Grafenrheinfeld

Was hat Grafenrheinfeld mit mexikanischem Bier zu tun?

Bier, ein weltweit beliebtes Getränk, hat in Franken einen hohen Stellenwert und lange Tradition. Manchmal helfen aber auch Franken mit, dass andernorts ordentlich gebraut werden kann: So hat etwa die Grafenrheinfelder Firma Trips einen Teil der Steuerungsanlage in einer mexikani... Foto: Getty Images

Es ist schon erstaunlich, was mittelständische Unternehmen im ländlichen Raum so alles auf dem Kasten haben. Oder besser gesagt: im Kasten – wie es wortwörtlich bei der Firma Trips in Grafenrheinfeld der Fall ist. Dort bilden Schaltschränke die Basis für ein Geschäft, das mit hohen technischen Standards im Bereich Automatisierung international erfolgreich ist. In einem Satz beschreibt es Geschäftsführerin Caroline Trips so: "Eine Maschine braucht eine Steuerung und genau diese Steuerung bieten wir an."

Caroline Trips gab den Teilnehmern des 9. Forums "Fachkräfte und Familie" Einblicke in die Entwicklung und den Aufbau ihrer Firma, die sie in Grafenrheinfeld gemeinsam mit ihrem Bruder Christian Trips über Jahrzehnte zu einem gefragten Produktions- und Dienstleistungszentrum für Automatisierungstechnologie ausgebaut hat. 

Großprojekte als Referenzen

Beispiele gefällig?  So etwa ist Steuerungstechnik aus Grafenrheinfeld in Europas größtem Kalkwerk im Einsatz, dem Kalkwerk Flandersbach in Wülfrath (NRW), ebenso im Heizkraftwerk Stuttgart-Gaisburg sowie in einem Flüssigerdgas-Kraftwerk auf Gibraltar.

Und schließlich sorgt Grips-Schaltanlagentechnik sogar dafür, dass in Mexiko reichlich Bier hergestellt werden kann: Hard- und Software aus Grafenrheinfeld kommt in einer mexikanischen Großbrauerei zum Einsatz. Die Steuerung der Technik übernimmt eine Software, die von Trips programmiert wurde. Die Biermarke dürfte den meisten geläufig sein: "Wenn Sie künftig Corona trinken, denken Sie mal an uns", sagte Caroline Trips. 

Caroline Trips gab den Forumsteilnehmern Einblicke in die Entwicklung der Trips Group. Das Familienunternehmen hat sie g... Foto: Andreas Lösch

Moderne Unternehmensführung: Das Miteinander fördern

Bei dem Forum "Fachkräfte und Familien", das mit der Initiative "Familienorientierte Personalpolitik" der Region Main-Rhön verknüpft ist, kamen Vertreter aus Wirtschaft, Politik und diverser Behörden zusammen. Rund 120 Besucher füllten den Veranstaltungsraum der Firma Trips und hörten sich den viel beachteten Vortrag des Hauptredners  Walter Kromm an. Der Mediziner plädiert für eine moderne Unternehmensführung, die das Miteinander unter den Mitarbeitern fördert, die einen stetigen Ressourcen- und Wissensaustausch pflegen sollen. Gelinge dieser Wandel, "dann werden Sie überrascht sein, welche Produktivitätsreserven und wie viel Lebensqualität in Ihrem Unternehmen schlummert."

Walter Kromm referierte bei dem 9. Forum "Fachkräfte und Familie" in Grafenrheinfeld zum Thema "Ressource Mensch, Fachkr... Foto: Andreas Lösch

Wie Landrat Florian Töpper (SPD) erklärte, sei gute Personalpolitik der Schlüssel zum Erfolg, wenn ein Unternehmen oder eine Behörde gut und effektiv arbeiten wolle. Es gelte, Mitarbeiter als Subjekte, als Menschen wahrzunehmen, "nicht als Objekte". Das müsse gelebt werden von Führungskräften wie auch von Mitarbeitern. 

Gezielt auf Bedürfnisse eingehen

Die Initiative Familienorientierte Personalpolitik setzt sich laut Doris Küfner-Schönfelder (sie ist Beauftragte für "Chancengleichheit am Arbeitsmarkt" der Agentur für Arbeit Schweinfurt) dafür ein, dass Unternehmen die Notwendigkeit erkennen, auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter gezielt einzugehen. So sei etwa das Thema Kinderbetreuung und flexible Arbeitszeiten ein wichtiges Entscheidungskriterium für Arbeitnehmer, wenn sie sich für oder gegen ein Jobangebot entscheiden.

Bei der Firma Trips gelingt es bereits gut, Fachkräfte zu gewinnen und im Unternehmen zu halten, wie Geschäftsführerin Caroline Trips erklärt: "Wichtig ist ein interessantes Portfolio." Und: "Die Leute spricht es an, dass wir international unterwegs sind." Bei Trips seien insbesondere im Bereich Softwareentwicklung Fachkräfte aus Indien, Brasilien oder Peru beschäftigt. Dazu käme eine eigene Ausbildungswerkstatt, Mitarbeiter werden zudem stetig weiterentwickelt. "Wir zählen auf die Leute in der Region." Dank dieser Mischung "sind wir hier wirklich gut aufgestellt", sagt Carolinee Trips.

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