Schweinfurt

Weisgerber trifft sich mit Schweinfurter Fridays-Aktivisten

Die Schwebheimer Bundestagsabgeordnete stellte das Klimaschutzpaket der Bundesregierung vor. Woran es Kritik gab und was die Jugendlichen von der Politik erwarten.
Die Fridays for Future-Bewegung ist auch in Schweinfurt aktiv, es ist die zweitgrößte in Unterfranken. Die Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber trifft sich regelmäßig mit den Jugendlichen, um die Positionen der Bundesregierung zu erklären. Foto: Oliver Schikora

Die Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber aus Schwebheim ist nicht nur klimapolitische Sprecherin der CSU-CDU-Bundestagsfraktion und anerkannte Umweltpolitikerin, sie ist auch explizit eine Befürworterin der Fridays for Future-Bewegung. Im Gegensatz zu CSU-Oberbürgermeister Sebastian Remelé steht sie der Bewegung nicht grundsätzlich skeptisch gegenüber, sondern trifft sich regelmäßig mit Jugendlichen aus ihrem Wahlkreis. Auch die Stadtverwaltung hat auf Initiative des OB bereits zwei größere Treffen mit Schülersprechern und FFF-Aktivisten zum Thema Klimaschutz veranstaltet.

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Fridays for Future Schweinfurt

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Kürzlich lud Weisgerber wieder Schülerinnen und Schüler aus ihrem Wahlkreis ein, um das Klimaschutzpaket der schwarz-roten Bundesregierung vorzustellen. Die zweieinhalbstündige Veranstaltung war informativ, aber auch ein wenig überfrachtet mit Informationen, die zeigten, wie komplex und weitgehend das Thema Klimaschutz in all seiner Konsequenz ist. Weisgerber ist überzeugt, dass Deutschland "als Vorbild zeigen muss, dass wir als Industrienation klimaneutral werden können, um Entwicklungsländer dabei zu unterstützen, von Anfang an ihre Industrie klimaneutral zu entwickeln".

Die Bundestagsabgeordnete, die im Auftrag der Regierung unter anderem bei den Klimaschutzkonferenzen in Paris und Kattowitz war, will dafür werben, "dass Klimaschutz Spaß macht", vertritt dabei aber auch klassische CSU-Positionen: "Wir wollen keine Verbotspolitik, sondern schauen, was jeder selbst tun kann."

Vom schlechten ÖPNV auf dem Land über den Plastikmüll bis zum CO2-Preis

Bei der Fragerunde kristallisierten sich mehrere Schwerpunkte von Seiten der 15 Schüler heraus: der ÖPNV im ländlichen Raum, das Thema Plastikmüll, die Elektromobilität und die Reaktivierung der Steigerwaldbahn. "Die Ignoranz der Menschen beim Thema Klimaschutz, dass es ihnen egal ist, stört mich und damit kann ich schlecht umgehen", erzählte eine Schülerin, was sie im Moment an der teilweise polarisierenden Diskussion über mehr und besseren Klimaschutz stört. Auch Anja Weisgerber ist sich bewusst, dass es Aufgabe der Politik ist, zu handeln – trotz der Sandwich-Position inmitten zahlloser widerstreitender Interessengruppen: "Wir müssen viel tun und 2020 wird das Jahr des Handelns. Wir müssen aber auch aufpassen, dass wir die Gesellschaft nicht spalten."

Wie in einigen Diskussionsrunden in den vergangenen Monaten zuvor, gab es erneut den Hinweis der Schüler, in ihrer Schule mehr Informationen zum Thema Klimaschutz zu bekommen und auch mehr Aktionen zu initiieren wie zum Beispiel eine plastikfreie Woche. Offenbar ist es aus Sicht der Schüler nach wie vor so, dass das Thema Klimaschutz in den Schulen in Stadt und Landkreis keinen breiten Raum einnimmt. Eine löbliche Ausnahme gibt es: Schüler aus dem Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Schweinfurt berichteten von ihrer letztes Schuljahr gegründeten Umwelt AG, bei der Projekte für mehr Umweltbewusstsein initiiert wurden.

Weitere Themen waren die Bepreisung von Kohlendioxid. Den Weg der Großen Koalition, zunächst mit zehn Euro pro Tonne CO2 zu starten und den Preis in den nächsten Jahren kontinuierlich zu erhöhen, verteidigte Weisgerber. Sie verwies darauf, dass der Bund 54 Milliarden Euro für das Klimaschutzpaket ausgebe und die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung den Bürgern zu Gute kämen, zum Beispiel bei der Pendlerpauschale.

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