstieg mit der Fridericiana, einer Konzert-Ouvertüre im Stil der Zeit Friedrichs des Großen, geht die Reise an den Hof von Friedrich Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld und ins Jahr 1792. Für das Dragoner Regiment dieses Prinzen hatte Michael Haydn den Coburger Marsch komponierte, den die Kapelle sogleich spielte. Anlässlich des Ausstiegs in den lebenslustigen und „goldenen“ 1920er Jahren legten zwei Musikerinnen eine flotte Sohle aufs Parkett und warfen die Beine im Charleston-Stil, die Kapelle kam mit Puttin‘ on the Ritz in der Zeit des Jazz an. Mit Auftritt der Schlagerlegende Udo Jürgens, in weißem Bademantel versteht sich, gab die Zeitmaschine dann allerdings ihren Geist auf. Die Kapelle war ja auch in der Gegenwart gelandet, mit deren Melodien sie die Zeit nach der Pause füllte.

„Da geht einem doch das Herz auf“, lobte stellvertretende Landrätin Christine Bender die Musiker und pries die Pflege von Kultur und Brauchtum im Dorf.

Peter Geb, Kreisvorsitzender des Nordbayerischen Musikbundes, lobte das Engagement aller, ohne das 275 Jahre Dorfmusik nicht möglich gewesen wäre. Stellvertretender Bürgermeister Thomas Pfister erinnerte daran, dass die Kapelle nicht nur mit ihrer Musik erfreut, sie ermöglichte mit ihrer Spende auch die Wiederaufstellung eines Sühnekreuzes (wir berichteten).

Nach der Pause schlug die Stunde der Solisten, die Kerstin Heusinger und Daniela Walter mit ihren Piccoloflöten eröffneten. Sophie May bewies ihr Können am Saxophon, Alfons Liebenstein an der Trompete und Julian Glückert an der Tuba, bevor ein völlig außer Rand und Band geratener Schlagzeuger zeigte, was in seinem Instrument steckt. Während der Dirigent sich ausruhte, mutmaßen Musiker und Publikum wie viele Trommelschläge sie wohl gerade hörten. „1740 plus 275, es werden doch nicht 2015 gewesen sein?“

Die rund 350 Gäste waren begeistert und entließen die Kapelle nicht ohne drei Zugaben.

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