Gerolzhofen

Wer wird der Bauherr beim großen Schul-Projekt?

Die Mittelschule in Gerolzhofen ist in die Jahre gekommen. Die Planung für einen Neubau oder die Sanierung des Altbaus ist komplex. Foto: Klaus Vogt

Der Neubau oder die Sanierung von Mittel- und Grundschule in Gerolzhofen ist eine schwierige Geburt. Dies wurde am Montagabend in der Sitzung des Gerolzhöfer Stadtrates deutlich, als einige Stadträte in der Diskussion um den künftigen Standort auch erste Argumente für oder gegen die Sanierung beziehungsweise den Neubau einfließen ließen. Bürgermeister Thorsten Wozniak machte dann aber recht überraschend klar, dass nach dem momentanen Stand der Dinge die Stadt Gerolzhofen dies gar nicht zu entscheiden hat.

Im Januar diesen Jahres schien schon alles klar zu sein: Die Schulverbände für die Grundschule Gerolzhofen und für die Mittelschule Main-Steigerwald trafen jeweils wegweisende Grundsatzentscheidungen: Die Stadt Gerolzhofen soll sowohl bei der Grundschule als auch bei der Mittelschule als Bauherrin auftreten, egal, ob es nun zu einer Sanierung oder zu Neubauten kommen wird. Und beide Schulverbände werden die Kosten für eine Sanierung oder für die Neubauten vollständig über Sonder-Investitionsumlagen finanzieren. 

Diese Beschlüsse gelten zwar noch, sollen aber offenbar nochmals überdacht und überarbeitet werden. Man sei im Entscheidungsprozess jetzt "nochmals zwei Schritte zurückgegangen", erklärte Bürgermeister Thorsten Wozniak. Denn es habe in den Schulverbänden dann doch Bedenken gegen das Konzept gegeben, die ganze Diskussion sei auch recht emotional gewesen. Die genauen Hintergründe legte Wozniak allerdings nicht offen. Es ist wohl so, dass die Beschlüsse der beiden Schulverbandsgremien vom Januar in den Gemeinderatsgremien der Mitgliedsgemeinden nicht nur Begeisterung ausgelöst haben. Ziel sei es nun, so Wozniak, den Neubau oder die Sanierung als "ein Gemeinschaftsprojekt der in den Schulverbänden beteiligten Kommunen" durchzuführen. Das heißt: Den Kommunen soll bei wichtigen Entscheidungen bei Planung und Bau ein Mitspracherecht eingeräumt werden.

Noch keine konkrete Schätzung

Am Montagabend bestätigte Bürgermeister Wozniak nach einer Intervention von Günter Iff (Freie Wähler), dass noch immer keine belastbaren Zahlen für den Neubau oder für die Sanierung der Schulen vorliegen. Soll heißen: Den bereits im April vom Stadtrat beschlossenen Eintritt in die Leistungsphasen 1 und 2 (das sind die gutachterliche Grundlagenermittlung und die Vorplanung mit Kostenschätzung) hat es noch nicht gegeben. Wozniak dazu: Die Mitgliedsgemeinden der Schulverbände wollen jetzt erst vom Stadtrat Gerolzhofen wissen, wo der künftige Schulstandort liegt. Denn es sei für die Kostenermittlung auch wichtig, Klarheit zu haben, wo man überhaupt bauen will.

Es hätten in der Zwischenzeit nochmals zahlreiche "vertrauensvolle Besprechungen" auf Bürgermeister-Ebene und bei der Regierung von Unterfranken stattgefunden, sagte Wozniak. Für den 3. Dezember sind wieder Sitzungen der beiden Schulverbände anberaumt, wo man dann erneut Abstimmungen herbeiführen will. Dann werde sich auch klären, ob nun tatsächlich die Stadt oder die Schulverbände als Bauherren auftreten. Die Mitglieder des Stadtrates ließen auf jeden Fall am Montagabend keinen Zweifel aufkommen, dass die Stadt selbst Bauherrin werden soll. Allerdings gebe es in den Schulverbänden auch andere Meinungen, deutete Wozniak an.

Neubau oder Sanierung?

 Obwohl noch unklar ist, wer über die Frage Neubau oder Sanierung überhaupt zu entscheiden hat, wurde im Stadtrat bereits über technische Dinge diskutiert. Es gibt laut Stadtbauamt einen klaren Trend. Aufgrund mehrerer Kostenberechnungen sei ein Neubau gegenüber einer Generalsanierung beider Schulhäuser wirtschaftlicher. Die Neubaukosten für die Mittelschule belaufen sich auf rund 15 Millionen Euro brutto, die Neubaukosten für die Grundschule auf rund 8,5 Millionen Euro. Tendenz eher nach oben steigend. Die Neubaukosten, so das Stadtbauamt, wurden anhand des Baukostenindex ermittelt. Und: Eine Sanierung darf maximal 80 Prozent der Kosten eines Neubaus nicht übersteigen, sonst gibt es keine Fördermittel aus öffentlicher Hand.

Thomas Vizl (Geo-net) schlug einen Zwischenweg zwischen kompletten Neubauten und Altbau-Sanierungen vor: Man sollte die vier Treppentürme erhalten und daran die benötigten Schulräume auf den bestehenden aufwändigen Fundamenten andocken. Die Aula wäre neu mit Barrierefreiheit zu bauen. Die benachbarte Grundschule könnte integriert werden und alle Ebenen wären miteinander verbunden, was ausreichend Fluchtwege ergeben würde. Dieser möglicherweise kostengünstigere Mix aus Neubau und Sanierung könnte auch während des laufenden Schulbetriebs über die Bühne gehen, meinte Vizl.

Arnulf Koch (CSU) machte hingegen klar, dass man die Planungen und das Bauen erst einmal den Profis überlassen sollte. 

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