Gerolzhofen

Was fränkisches Milchvieh mit Ziegen und Zisternen in Kenia verbindet

Um Landwirtschaft auf zwei Kontinenten, in einem Fall um Milchkühe auf dem Rosenhof, und zum anderen um Ziegen und Zisternen in Kenia, ging es bei der Kolpingsfamilie.
"Hier ist gut Kuh sein": Der Erlebnishof von Manuela und Hubert Hauck ist ein Vorzeigebetrieb. Davon konnte sich jetzt auch die Kolpingfamilie Gerolzhofen bei einer Führung auf dem Rosenhof bei Gerolzhofen überzeugen.    Foto: Robert Stöcker

Einblicke in den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie von Manuela und Hubert Hauck mit den Ausrichtungen Rinderzucht, Ackerbau und Biogas konnte die Kolpingsfamilie Gerolzhofen bei einer Betriebsbesichtigung gewinnen. Erlebnisbäuerin Manuela Hauck stand dabei  zu allen Fragen rund um ihren Hof Rede und Antwort.

So erfuhr die Gruppe auf dem Rosenhof laut der Pressemitteilung, dass ein Durchschnittshaushalt 4000 Kilowattstunden Strom pro Jahr benötigt. Hier stellt sich die Frage, wie viel Rinder benötigt werden, um den Strom über das Biogas zu erwirtschaften? Zu aller Überraschung waren und sind es nur deren vier Stück.

Ein besonderer Höhepunkt des Besuchs auf dem Erlebnishof war die Geburt eines Kälbchens. Es war gerade mal eine Viertelstunde auf der Welt, als die Kolpinggruppe eintraf. In früheren Zeiten musste der Landwirt immer dabei sein, wenn ein Muttertier kalbte. Heutzutage macht es die Kuh alleine. So kann es passieren, dass der Bauer in den Stall kommt und die Anzahl seiner Tiere hat sich in der Zwischenzeit vermehrt. Derzeit sind es rund 170 Rinder auf dem Erlebnisbauernhof und Lernort in Sachen Milchviehhaltung und Milchprodukte.

Wo der Milchtank steht, ist es am kühlsten

Die Gruppe freute sich auf den kühlsten Raum des Anwesens, vor allem auf Grund der aktuell hohen Außentemperaturen. Es handelt sich um den Raum, in dem der Milchtank steht. Dieser beeindruckte vor allem durch seine Größe. Die Kühe gehen zum Melken selbstständig in den Melkstand. Dort  werden automatisch die Zapftüllen ans Euter angebracht. Jede Kuh hat eine Art Ausweis als Halsband, so dass die Melkanlage erkennt, welches Tier gerade Milch gibt.

Zur Belohnung und um den Tieren das Melken schmackhaft zu machen, bekommen die Tiere ein „Guti“ aus Kraftfutter. Erst nach sechs Stunden wird dieses Tier dann wieder in einem der beiden Melkstände erwartet. War eine Kuh bereits zum Melken und hofft erneut eine essbare Belohnung zu bekommen, geht sie leider leer aus, denn der Computer erkennt, dass sie heute schon gemolken wurde. Bei der derzeitigen Hitze merkt auch Bauer Hauck, dass die Milchproduktion reduziert ist.

Das Wohlfühlcenter für die Kühe

Das Futter des Milchviehs ist eine Mais-, Gras- und Luzerne-Silage. Die Kühe können auch in einen Wohlfühlcenter als eine Art Fitnessstudio gehen. An Bürsten können sie sich genussvoll kratzen. Minustemperaturen belasten die Kühe nicht, aber dafür die Technik. Für die Elektronik darf es nicht zu kalt sein und bei entsprechenden Temperaturen muss die Tränke der Tiere beheizt werden. Der Familienbetrieb ist auch ein Ausbildungsbetrieb mit weiteren Angestellten, denn ansonsten wäre die Arbeit logistisch schwer zu leisten.

