Schweinfurt

Warum in Schweinfurt über zehn Millionen Euro ins Abwasser fließen

Knöpfchen drücken und weg – für den Endverbraucher ist das Thema Abwasser in dem Moment gelöst, bis zur nächsten Beitragsrechnung. Für die Stadt geht es dann erst los.
Einige Investitionen sind für 2020 für das Klärwerk der Schweinfurter Stadtentwässerung geplant. Foto: Anand Anders

Die Kläranlage Schweinfurt hat so einiges, das verbessert werden sollte. Nicht nur, dass das Klärwerk - man höre und staune - nur einen Stromanschluss hat, was haarig werden könnte, wenn dieser ausfällt. Innerhalb von wenigen Stunden oder Tagen wären die Bakterien, die das Abwasser reinigen, tot. Dann müsste, so Umweltreferent Jan von Lackum, die Kläranlage neu aufgebaut werden. Dabei ist die Sache mit dem Stromanschluss nur eine der kleinen Investitionen in die Stadtentwässerung der Stadt Schweinfurt. Ins Kanalnetz, neue Hausanschlüsse, die Klärschlammentwässerung will man ebenso investieren wie in einen Neubau des Labors, der noch 2020 beginnen soll. Insgesamt, so von Lackum, will man 2020 rund 8,8 Millionen Euro in Abwasser und Kanal investieren. Mindestens. 

Denn einen großen Unsicherheitsfaktor gibt es: die beiden Faultürme. Ist es nicht möglich, sie zu sanieren, werden die Kosten noch höher. Ein neuer Faulturm würde rund 7,5 Millionen Euro kosten, so von Lackum. Zwei sind nötig. Die Trocknungsanlage für Klärschlamm wird sich die Stadtentwässerung, ein Eigenbetrieb der Stadt, 4,5 Millionen Euro kosten lassen. Eine Investition, die sich rentiert, so der Umweltreferent. Die Klärschlammentsorgung werde immer teurer; sei von 85 Euro auf aktuell 120 Euro pro Tonne gestiegen.

Was die Maxbrücke mit Kanalisation zu tun hat

Untersuchen müssen wird man auch, ob bei einem Neubau der Maxbrücke die unter der alten Brücke laufenden Kanalleitungen wieder ihren Platz finden. Die Alternative wäre ein zweiter Durchschuss durch den Main, mit "exorbitanten Kosten".

Dem Wirtschaftsplan der Stadtentwässerung für 2020 stimmte der Haupt- und Finanzausschuss zu – und damit auch einer Kreditaufnahme von 2,5 Millionen Euro. Denn aus den vorhandenen Mitteln könnte die Stadtentwässerung die anstehenden Investitionen nicht schultern. Mit diesen neuen Krediten steigt der Schuldenstand des städtischen Eigenbetriebs auf rund 18,6 Millionen Euro. Für die Darlehenstilgung müssen 2020 rund 1,3 Millionen Euro aufgewendet werden. Aus dem laufenden Betrieb erwartet die Stadtentwässerung für das nächste Jahr einen Gewinn von 135 500 Euro.

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