GEROLZHOFEN

Von der Sexualität des Mannes bis zum Stress

Beim Ärztesymposium anlässlich der Verabschiedung von Dr. Manfred Klein (Zweiter von links) hielten (von links) der Urologe Dr. Tilman Klein, der Onkologe Professor Martin Wilhelm und Thomas Stadler, der Leiter der Abteilung Rettungsdienst beim Bayerischen Roten Kreuz, spannende Vorträge.
Beim Ärztesymposium anlässlich der Verabschiedung von Dr. Manfred Klein (Zweiter von links) hielten (von links) der Urologe Dr. Tilman Klein, der Onkologe Professor Martin Wilhelm und Thomas Stadler, der Leiter der Abteilung Rettungsdienst beim Bayerischen Roten Kreuz, spannende Vorträge. Foto: Norbert Finster

Von der Sexualität des Mannes über die Zukunft des ländlichen Raums und den Paradigmenwechsel in der Onkologie bis hin zu Stress und Erschöpfung spannte sich der Bogen der Themen im Steigerwaldzentrum anlässlich der Verabschiedung von Chefarzt Dr. Manfred Klein.

Der Urologe am Klinikum Nürnberg, Dr. Tilman Klein, ein Sohn des Chefarztes, sprach über die Region des Y-Chromosoms, die neben anderen Faktoren bestimmend ist für die Sexualität des Mannes.

Was die Störungen auslöst

Wie sonst überall im menschlichen Organismus kann es auch im Sexualbereich Störungen geben, wie etwa die erektile Dysfunktion, also eine Erektions- oder Potenzstörung. Sie kann psychogene Ursachen haben wie Stress, Ängste, eine neue Partnerschaft, traumatische Erlebnisse, ein vermindertes Selbstbewusstsein oder Persönlichkeits- und Partnerschaftskonflikte. Aber auch organische Ursachen wie ein Schlaganfall, Unregelmäßigkeiten bei den Blutgefäßen oder im Netzwerk der Drüsen sowie Probleme nach einer Operation oder verursacht durch Medikamente sind Auslöser von Dysfunktionen.

Von Beratung bis Implantat

Tilman Klein setzte dagegen eine ganze Reihe von Therapiemöglichkeiten wie psychosexuelle Beratung oder Änderung des Lebensstils bis zur medikamentösen Behandlung oder ein Vakuumpumpensystem und Penisimplantate. Störungen und Behandlungsmöglichkeiten bei der Ejakulation waren ein weiteres Thema in Kleins Vortrag.

Aus München gekommen war Thomas Stadler, Leiter der Abteilung Rettungsdienst an der Landesgeschäftsstelle des Bayerischen Roten Kreuzes, um über die Zukunft des Notarztsystems zu sprechen. Seit 2007 habe es 26 Prozent mehr Notfälle gegeben, zu denen ein Notarzt gerufen wurde. 2016 waren es in Bayern 428 000 Einsätze.

1363 Notfälle im Raum Gerolzhofen

Im Bereich der Rettungswache Gerolzhofen hat es zwischen dem 1. Juli 2016 und dem 30. Juni 2017 1363 Notfallereignisse gegeben, 636 davon mit Notarztbeteiligung (46,7 Prozent). Mit diesem Prozentsatz liegt Gerolzhofen etwa im Mittel unter den 14 Rettungswachen im Rettungsdienstbereich Schweinfurt.

Kommt der Tele-Notarzt?

Die Gründe für die Ausdünnung des Notarztsystems auf dem Land sind vielfältig und reichen hin bis zur schlechten Bezahlung. Als mögliches Instrument zum Gegensteuern nannte Stadler den Tele-Notarzt, das heißt einen Arzt, der aus der Ferne Kooperationspartner für Integrierte Leitstelle und Rettungsdienste ist. Für diesen Tele-Notarzt gibt es in Bayern eine Initiative, die vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr und der Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern ausging. Dazu wird bereits ein Pilotprojekt durchgeführt. Neue Technologien aus der Digitalisierung sollen also helfen. Bei alledem müsse der Mensch aber im Mittelpunkt bleiben.

Krebs ist nach wie vor die zweithäufigste Todesursache. Rund eine halbe Million Neuerkrankungen gibt es im Jahr in Deutschland, berichtete Professor Martin Wilhelm, Direktor der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Nürnberg.

Der Paradigmenwechsel in der Krebsbehandlung besteht in einer stärkeren Hinwendung zur auslösenden Ursache eines Krebses, die oft aus einem genetischen Defekt besteht. Der Fehler ist das Relevante; entsprechend müsse es zu einer ursächlichen Therapie kommen, meinte Professor Wilhelm.

„Stress trifft Erschöpfung – Strategien für eine bessere Balance im Alltag“ hieß schließlich das Thema von Dr. Claus Derra, Arzt für Psychiatrie und psychosomatische Medizin, Psychoonkologie, sowie Hypnotherapie. Derra war Ärztlicher Direktor der Klinik Taubertal in Bad Mergentheim.

Eigene Persönlichkeit als Stressverursacher

Ein Risikofaktor für Stress sei die eigene Persönlichkeit. Der Beispiele gibt es viele: eine Überidentifikation mit der beruflichen Tätigkeit, eine unrealistische, überhöhte Erwartungen an sich und andere, Perfektionismus und die Unfähigkeit zu delegieren, ungenügende Abgrenzungsfähigkeit, das Unterdrücken eigener Bedürfnisse, die Scheu, Hilfe anzunehmen sowie geringe Entspannungs-, Genuss- und Regenerationsfähigkeit.

Arbeitsdichte und Zeitdruck

Auch die Arbeitswelt kann ein Risiko darstellen. Arbeitsdichte, Zeitdruck, Verringerung von Handlungs-und Entscheidungsspielräumen, Rollenkonflikte, mangelnde positive Rückmeldung, geringe soziale Unterstützung sowie von Angst und Konkurrenz geprägtes Arbeitsklima sind Faktoren. Möglichkeiten zur langfristigen Stressabwehr und -bewältigung sind in den Augen von Derra Entspannung, Zeitmanagement, das Pflegen von Kontakten, eine Änderung der eigenen Einstellung und Zufriedenheitserlebnisse.

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