SCHWEINFURT

Was Lehrer tun dürfen, wenn Schüler Diabetes haben

Chronische Krankheiten machen vor Klassenzimmern nicht Halt. Auch Kinder leiden zum Beispiel an Diabetes. Chronisch kranke Kinder müssen auch während der Unterrichtszeit Medikamente einnehmen oder den Blutzucker messen. Weil das Grundschulkinder oft noch nicht alleine können, brauchen sie Unterstützung durch Lehrer.

Während jedoch Erzieher in Kitas in Bezug auf die Medikamentengabe längst rechtlich abgesichert gewesen seien, sah das bei Lehrern an Grundschulen bisher anders aus. Das teilt die Schweinfurter Landtagsabgeordnete Kathi Petersen in einer Mitteilung an die Presse mit. Was sie bei der Verabreichung von Medikamenten machen dürfen ohne rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen, war bisher nicht geklärt.

Lehrkräfte müssen sich freiwillig melden

Auf eine Initiative von Kathi Petersen hat die Staatsregierung nun genaue Regelungen vorgelegt. „Es ist untragbar, wenn Lehrerinnen und Lehrer sich um chronisch kranke Kinder kümmern wollen und müssen, aber nicht wissen, wie sie helfen dürfen. Das musste sich unbedingt ändern“, sagt Petersen, die Mitglied im Bildungsausschuss des Landtags ist.

Die Handlungsempfehlungen, die bereits zum Schuljahresanfang an Schulen und Schulaufsichtsbehörden verschickt wurden, sehen demnach unter anderem vor, dass Lehrkräfte, die sich freiwillig dazu bereit erklären, nach einer Unterweisung Hilfsmaßnahmen vornehmen dürfen. Zu diesen Hilfsmaßnahmen, für die keine medizinische Ausbildung nötig ist, zählen zum Beispiel das Richten, also das zur Einnahme Vorbereiten von Medikamenten, das Messen des Blutzuckers oder auch Insulininjektionen bei Diabetes-Patienten.

Schriftliche Übereinkunft zwischen Eltern und Schülern

Nach wie vor dürfen medizinische Maßnahmen wie das Einführen von Kathetern, das Absaugen von Schleim bei Mukoviszidose-Patienten oder das Setzen von intramuskulären Spritzen nur von medizinischem Fach- oder Pflegepersonal übernommen werden.

Für Rechtssicherheit sorgen schriftliche Übereinkünfte zwischen Eltern und Schulen. Petersen begrüßt die neuen klaren Regeln, weil sie sowohl „für Eltern und Schüler hilfreich“ seien als auch für die Lehrkräfte eine wesentliche Erleichterung darstellten.

Detaillierte Informationen, was Lehrer dürfen und was nicht, stellt der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband auf seiner Webseite www.bllv.de zusammen.

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