Region Gerolzhofen

Weinpanorama – Poesie der Heimat

Die Weinprinzessinnen am Fuchsranken des Weinguts Loos. Foto: Andrea Lindenberger

Es ist Christi Himmelfahrt – 39 Tage nach Ostersonntag und seinem Ursprung nach der Tag, an dem Jesu Christi in den Himmel auffuhr und wieder mit seinem Vater vereint war. Die irdischen Väter lassen sich kräftig feiern und im Steigerwald-Vorland laden die Winzer ein zum Wandern mit Genuss auf dem Weinsteiger am Westhang des Steigerwaldes.

Sind wir mal ehrlich. Der Sommer startet so richtig los, die Last-Minute-Angebote locken mit Schnäppchen-Preisen und urlaubsreif sind wir doch alle.  Manch einer kann es kaum erwarten, weit weg zu fliegen. Und dann gibt es ab und zu diese Momente, wenn ein Tag mehr an Erholung bringt als zwei Wochen auf Mallorca & Co. Wenn die eigene Region mit ihren Reizen lockt, einlädt, den Rucksack zu packen - alleine oder im Familienverbund, mit Bollerwagen und dem Hund. Zu Fuß, mit dem Rad oder an Bord eines Shuttlebusses führt der Weinsteiger Naturbegeisterte durch die abwechslungsreiche Weinkulturlandschaft von Wiebelsberg über Gerolzhofen und Dingolshauen bis Michelau.

Wer eine Pause braucht, kann sich an den Weinsteiger-Pavillons stärken und mit etwas Glück und gutem Timing, trifft er auch noch die Stars aus der Weinszene- sechs charmante Weinprinzessinnen: Franziska I. aus Oberschwarzach, Hanna I. aus Donnersdorf, Julia I. aus Gerolzhofen, Larissa II. aus Dingolshausen, Lena I. aus Traustadt und Sophia I. aus Michelau.

Mit den Prinzessinnen on Tour

In Gerolzhofen startet das Weinprinzessinnen-Mobil. Über Kreuz und Zwerch geht die Straße nach Wiebelsberg. Der Wein an den Rebhängen trägt den Namen "Wiebelsberger Dachs" und ist bekannt für seine ausgezeichneten Rotweine. Und einen Schoppen haben sich alle verdient, wenn sie den Panoramapavillon am Heiligen Franziskus erreicht haben. Lauschig im Schattenspiel der Bäume offenbart sich eine Aussicht über die Gemeinden Oberschwarzach, Mutzenroth und Wiebelsberg.

"Wunderschön zu erkennen ist hier das für das Steigerwald-Vorland typische Stufen-Panorama – am Fuß des Friedrich- und Schwanberges zum Beispiel erstrecken sich saftig grüne Wiesen, denen sich die Weinhänge anschließen, gekrönt von den erhabenen Waldkappen - die Krone der Berge", erklärt Monika Lindner, Vorsitzende des Tourismus-Vereins Oberschwarzach. Lindner ist Mitbegründerin des Weinpanorama-Tages im Jahre 2013 und freut sich über die zahlreichen Teilnehmer und Akteure aus den Gemeinden.

Gäste des Weinpanoramatages am Huttershügel. Foto: Andrea Lindenberger

Sie ist begeistert vom Shuttle-Bus. Geht den Wanderlustigen einmal die Puste aus, können sie den Bus nutzen, der die ausgezeichneten Haltestellen im Weinpanorama Steigerwald anfährt. Der Gast entscheide, je nach Kondition und Lust. Einer reibungslosen An- und Abfahrt stehe nichts im Wege.  "Es ist eine tolle Möglichkeit gerade auch für Senioren, Freunde in Nachbargemeinden wieder zu treffen und nur eine kurze, machbare Etappe zu laufen oder einfach nur die Aussicht zu genießen und im Anschluss wieder heimzufahren."

Verbunden mit der Heimat

"Ein weiterer Höhepunkt sind auch unsere Hoheiten", freuen sich alle bei der Ankunft der Weinprinzessinnen. Sie sind verbunden mit ihrer Heimat - Mutter Natur ist ihr Terrain – mit ihren Feldwegen, Wiesen, engen Stufen entlang der Weinberge und den wild-romantischen Rebstöcken. Fotos werden gemacht, ein kurzer Plausch mit den Gästen und Fans. "Ich war ja selbst mal Weinprinzessin", lächelt eine Dame und streicht sich durch ihr silbergraues Haar. "War schon was Besonderes". Sie repräsentieren den Wein der Region und machen das mit so viel Charme und Geschick, dass die Zeit im Nu vergeht und es heißt: auf zum nächsten Punkt.

