Gerolzhofen

Weinfest: Im Rausch der Vorfreude

Weinfestprobe - Vertreter der Sportvereine (FC Gerolzhofen, TV Gerolzhofen, Tennisclub und Rot-Weiß), Vorsitzende des Weinbauvereins Winfried Ernst und Peter Schmitt, die Bürgermeister der Stadt Thorsten Wozniak, Erich Servatius, die Tourist-Leitung Beate Glotzmann, die Weinprinzessin Julia I.sowie der Markgraf Gerold (Peter Popp) Foto: Andrea Lindenberger

Die lange Zeit des Wartens ist nun bald vorüber. Vom 12. bis 15 Juli ist es wieder soweit! "Frankens größte Weinstube" öffnet ihre Tore für ihre Gäste."Unser Weinfest gehört zu den Highlights der Region", freut sich Thorsten Wozniak, Bürgermeister der Stadt Gerolzhofen.

Damit das wieder gelingt, versammeln sich rund zwanzig Vertreter der ortsansässigen Sportvereine und des Weinbauvereins jährlich zur traditionellen Weinfest-Vorprobe. Eine Art "Ritter der Tafelrunde" in der ehrwürdigen Halle der alten Rüstkammer.  Ihre Suche gilt zwar nicht dem heiligen Gral, doch ist ihre Aufgabe nicht weniger tugendhaft. Sie würdigen die besten Weine des "Gerolzhöfer Landes". Die Ritter der Neuzeit zeichnet vor allem eines aus: Sie leben in dieser Region, sind hier groß geworden und ihre Wurzeln sind wie die der Rebstöcke hier fest mit dem Boden ihrer Heimat verwurzelt. Wie kein anderer, haben Sie ein sicheres Gespür für den Geschmack ihrer zukünftigen Gäste. "Wir präsentieren einen Teil des abwechslungsreichen Angebots unserer Winzer aus der Verwaltungsgemeinschaft Gerolzhofen", bekräftigt Melanie Blattner vom TV Gerolzhofen. An diesem Abend gehören auch Erich Servatius, 2. Bürgermeister und Festleiter, Winfried Ernst und Peter Schmitt als Vorsitzende des Weinbauvereins Gerolzhofen, Beate Glotzmann als Leiterin der Tourist-Information, der Markgraf Gerold (Peter Popp) und Weinprinzessin Julia I. zu der ehrwürdigen Jury, die darüber entscheidet, welche der Weine auch tatsächlich an den Ständen ausgeschenkt werden.

Wein ist nicht gleich Wein - das weiß jeder, der schon einmal eine Weinkarte studiert hat. Zunächst gibt es eine Unterscheidung in Rosé, Wein- und Rotwein, trocken, halbtrocken, lieblich. Doch was bei den einzelnen Sorten den Geschmack ausmacht, ist so vielfältig, dass es einen Laien schon mal überfordern kann.

Auf den Punkt gebracht: "Das wichtigste ist die Traube", da sind sich alle einig. Sie macht die Charakteristik des Weines aus. Ebenso wie das Terroir, also Böden, die Auswirkung des Wetters, die Wahl der Rebsorte und vieles mehr, nicht zu vergessen die Winzer selbst mit ihrem Know-How und ihrer Leidenschaft.

"Die Weinberge unserer Winzer liegen in der Region Weinpanorama Steigerwald in etablierten Lagen wie zum Beispiel Handthaler Stollberg, Michelauer Vollburg, Gerolzhöfer Arlesgarten, Dingolshäuser Köhler oder der Sulzheimer Mönchberg", erklärt der Vorsitzende des Weinbauvereins. Besonders freut er sich auch über die Zunahme junger, gut ausgebildeter Winzer mit der Lust zu experimentieren. "Die Qualität unserer Weine wird gerade durch die jungen Winzer beeinflusst und verbessert."

Doch das ist genau das, worauf es ankommt - der Genuss, die Harmonie aller Komponenten. "Merkmal eines guten Weines ist zum Beispiel, ob er ertragsmäßig kurzgehalten wurde und sich damit ein besonderes Geschmacksspiel ergibt," sagt Winfried Ernst. "Es kommt auf die Harmonie, auf den Gleichklang aller Komponenten an", schwärmt der Experte. Mit Charme leitet er die Teilnehmer durch den Abend, stellt die Rebsorten vor, ihre Winzer, besondere Charaktere der jeweiligen Trauben. Flaschen werden im Akkord geöffnet, Gläser klirren, es wird gerochen, geschwenkt, geschlürft, gerätselt, debattiert. "Ist das noch ein Silvaner oder schon ein Müller-Thurgau?" fragt sich eine Teilnehmerin und der Neuling lernt, dass ein Müller-Thurgau gerne die Note eines Eisbonbons hat. Das Spiel mit Säure und Restzucker wird gefeiert. Frische Zitrusnoten, strohgelb, Buttercreme, Beere, nasser Schiefer, viele Tannine, florale Blütencharaktere - Aromen, Noten und Farbe des Weins werden feinsinnig gewürdigt.

Welcher Wein schmeckt wem am besten, spiegelt Ihre Persönlichkeit, streichelt Gaumen und Seele, weckt Erinnerungen? Bei der Weinprinzessin Julia I. ist das der Rotling. "Es ist ein leichter Sommerwein, der charmant und fruchtig ist", sagt die sympathische Repräsentantin des regionalen Weines. Durch den Rotling habe sie ihre Liebe zum Wein entdeckt. 

Eine wahre Fruchtexplosion erlebt Beate Glotzmann, wenn sie ihren Bacchus genießt . Sie liebt die Süße und das Barocke an der Rebsorte. "Dieser Wein spiegelt mich am besten", lacht sie erfrischend. Stark verwurzelt und bodenständig mag es Erich Servatius. Sein Favorit ist der Silvaner. "Man schmeckt den Boden, herb, erdig und damit die eigene Heimat."

Geschmacklich sind an diesem Abend alle Beteiligten auf ihre Kosten gekommen und haben sich entschieden. Verraten werden darf so viel: Von den 39 Weinen hat jeder überzeugt. Die Gäste dürfen sich also wieder auf ein reiches Repertoire freuen - Silvaner, Bacchus, Müller-Thurgau, Rosé, Rotling, Portugieser, Dornfelder, Domina und einige mehr - in allen Nuancen.  Amüsieren sich die Gäste des Weinfestes nur halb so gut wie die modernen Ritter dieser Weintafelrunde, wird das Weinfest in Gerolzhofen wieder ein voller Erfolg.

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