EUERBACH

Von Sommerblüher bis Steinwüste

Problemzone Dorfteich: Verbesserungswürdig empfanden die Teilnehmer eines Workshops zum Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ unter anderem den Dorfteich in Euerbach, dessen Zu- und Ablauf nicht recht funktioniert und bei dem die Bepflanzung rund um das Wasser überdacht werden soll. Foto: Silvia Eidel

In der Vorbereitungsphase zum Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – unser Dorf soll schöner werden“ in 2013 steckt derzeit der Gemeindeteil Euerbach. Bei einem Workshop machten sich knapp 30 Bürger intensiv Gedanken über die Stärken und Schwächen des Ortes und über Ideen und Aktionen, um das Dorf attraktiver werden zu lassen.

In verschiedenen Gruppen widmeten sich die Workshop-Teilnehmer im evangelischen Gemeindesaal zunächst der Bestandsaufnahme. Moderator Johannes Krüger, hauptberuflich Mitarbeiter beim Amt für Ländliche Entwicklung Würzburg und ehrenamtlich im Dorf engagiert, erläuterte die fünf Bereiche Baugestaltung und -entwicklung, Grüngestaltung und -entwicklung, soziale und kulturelle Aktivitäten, das Dorf in der Landschaft, Entwicklungskonzept und wirtschaftliche Initiativen.

Unter diesen Aspekten analysierten die Teilnehmer optische und inhaltliche Pluspunkte und Defizite im Dorf. Zum einen ging es um Bauten, Plätze und Straßen, positive und negative Beispiele wurden vorgestellt. Öffentliche Gebäude, etwa das Alte Rathaus und sein Umfeld oder das Kriegerdenkmal wurden erörtert, aber auch auffällige private Immobilien registriert.

Seniorenpolitisches Konzept

Bei der Grüngestaltung nannten die Teilnehmer den Trend zu vermeintlich pflegeleichten „steinernen“ und gepflasterten Vorgärten, die die fränkische Gartentradition verdrängen. Auch natürliche Materialien würden zunehmend verschwinden.

Im Fokus standen zudem der Teich beim Feuerwehrhaus, der Platz davor, der Bereich am Bibra-Brunnen, der Ortseingang von Schweinfurt kommend, der Platz vor der Raiffeisenbank, ein funktionierender Pumpbrunnen am Weihersbrunnen oder die Vereinshäuschen am Würzburger Weg.

Konkrete Ideen, etwa die Verschönerung des Kriegerdenkmals, das Wiederaufstellen eines Dorfbrunnens an der Gastwirtschaft, Verbesserungen im Friedhof oder die Aufwertung des Teiches benötigen, mindestens bei der Voruntersuchung, professionelle Hilfe, hielten die Teilnehmer fest.

Im sozialen und kulturellen Bereich wurde ein seniorenpolitisches Gemeindekonzept angeregt, in dem die verschiedenen Wohnformen im Alter ihren Platz hätten, eine Möglichkeit zum Tagesaufenthalt mit Mittagessen im Dorf sei sinnvoll oder die Sicherung der ärztlichen Versorgung sowie der Infrastruktur wurde angemahnt. Eine neue Sozialstation, die in diesen Tagen in Euerbach eröffnet, könnte hier hilfreich sein.

Die Teilnehmer hielten fest, dass eine künftige Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs sowie mit Dienstleistungen vor allem dadurch gewährleistet werde, dass die existenten Betriebe – Bäcker, Metzger, Geschäfte – bereits heute konsequent besucht würden.

Einiges könne auch mit wenigen Mitteln erreicht werden, so Toni Keidel, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins und Initiator des Dorf-Wettbewerbs. So könnten etwa am Ortseingang die Frühjahrsblüher mit Sommer- und Herbstpflanzen ergänzt werden. Der Bereich an der Euer im Dorfbereich könnte aufgewertet werden, ein Zugang zum Wasser sei machbar. Die Kinder-Kunst im Skulpturenweg soll bei Bedarf saniert werden, neue Kunstwerke könnten als Hingucker im Ort aufgestellt werden, bot Angelika Weigand Hilfe an.

Bürgermeister Arthur Arnold erläuterte, dass in diesem Jahr das Areal rund um das alte Rathaus – Scheune, Hof und Nebenhaus – angegangen werde. Bei letzteren ist zunächst nur eine Bestandssicherung, sprich ein neues Dach, vorgesehen. Die Scheune soll als Gebäude vor allem zur Unterbringung von historischen örtlichen Gerätschaften genutzt werden. Maximal 100 000 Euro an Zuschussmittel können nur noch heuer abgerufen werden.

Nächstes Treffen am 11. Mai

Dass der Dorf-Wettbewerb mehr ist als rein optische Verschönerung, verdeutlichte Toni Keidel. Es seien bereits viele Initiativen und viele Aktive vorhanden, viele Vereine und Organisationen kümmern sich bereits um die verschiedensten Belange. Über geplante Aktionen könnte die Dorfgemeinschaft gefördert werden, das Miteinander neu erlebt werden, forderte er zum Mitmachen auf.

Keidel will bis zum nächsten Treffen, für alle Interessierten am 11. Mai, einen „Ausschuss der Kümmerer“ gebildet haben, der konkrete Aktionen planen kann.

Schlagworte

  • Arthur Arnold
  • Evangelische Kirche
  • Kriegsdenkmale
  • Straße der Skulpturen
  • Workshops
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!