Wenn der Wald, die Obstbäume und der Weinstock aufblühen, erwacht auch die Feierlaune der Menschen. Was passt da besser als junger Wein inmitten blühender Wiesen im Gerolzhöfer Arlesgarten. Die Landschaft schlägt einen in ihren Bann.

Gut gelaunt in Tracht - eine Musikantenfamilie aus Traustadt. Foto: Andrea Lindenberger

"Wir sind oft hier an der Gertraudiskapelle", sagt Thorsten Wozniak, Bürgermeister von Gerolzhofen. "Es ist wie im Urlaub hier - da muss ich gar nicht weit reisen, um diesen Erholungseffekt zu bekommen", strahlt er. "Es ist ein besonderer Ort der Einkehr", stimmt ihm eine Dame zu, die verliebt ihrem Begleiter über die Hand streichelt.

Markgraf als ständiger Begleiter

Die festlichen Dirndl schmücken die Prinzessinnen und wetteifern mit den Schmetterlingen und Blüten in ihrer Farbenpracht. Der Markgraf Gerold gesellt sich hinzu und wird von nun an der Begleiter der Hoheiten auf der weiteren Tour sein.

Bienenweide im Weinberg

Es geht zum Dingolshäuser Köhler. Auf dem Turm am Fuchsranken ist gute Stimmung. Viele junge Gäste genießen die gemeinsame Wanderung mit Bollerwagen und Musik zum beliebten Aussichtspunkt. Als Belohnung warten ein Glas Loos-Wein 2018er Jahrgang und ein Stück selbstgemachte Pizza.  Mittendrin sorgt Florian Loos für das leibliche Wohl aller Gäste. Die Weingläser erklingen, Silvaner und Secco munden den Majestäten und inmitten der Natur spürt jeder Gast, weshalb die Trauben an diesem besonderen Ort so vortrefflich gelungen sind. "Hier wächst eine Bienenweidemischung- eine Einsaat, die vor allem für Flora und Fauna besonders gut ist und es bedarf keines mineralischen Düngers mehr", freut sich Loos.

Stolz ist auch Lothar Zachmann, Bürgermeister von Dingolshausen. Er ist mit seinem Sohn Lukas heute auf Wanderschaft. "Es ist schön, zu sehen, wie gut der Weinpanoramatag von den Menschen angenommen wird und ich genieße die Zeit heute mit meiner Familie", sagt er und wird von Lukas zum nächsten Punkt gezogen. Die Prinzessinnen stärken sich noch schnell mit einem Stück Pizza und weiter geht’s.

Brotzeit zum Wein

Die Terrassen des Huttershügels laden mit einem weiten Blick auf Michelau und das Steigerwald-Vorland ein. An diesem Tag erspähen die begeisterten Gäste sogar die Rhön. Die Winzerfamilien haben kräftig angepackt, gebacken und verwöhnen alle Ankommenden mit Brotzeiten und Kuchen zum Wein. "Hier helfen alle mit, die ganze Familie ist am Start an solchen Tagen wie heute", freut sich Martin Pfrang, Vorsitzender des Weinbauvereins Michelau-Altmannsdorf. "Hier möchte man am liebsten Stunden verweilen, den Blick schweifen lassen und einfach nur genießen", schwärmt ein Gast und seine Begleiter stimmen ihm zu, bevor sie ihre Fahrradhelme wieder aufsetzen und weiterradeln.

Auf der Tourliste stehen noch Neuhof und Traustadt. Sie sind zwar offiziell nicht Teil des Weinpanorama-Programms, begrüßen die Wanderer jedoch an diesem Tag auch mit einem Angebot aus ihrem Repertoire. Das Weingut Weissenseel sorgt mit einem Orchester für beste Stimmung und die Chefin singt persönlich mit, wenn es den Gästen besonders gut gefällt.

Und mit einem zarten Klingen der Gläser und einem "Prosit der Gemütlichkeit" verabschieden sich auch die Hoheiten. Glücklich und erschöpft kehren sie heim, zurück in ihre Gemeinden, und berichten von den Erlebnissen auf ihrer Tour. Eine kleine Reise durch die Region, die allen gezeigt hat, dass Erholung auch darin bestehen kann, die Poesie der Heimat zu genießen.

Schlagworte

  • Gerolzhofen
  • Dingolshausen
  • Traustadt
  • Altmannsdorf
  • Oberschwarzach
  • Andrea Lindenberger
  • Familien
  • Jesus Christus
  • Lothar Zachmann
  • Monika Lindner
  • Pflanzen und Pflanzenwelt
  • Prinzessinnen
  • Rotweine
  • Thorsten Wozniak
  • Wanderer
  • Wandern
  • Wein
  • Weinberge
  • Weingärtner
  • Weinstöcke
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
2 2
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!