Gochsheim

Von Gochsheim nach Peru: Gemeinsam sind wir stark

Stolz trägt Josy das Klassenschild. Die Erstklässler ließen sich von der Begeisterung ihrer Mitschüler anstecken und liefen beim Limalauf viele Runden tapfer mit. Foto: Ursula Lux

Josy ist ganz schön kaputt, jetzt hat sie richtig Hunger. Die Erstklässlerin ist beim Limalauf der Grundschule fünf Runden gelaufen. Jede Runde hatte eineinhalb Kilometer. Rektorin Andrea Maier ist begeistert. Sie ist "total stolz" auf ihre Schüler, die sich "so viel Mühe gegeben haben". Chiara aus der vierten Klasse ist sogar zehn Runden gelaufen und gönnt sich jetzt "eine extra Portion Schokolade". Der Viertklässler Linus legt sich zuhause "erst mal auf die Couch."

Die Schüler haben sich vor allem deshalb so angestrengt, weil sie wussten, wofür sie sich engagieren. Seit Dezember 2010 hat die Schule nämlich ein Patenkind aus Peru. Sie unterstützt Isaac, der damals noch in den Kindergarten ging und heute die "Johannes-Gutenberg-Schule" des Kinderwerks Lima besucht.

Im Juli hatte die Grundschule Besuch aus Lima, zwei Lehrerinnen und zwei Schüler erzählten den Kindern von ihrem Leben und ihrer Welt, zeigten ihre Tänze und luden zum Mittanzen ein. Ein bewegendes Ereignis für die Schüler, so Maier.

In Lima, der Hauptstadt Perus, leben rund neun Millionen Menschen, ungefähr ein Drittel davon unterhalb des Existenzminimums. Ihre Behausungen bestehen aus Schilfmatten, Pappe, Blech, Holz, die Familien leben auf engstem Raum zusammen und das oft ohne fließendes Wasser und Toiletten. Kinder und Jugendliche wachsen in einer Umgebung auf, die von Gewalt, Korruption, Alkoholismus und Drogenmissbrauch geprägt ist. Die Kinderhilfe hat einen Kindergarten mit derzeit 500 Kindern und zwei Schulen, für 1600 Schülern gebaut. In den oberen Klassen wird sogar parallel zum Unterricht eine Berufsausbildung in den Fachbereichen Metall-Mechanik, Elektrotechnik, Industriekonfektion und Buchhaltung angeboten.

Die deutschen Schüler ließen sich ein bisschen mitnehmen in Isaacs Welt, erzählt die Rektorin. Das motiviere natürlich. Vor allem könnten die Kinder bei so einem Sponsorenlauf, "aus eigener Kraft etwas tun um Isaac und seinen Freunden zu helfen", erklärt sie. Dazu komme, dass Isaac regelmäßig Briefe schreibt und aus seinem Leben erzählt, was ebenfalls verbinde. Religionspädagogin Silvia Knauer wird im kommenden Jahr nach Lima fliegen. "Es ist uns wichtig zu wissen, dass das Geld auch wirklich bei den Kindern ankommt", betont Maier.

Ihr Motto lautet: "Gemeinsam sind wir stark." Und dieses Motto gilt für die ganze Schulfamilie. Der Elternbeirat hat sich während des Limalaufes um die einzelnen Stempel-Stationen gekümmert und die kleinen Läufer mit Obst und Würstchen versorgt. Das sei alles ohne Stress abgelaufen, obwohl viele neu waren im Elternbeirat, berichtet der ebenfalls frisch gewählte Vorsitzende Jan Baier.

Isaac das Patenkind der Grundschüler schreibt regelmäßig wie es ihm in Lima geht. Solche Briefe vertiefen die Beziehung ... Foto: Ursula Lux

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