Schleerieth

Von wegen ranzig! Die Narren zeigten sich jung und frisch

Um den Nachwuchs muss sich die S.R.E keine Sorgen machen. Der schwang nicht nur das Tanzbein, sondern stieg auch schon sehr professionell in die Bütt.
Mit viel Begeisterung eroberten die Kleinsten aus der Purzelgarde als Minions die Bühne. Foto: Ursula Lux

Sie ist ihrem Motto gerecht geworden, die Faschingsgesellschaft Schleerith, Rundelshausen und Eckartshausen (S.R.E,). "Wir sind noch lang nicht alt und ranzig, die SRE feiert auch 2020." Die Narren zeigten sich jung und frisch.

Um den Nachwuchs muss sich die S.R.E keine Sorgen machen, der schwang nicht nur das Tanzbein, sondern stieg auch schon sehr professionell in die Bütt. "Wir sind hier, wir sind stark, wir demonstrieren für jeden Quark", mit diesem Schlachtruf zogen die 14-jährige Ronja Schmittfull und die 15-jährige Luana Ziegler in den Saal und präsentierten ihre Forderungen. Wenn sich 65 Gardemädchen in einem Klassenzimmer für 18 Schüler umziehen müssen, dann sei das nicht artgerecht, sondern Käfighaltung, bemängelten sie. "Jugend an die Macht" und eine "Taschengeld-Flatrate" forderten die beiden lautstark und selbstbewusst.

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S.R.E.-Sitzung

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Nachwuchs gab es bei den Garden. Während die Prinzen- und die Jugendgarde schon Erfahrung auf der Bühne haben, kam nach dem Baby des vergangenen Jahres, der Purzelgarde, heuer ein zweiter Neuzugang. Zum ersten Mal trat die Grüne Garde auf und bewies gleich, dass sie es kann. Gleich ihren ersten Auftritt garnierten sie mit einer Hebefigur. Prinzen und Juniorgarde setzten noch eins drauf und tanzten gemeinsam. Die über 30 Tänzerinnen ließen bei ihren  Showtanz "Army" die Bühne erbeben.

Nicht ganz so gewaltig aber ebenso anschaulich ging es zu, als die Kleinen der Purzelgarde als Minions die Beine schwangen. Beeindruckend tänzerisch und akrobatisch nahmen die beiden Tanzmariechen Lea Blatterspiel und Ida Klein die Bühne in Beschlag. Die Showgirls setzten "walkend" den furiosen Schlusspunkt.

Humorvolle Bütt, ohne Akkordeon, aber dennoch mit viel Musik

Gewohnt humorvoll ließen die "Neugscheida" die Ereignisse in der Marktgemeinde redend und singen Revue passieren. Heuer verletzungsbedingt ohne Akkordeon, aber dennoch mit viel Musik. In diesem Jahr konnten sie auch das Ende des "Dramas Rathaus" besingen und natürlich die zahlreichen Kandidaten, die zur Zeit die Region bevölkern, auf die Schippe nehmen. Ob Landrat, Bürgermeister, Kreistag oder Gemeinderat, das Wort Kandidat komme von Kandis, "weil dena Zucker nein Arsch geblasen wird". "Die drei Kandidaten von Werneck, kee Frau dabei" kamen auch nicht ungeschoren davon.

Olli und Miriam sorgten mit ihrer Ost-West-Ehe auf Kreuzfahrt für Heiterkeit beim Publikum. Foto: Ursula Lux

Dass man aber auch völlig ohne Worte seinem Publikum Lachtränen in die Augen treiben kann, bewiesen sieben Narren mit ihrem Kinobesuch. Eine Geschichte erzählen "geht auch ohne Gequassel", stellte Thilo Hetterich fest, der sich mit Michael Kappes den Job des Sitzungspräsidenten teilte.

Tobias Reuß heizte die Stimmung als Müllmann an. "Früher gab's Weihnachten noch ein Bier, heute ein Smoothie. "Da würd ich net amal mei Füß neihänga." Beim Blick in die Biotonne seiner Mitbürger kam so manch witzige Lebensweisheit zu Tage.

Faschingsprofis sorgten für Heiterkeit

Mit Wortspielereien erfreuten "Bauchredner Franz Branntwein" und seine beiden "Puppen" ihr Publikum. Die Streitereien zwischen den beiden Brüdern Erwin und Carl Friedrich Göbel, den "Puppen", waren einfach herrlich. Die drei Faschingsprofis Heidi Klein, Julia Reichert und Christine Schmittfull traten als Putzfrauen im Rathaus auf. Was sie da so alles entdeckten, war herzerfrischend aufschlussreich. Natürlich spielte die bevorstehende Wahl eine Rolle: "Früher war die B 19 wie a Mauer, nicht zu überqueren, und jetzt soll mer an Schnackenwerther wählen?"

Dass eine "Sachsenperle" aufgrund ihres Dialekts die Besucher zu Lachen bringen kann, bewiesen Miriam Rottmann und Klaus Fey, die sich auf Kreuzfahrt begaben. Die Auseinandersetzungen in dieser Ost-West-Ehe, einschließlich der Erinnerungen an den Mauerfall "und da standest du mit deiner Banane", waren urkomisch.

Klaus Schmittfull stieg als Ritter Kunibert von Hengstenberg in die Bütt und begeisterte. Die Federn auf seinem Ritterhelm hatte er nach den Bürgermeisterkandidaten gewählt, "schwarz, grün und farblos".  Die "alten Fräli" des Männerballetts zeigten schließlich, dass man auch mit Rollator noch ganz schon beweglich sein kann.

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