Ein besonderer Höhepunkt der Führung der Kolpingsfamilie Gerolzhofen auf dem Erlebnishof Hauck war die Geburt eines Kälbchens. Es war gerade mal eine Viertelstunde auf der Welt, als die Gruppe eintraf. Foto: Robert Stöcker

Nach rund einer Stunde beschloss die Gruppe, sich noch in der Gerolzhöfer Gastronomie zu treffen, um hier die Führung ausklingen zu lassen. Zum Abschied sah man auf dem Rosenhof noch einmal nach dem neugeborenen Kälbchen, das bereits von der Mutter trockengeleckt war und tatsächlich schon auf eigenen Beinen stehen konnte.

Manuela Hauck spendete ihr Honorar übrigens dem Kolping-Zisternen-Projekt in Kenia. Die Spende wurde dankend und gerne angenommen.

Aktuell unterstützt die Kolpingsfamilie Gerolzhofen ein Großprojekt der Diözese Würzburg. Innerhalb von einem Jahr ist das gesteckte Ziel, 80 Zisternen für Kenia zu spenden. Eine Zisterne kostet 800 Euro, diese Summe kann sich aus kleinen Beträgen zusammensetzen, oder natürlich auch eine  Komplettspende sein. Ähnlich dem Ziegenprojekt erhalten die Bauern in Ostafrika eine spezielle Schulung, wie die Wasserspeicher aufzubauen und zu warten sind.

Es gibt in Kenia schon Regenfälle, dann allerdings sehr stark auf einen begrenzten Zeitraum. Dieses kostbare Wasser wird in den großen Tanks, um deren Spende sich die Aktion dreht, gesammelt und bevorratet, damit die Trockenzeit überwunden werden kann. Natürlich ist es wichtig, dass der Landwirt in Afrika seine Felder bewässern kann. Dieses Wasser wird aber auch zum Kochen und zum Trinken genutzt. Wenn die Pflanzen deswegen nicht vertrocknen, gibt es weniger Hunger und Armut.

Ein ganz wichtiger Aspekt bei dem diözesanen Projekt ist aber der Zeitgewinn. Derzeit müssen täglich die Frauen und vor allem auch die Kinder kilometerweit laufen, um Wasser zu holen. Damit wird der Körper schwer belastet und die Kinder haben keine Zeit, um in die Schule zu gehen.

Dieses ist der Pressemitteilung zufolge die wichtigste Motivation der Kolpingsfamilie Gerolzhofen, das Projekt zu unterstützen. Kinder die eine Schulausbildung erfahren dürfen, haben einen sicheren Ausgangspunkt für die Zukunft.

Bauern, die ihre Felder bewässern, können ihre Familien ernähren, ihre Kinder eine Schulbildung ermöglichen und letztendlich auch das Futter für die über 70 Ziegen und deren Kinder und Kindeskinder erwirtschaften, die bereits von der Kolpingsfamilie Gerolzhofen gespendet wurden. So unterstützt das neue Projekt auch den Vorläufer „Kleinvieh macht auch Mist“.

Hier sehe man auch, dass die Hilfe aus Franken in Kenia etwas bewirkt hat, denn die Hilfe zur Selbsthilfe sei in hohem Maße gelungen, was vor Ort von Mitgliedern des Leitungsteams überprüft wurde. Auch heuer fährt wieder eine Delegation der Diözese Würzburg nach Afrika, auch aus Gerolzhofen sind Teilnehmer dabei. Hier wird vor Ort geschaut, ob die Spenden ankommen und wie das Projekt umgesetzt wird.

Spenden für dieses wichtige Projekt können auf das Konto der Kolpingsfamilie Gerolzhofen, IBAN: DE70793620810001273833, BIC: GENODEF1GZH, bei der VR-Bank Gerolzhofen eingezahlt werden. Weitere Informationen zur Kenia-Hilfe erteilen die Familien Stumpf, Tel.: (09382) 6467, oder Fritz, Tel.: (09382) 90576.

Hubert und Manuela Hauck (hintere Reihe links) bei der Begrüßung der Teilnehmer an der Führung der Kolpingsfamilie Gerolzhofen auf dem Rosenhof. Foto: Robert Stöcker

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