Gerolzhofen

Wald vor Trockenheit und Hitze schützen

Große Schutzgebiete sind für den klimabedingten Umbau des Waldes hinderlich, meint der Verein "Unser Steigerwald". Zudem sei die Liste für ein Weltnaturerbe geschlossen.

Mit "großer Verwunderung" nahm die Vorstandschaft des Vereins „Unser Steigerwald“ die sogenannte„konzertierte“ Aktion des Bund Naturschutz (BN) und einiger weiterer Umweltverbände zur Kenntnis. Das schreibt der Verein, vertreten durch Oskar Ebert, in einer Stellungnahme zum Artikel "Helfen die Bienen dem Hohen Buchenen Wald?"

In einem offenen Brief wandten sich die Umweltschutzverbände an verschiedene Mitglieder des Bayerischen Landtags, um wieder einmal die Forderung nach einem Welterbe-Titel zu stellen, der als Voraussetzung die Ausweisung eines Großschutzgebietes schon bei der Antragstellung hätte. "Dabei sollten die Umweltverbände eigentlich wissen, dass ein Antrag auf ein Weltnaturerbe in Deutschland auf lange Sicht nicht mehr möglich ist, da die Aufnahmeliste seit längerer Zeit geschlossen ist", schreibt der Verein "Unser Steigerwald".

Der Verein, der sich gegen einen Nationalpark oder ein Großschutzgebiet im Steigerwald ausspricht, weiter: Die Verfasser der Mitteilung würden sich nicht scheuen, mit falschen Behauptungen die Sachlage völlig zu verdrehen. "Unser Steigerwald" erinnert daran, dass im Jahr 2014 der damaligen Bamberger Landrat Günter Denzler "willkürlich und widerrechtlich" das Gebiet „Hohe Buchene Wald“ in einer Größe von 775 Hektar als Schutzgebiet ausgewiesen hatte. Das Vorgehen Denzlers sei von Kritikern sogar als Rechtsbeugung bezeichnet worden. Völlig zu Recht wurde aus Sicht des Vereins "Unser Steigerwald" das angebliche Schutzgebiet von der Regierung von Oberfranken wieder aufgehoben.

Dagegen klagten der Bund Naturschutz und der Landesbund für Vogelschutz beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof und beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Vor beiden Instanzen sei die Klage abgewiesen worden, da sich das Gebiet in keinerlei Weise von den angrenzenden Wäldern unterscheide und deshalb nicht die Voraussetzungen für einen geschützten Landschaftsbestandteil erfüllt. Denzlers Vorgehen wurde als rechtswidrig bezeichnet. Wenn jetzt in diesem „offenen Brief“ behauptet werde, dass Denzlers „Schutzverordnung von höchster richterlicher Seite für rechtmäßig“ erklärt worden sei, dann sei dies eine schlichtweg falsche und dreiste Behauptung. Es sei "eine beabsichtigte Verdrehung der Tatsachen".

Dass mit Ralf Straußberger ein Waldreferent des Bund Naturschutz in Bayern dabei mitspiele, werfe wieder einmal ein beschämendes Licht auf den BN und seine angegliederten Verbände. Es gehe in keiner Weise um sachliche Diskussion, sondern nur um billige Propaganda, die von den Menschen im Steigerwald aber durchschaut werde, heißt es weiter bei "Unser Steigerwald".

Natürlich begrüße auch der Verein „Unser Steigerwald“ die Erklärungen von Ministerpräsident Markus Söder über die künftige Umgestaltung der Bayerischen Wälder. Angesichts der Klimaerwärmung und zunehmender Trockenperioden, sei es dringend erforderlich, durch zielgerichtete Maßnahmen den Wald zu unterstützen. Wer heute mit offenen Augen durch die heimischen Wälder gehe, sehe dramatische Signale der Klimaveränderung. Der Wald müsse deswegen dringend umgebaut werden. Dabei müssten auch nach Ansicht von "Unser Steigerwald" Baumarten eingebracht werden, die höhere Wärme und Trockenphasen verkraften. Die bisherigen heimischen Baumarten könnten nur bedingt dem Klimawandel standhalten. Das gelte in besonderem Maße für die Buche, die aktuell besonders stark von Absterbe-Erscheinungen in der Baumkrone betroffen ist.

Für den Verein ist die Aussage des Ministerpräsidenten, für den Klimaschutz in den Wäldern mehr Geld zur Verfügung zu stellen, ein wichtiges und richtiges Signal. Genauso wichtig und richtig sei seine Aussage, dass Schutzgebiete für einen Umbau eher hinderlich sind. Es sei auch im Steigerwald ein aktiver Waldumbau notwendig, wenn die Wälder für künftige Generationen noch lebenswichtige Funktionen wie den Trinkwasserschutz erfüllen sollen.

Mit dem Trittsteinkonzept des Forstbetriebs Ebrach als integratives Naturschutzkonzept sei im Steigerwald schon seit Jahren der Weg eingeschlagen worden, den Ministerpräsident Söder jetzt offiziell vorgebe. Damit sei die Waldwirtschaft im Steigerwald ist auf dem richtigen Weg, um den Wald zukunftsfähig zu machen. "Diesen Weg müssen wir nun konsequent weiter gehen", so "Unser Steigerwald abschließend.

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