Üchtelhausen

Von der Rinderhaut bis zu den Plätzchen

Wie jedes Jahr ist das Üchtelhäuser "Kreativ Hand-Werk" im Pfarrheim gut besucht. Foto: Ursula Lux

Vom Geheimtipp über viel Mund zu Mund Propaganda hat sich das "Üchtelhäuser Kreativ Hand-Werk" zu einem Besuchermagneten entwickelt. 1990 öffnete das Pfarrheim erstmals seine Türen für diesem Kunsthandwerkermarkt, erinnert sich Katharina Weissenberger. Sie mit ihrer Keramik und Hilmar Leumer mit seinen Holz und Drechselarbeiten waren damals schon dabei. Weissenberger erzählt, vieles sei von Anfang an beibehalten worden. So beispielsweise die "Standgebühr", die aus zwei Kuchen besteht.

Der Erlös aus dem Verkauf von Kaffee und Kuchen geht alljährlich an eine gemeinnützige Einrichtung in der eigenen Gemeinde. Es war auch schon immer so, dass die Veranstaltung Samstag und Sonntag geöffnet hatte. Auch Leumer meint: "Viel hat sich nicht geändert, nur die Besucherzahl ist ständig gestiegen."  Und weil das "immer die gleichen Leut" seien, müsse man sich halt auch jedes Jahr etwas Neues einfallen lassen. Aber er mache das gerne betont er, wenn man das rohe Holz sehe und dann, was draus entsteht, das mache einfach Freude.

Inzwischen habe es sich so eingependelt, dass zu den acht festen Ausstellern aus Üchtelhausen immer noch vier jährlich wechselnde Gastaussteller mit dazu kämen, erklärt Weissenberger.

Jo Cimander ist heuer das erste Mal beim Üchtelhäuser Kunsthandwerkermarkt. Er lässt sich bei der Verzierung eines Gürtels über die Schulter schauen. Foto: Ursula Lux

Kaum öffnet das Pfarrheim die Tür, kommen auch schon die ersten Besucher, eine Dame geht zielstrebig auf die Tüten mit den selbstgebackenen Plätzchen zu und nimmt gleich 30 Stück davon mit. Andere Gäste schauen sich gemütlich um. Bernd und Renate Meier kommen auch schon so lange es den Markt gibt. Es sei halt hier alles Handarbeit, freut sich die Frau, und ihr Mann betont, sie kämen "weil es hier keinen Kitsch gibt."

Drei Damen aus Schweinfurt schauen sich ebenfalls um, auch sie kommen schon seit Jahren. Es sei "so heimelig" hier, meint die eine und die andere staunt: "Was sich die Leut‘ für eine Müh machen." Das "individuelle und kreative Angebot" locke sie alljährlich, erklären sie.

Einer, der heuer das erste Mal dabei ist, ist Jo Cimander und er lässt sich bei der Herstellung seiner Lederarbeiten über die Schulter schauen. Erst vor drei Jahren hat er dieses Hobby entdeckt, das er den langen Wartezeiten in seinem Beruf verdankt. Sein Leder kommt aus Texas. Er lässt sich ganze Häute von Langhorn-Rindern schicken, die dann geschnitten, behandelt und zu Gürteln oder Taschen verarbeitet werden. Beigebracht hat er sich das, wie die meisten anderen Kunsthandwerker auch, selbst.

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