Schwebheim

Was darf die Kunst für die neue Bücherei kosten?

Diese "Lichtsäule Bücherwelt", die Glaskünstler Günther Johrend (im Bild) dem Gemeinderat präsentierte, würde den Räten am besten gefallen. Allerdings sprengt der Preis den Rahmen des Vorgesehenen. Foto: Ursula Lux

Wie und mit welcher Art Kunst soll die neue Bücherei aufgewertet werden. Diese Frage beschäftigte den Gemeinderat schon in vorausgegangenen Sitzungen. Im Oktober wurde eine Vorauswahl getroffen und in der jüngsten Sitzung sollten die beiden Schwebheimer Künstler Günther Johrend und Mirek Bednarsky die damals favorisierten Entwürfe genauer vorstellen.

Der Glaskünstler Johrend tat dies professionell vorbereitet und mit großer Leidenschaft. Sein erster Entwurf ein "Lesender auf Treppe" war eine Stahl-Glas-Skulptur von rund 1,60 Metern Höhe und 1,20 Metern Breite. In gelasertem Stahl sitzt eine Glasfigur: "der Lesende". Dies gefiel Gemeinderätin Jutta Keller, die mit dem Gedanken spielte, vor alle öffentlichen Gebäude so eine Skulptur zu stellen, die auf den Zweck des Gebäudes hinweist.

Johrends zweiter Vorschlag, ein Glasbild für die große Fensterfront der Bücherei. Mit einer Höhe von 1,30 Metern und 93 Zentimetern Breite zeigt vier Lesende, die aus farbigem mundgeblasenen Antikglas angefertigt und mit Bleisprossen verbunden sind. Für dieses Bild entschied sich der Gemeinderat einhellig, es kostet 7 250 Euro.

Vollends begeistern war der Rat allerdings von Johrends drittem Vorschlag, einer Lichtsäule im Freien zwischen Bücherei und Straße. Die Lichtsäule "Bücherwelt" ist eine vierseitige Glas-Stahl-Plastik über zwei Meter hoch, mit einer goldenen Kugel am Dach. Auf den vier Seiten sind aus Echtantikglas Buchstaben und Bilder, die mit Büchern zu tun haben eingebrannt. Unter anderem auch eine Karte der Gemeinde aus dem Jahr  1834.

Für die Skulptur machte sich nicht nur Katja Möhring stark, sie vor allem, weil dies die Gestaltung des Pausenhofs, wo ein Glasbrunnen von Johrend steht, weiterführe. Christian Stahn fand die Lichtsäule ebenfalls "klasse". Ohne Einschränkung sei die der "Mercedes unter den Vorschlägen" bekräftigte auch Bürgermeister Volker Karb, allerdings ebenso teuer. Die Glaskunst käme auf 39 000 Euro. Die Metall und Elektroarbeiten überschlagen noch einmal auf 35 000 Euro.

Sponsoren finden

"Mir gefällt das auch wunderbar" betonte Herbert Holzmann, "aber wenn dieser Preis an die Öffentlichkeit gerät, halten die uns doch für durchgeknallt", meinte er. Auch Mario Söllner bremste, der Rat habe sich für Kunst am Bau eine Grenze von drei Prozent der Baukosten gesetzt, was ein Limit von 42 000 Euro bedeute. Karin Model meinte, man sollte noch einmal mit dem Metallbauer wegen des Preises verhandeln. Und Christian Hennings schlug vor, doch nach Sponsoren Ausschau zu halten. Für den Glasbrunnen des Pausenhofes habe man solche Sponsoren gefunden, erinnerte Johrend. Die Entscheidung, ob Glasbrunnen oder Skulptur, setzte der Rat erst einmal aus.

Mirek Bednarsky stellte für den Innenraum moderne Kunst vor. Er zeigte Bilder, wie er sich die Gestaltung des Verleihbereichs vorstellen könnte. Für innen entschied sich der Gemeinderat relativ einhellig für ein farbiges Halbrelief an der Wand das Bednasky "Universum" nannte. Er hatte allerdings keine Kosten hierfür ermittelt, so schätzte er diese auf 10 000 und 15 000 Euro. Seine Pop-Art-Skulptur aus verschiedenen angeordneten Bücher für den Außenbereich, konnte gegenüber den Vorschlägen von Johrend nicht mehr punkten.

Frank Böhm meinte, man sollte beide Künstler gleich behandeln, also auch die Kosten in etwa gleich aufteilen. Toni Götschl und Karin Model schlugen für innen die Halbkugel Universum und für außen die Lichtsäule vor. Übereinstimmung bestand darin, dass in den Außenbereich auf alle Fälle etwas Beleuchtetes kommen soll.

Ob dies die Skulptur der Lesende wird, mit der Option, ähnliche vor anderen Gebäuden aufzustellen, oder ob doch genügend Sponsoren für die Lichtersäule gefunden werden könnten, soll nun geprüft werden.

Diese "Lichtsäule Bücherwelt", die Glaskünstler Günther Johrend (im Bild) dem Gemeinderat präsentierte, würde den Räten am besten gefallen. Allerdings sprengt der Preis den Rahmen des Vorgesehenen. Foto: Ursula Lux

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