Schweinfurt

Von der Schwäbischen Alb geprägte Kunst

Landschaften prägen die Arbeit von Helmut Anton Zirkelbach. Hier die Serie "Allerleigrau". Foto: Josef Lamber

Der Kunstverein hat sich für das neue Jahr sehr viel vorgenommen. Im Kalender stehen vier große Projekte, auch von überregionaler Bedeutung und so war es folgerichtig, sehr früh zu starten.

Das geschah am Donnerstag mit der Ausstellung "Vertiefungen" Helmut Anton Zirkelbachs im Salong der Kunsthalle. Sie zeigt bereits, mit welch hohen Anspruch der Verein seine Arbeit fortsetzt.

Aber nicht allein das war das Besondere. Zirkelbach zählt zu den renommiertesten zeitgenössischen Radierern, und er hat mit seinen Arbeiten den langgestreckten Salong spannend gestaltet. Und: Seine Ausstellung ist Gabriele Rehberger zu verdanken, die seit vielen Jahren die Kurse Zirkelbachs im Kloster Bronnbach und der Fabrik am (Boden-)See besucht und nun zusammen mit ihrem Mann Klaus als Kuratorenteam auftritt. Die beiden haben dies in hervorragender Weise gemeistert, dafür dankte ihnen der Vorsitzende des Kunstvereins, Ralf Hofmann, ganz ausdrücklich. Dass die Ausstellung dem Ehepaar nicht nur viel Arbeit, sondern auch Freude gemacht hat, faste Klaus Rehberger in dem Satz zusammen "Die nächste Ausstellung kann kommen." In diesem Zusammenhang dankte er dem Ehrenvorsitzenden des Vereins, Jochen Haas und dessen Frau Gabriele, die sie bei der Vorbereitung der Ausstellung an die Hand genommen haben.

Von der Abbildung zur Abstraktion

Der 56-jährige Helmut Anton Zirkelbach, kurz "Helm" genannt, zeigt einen Querschnitt seiner Arbeiten aus den letzten beiden Jahren, Radierungen und Bildobjekte auf Holz, die abwechselnd gehängt, miteinander korrespondieren. Ausgangspunkt für sein Schaffen ist meist die Landschaft, die Schwäbische Alb, auf der er lebt. Dort war er zunächst abbildend unterwegs, hat aber schon bald zur Abstraktion gefunden. Nach wie vor taucht die Landschaft sehr konkret auf, wenn Stürme und heftige Regen toben. Wenn er die Form immer mehr auflöst, nur noch Linien oder Gitter erscheinen, dann spürt er, wie er im Gespräch mit seinem Freund und Gönner Henner Grube sagt, inneren Vorgängen, Stimmungen nach.

Auch die Flex kommt zum Einsatz

Wesensverwandt mit den Radierungen sind die Bildobjekte Zirkelbachs, nehmen sie doch die Form des Tiefdrucks auf. Aus dicken Holzplatten arbeitet er mit der Flex oder einem scharfen Werkzeug dreidimensionale Strukturen heraus, schwärzt diese mit Grafit und verleiht ihnen mit der Bürste eine besondere Ausstrahlung. Dazu stellt oder integriert Zirkelbach seine Malerei, die allein aus der Farbe heraus wirkt: Zinnoberrot, Ultramarinblau, einmal auch Grün. Blickfang der Ausstellung ist das Großformat "5day-vacation" an der Stirnwand des Salongs. Ein Bild in Streifen, in dem abstrahierte Körperformen neben Farbflächen stehen.

Zehn Jahre Kunsthalle  

Das ist also der Start ins neue Jahr. Schon im April gibt es ein ehrgeiziges Projekt zu Goethes Faust "Habe nun, Ach" zusammen mit der Schweinfurter Autorengruppe (SAG) und der Schweinfurter Radierwerkstatt. Im Juli feiert die Kunsthalle ihr zehnjähriges Bestehen, wobei der Kunstverein ein Museumsfest ausrichtet. Gleichzeitig wird der Kulturaustausch "China-Franken" mit einem Festakt hier offiziell eröffnet. Im Herbst schließlich stellt der Schweinfurter Künstler Julius Bobke zusammen mit seiner Studienkollegin Zohar Fraiman aus. Diese Ausstellung mit dem Titel "Magna Rota" wird auch in Tel Aviv gezeigt.

Helmut Anton Zirkelbach vor dem Großformat "5day-vacation", das an der Stirnseite des Salongs Blickfang für den Besuche... Foto: Josef Lamber

Ein beeindruckendes Programm, wie Oberbürgermeister Sebastian Remelé in einem Grußwort befand. Dabei gab er auch bekannt, dass sich der städtische Slogan "Kunst und Industrie" im geplanten Kulturforum in besonderem Maße niederschlagen soll.

Die Ausstellung "Vertiefungen" ist bis zum 10. März zu sehen. Am 10. Februar gibt es eine Matinee bei der Zirkelbach im Gespräch mit Johanna Bonengel seine Arbeiten vorstellt und auch Radierungen drucken wird.

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