SCHWEINFURT

Von der Erkundung der Wolken

Lea Singer liest aus ihrem Roman „Anatomie der Wolken“.
Lea Singer liest aus ihrem Roman „Anatomie der Wolken“. Foto: Meinen

Das Museum Georg Schäfer setzt seine Veranstaltungsreihe „Literatur!“ mit der Münchner Schriftstellerin Lea Singer und ihrem Roman „Anatomie der Wolken“ fort, den die Autorin am Sonntag, 3. April, um 11.30 Uhr vorstellt.

Johann Wolfgang von Goethe und Caspar David Friedrich trafen sich im Jahre 1810. Das ist historisch belegt. Es stoßen zwei Künstler und Temperamente aufeinander, die kaum unterschiedlicher sein können. Da ist Goethe, das alternde, von sich überzeugte Universalgenie, stolz auf seine großbürgerliche Herkunft, ein Meister der Sprache, auf dem Gipfel seines Ruhmes.

Dagegen steht der junge schüchterne Romantiker Friedrich, der Seifensiedersprössling aus Greifswald ohne Manieren, ein Maler, der die Natur mit neuen Augen sieht, dem die Konventionen seiner Zeit herzlich gleichgültig sind. Doch zwei Dinge haben die beiden Genies gemeinsam: Sie sind fasziniert von der Erkundung der Wolken – der eine als Wissenschaftler, der andere als Gottsuchender.

Und beide interessieren sich für die junge Malerin Louise Seidler, die ein Treffen zwischen den beiden Konkurrenten arrangiert. „Selbst belesene Kenner werden überrascht sein, wie unterhaltsam und klug Lea Singer die verschiedenen Akzente der klassischen und romantischen Ästhetik vor Augen führen kann“, heißt es in der Ankündigung.

Lea Singer heißt eigentlich Eva Gesine Baur. Die Münchner Autorin und Publizistin promovierte in Kunstgeschichte, Musik- und Literaturwissenschaft. Die Sachbücher veröffentlicht sie unter ihrem richtigen Namen, die Romane schreibt sie unter dem Pseudonym Lea Singer, das aber kein wirkliches Pseudonym mehr ist. In ihren Romanen geht es häufig um Musik, zum Beispiel „Konzert für die linke Hand“, „Mandelkern“ oder „Verdis letzte Versuchung“. Historische Fakten, die sie um die Emotionen ihrer Protagonisten erweitert, sind Eva Gesine Baur alias Lea Singer sehr wichtig: „Die Poesie des Faktischen packt mich immer wieder. Wozu soll ich etwas erfinden, wenn die Wahrheit so ungeheuer spannend ist?“

Johanna Bonengel wird die Lesung moderieren. Vor der Lesung – um 10.30 Uhr – bietet das Museum Georg Schäfer eine Führung durch die Ständige Sammlung zum Thema „Wolkenbilder“ an. Dazu gehören natürlich viele Gemälde von Caspar David Friedrich.

Karten im Vorverkauf zum Preis von 8 Euro (ermäßigt 6 Euro) an der Museumskasse – an der Tageskasse 10 Euro und 8 Euro. Führung durch die Ständige Sammlung zum Preis von 2,50 Euro zuzüglich Museumseintritt.

Rückblick

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