Garstadt

Wehr Garstadt: Nach 60 Jahren Sanierung für 1,3 Millionen Euro

Das erste Drittel des Wehrs ist eingehaust. Foto: WSA Schweinfurt

Zu den Staustufen am Main gehören jeweils die Schleuse für die Schiffe, die Schleuse für die Sport- und Freizeitboote, ein Kraftwerk und das Wehr. Letzteres staut den Fluss an. Mit der Walze wird dabei der Abfluss geregelt.   

Wie Autobahnen oder Gleisanlagen ist auch die Infrastruktur der Binnenschifffahrt zu pflegen und zu erneuern. Bei der Staustufe Garstadt wird seit Mai und noch bis Oktober das erste Drittel des Wehrs gerichtet. Veranschlagt sind für die auf drei Bauabschnitte aufgeteilte Generalsanierung 1,3 Millionen Euro. Die Bauabschnitte II und III folgen in den Jahren 2020 und 2021.

Über die Schleuse und in die Baugrube führen Heinrich Schoppmann, Leiter des zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) in Schweinfurt, sowie der Baustellen-Manager Peer Flakenhagen. Inbetriebnahme von Wehr und Schleuse bei Garstadt war im Jahr 1956. Vor der Schleuse fließt der Main auf einer Höhe von 203 Metern über Normalnull, danach auf 198,31 Meter. Die Schleusenkammer hat eine Länger von 300 und eine Breite von zwölf Metern; die obere Teilkammer  ist 112,25, die unter Kammer 168,90 Meter lang. Die wesentlich kleine Bootsschleuse bringt es auf 12,5 mal 2,5 Meter. 

Trockenlegung

Das jetzt zu sanierende Wehr setzt sich aus einem Kastenschütz mit Aufsatzkappe und zwei Normalwalzen (jeweils 25 Meter breit) zusammen. Im Kraftwerk sind zwei Kaplanturbinen installiert, die bei einem Durchfluss von 120 Kubikmeter in der Sekunde 3,85 Megawatt Leistung erbringen.

Bei bis zu 40 Grad Außentemperatur wird gelüftet, wenn das Sandstrahlgerät pausiert. Foto: Gerd Landgraf

Begonnen hatte die Grundsanierung im Mai mit dem Setzen der Revisionsverschlüsse direkt vor und nach dem Wehr. Tauchern des WSA hatten die Notverschlüsse zu verankern. Die Aufteilung in drei Bauabschnitte ist durch das mögliche Auftreten von Hochwasser auch im Sommer bedingt. Während der regenreicheren kalten Jahreszeit muss aus dem gleichen Grund das gesamte Wehr funktionstüchtig sein und die Sanierung ruhen.

Die Walze auf Böcke gesetzt

Nach dem Auspumpen des Wassers aus der Baugrube und deren Abdichtung durch die Mitarbeiter des WSA wurde die Walze auf Böcke gesetzt, wodurch dann auch die Walzenkette entlastet war. Anschließend hauste eine Fachfirma den Bauabschnitt komplett ein, denn der alte und jetzt entfernte Walzenanstrich enthielt Blei und Asbest, weshalb in der Einhausung nur im Schutzanzug mit den Sandstrahlgerät zu arbeiten war. 

Blick in die Baugrube und auf die Walze. Foto: Gerd Landgraf

Nach der Reinigung zeigen sich jetzt die Schäden. Aktuell werden defekte Nieten entfernt und durch Schrauben ersetzt. Wo nötig werden Bleche aufgeschweißt. Abgeschlossen werden die Stahlbauarbeiten Ende August. Im September wird die neue Beschichtung samt Korrosionsschutz aufgebracht. Die Restarbeiten wie die Instandsetzung der Kette und der Austausch der Dichtungen erfolgt im Oktober, in dem die Walze dann auch wieder den Betrieb aufnimmt.

20 bis 30 Jahre soll das Wehr nach der Grundinstandsetzung wieder einwandfrei funktionieren. Schoppmann und Falkenhaben gehen davon aus, dass anschließend noch einmal saniert wird. In etwa 50 Jahren sei dann aber nichts mehr zu richten, sondern der Verschluss komplett auszutauschen.

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