Werneck

Werneck beschließt Friedhofsentwicklungskonzept

Auf der Dringlichkeitsliste des Friedhofsentwicklungskonzeptes ganz vorne dabei ist der Friedhof in Werneck, auf dem die stark nachgefragten Baumbestattungen schnell umgesetzt werden sollen. Foto: Gerald Gerstner

Am Ende einer zweieinhalbstündigen Sondersitzung gab der Gemeinderat einstimmig grünes Licht für die Umsetzung des von Landschaftsarchitektin Marion Ledermann vorgestellten Friedhofsentwicklungskonzeptes für den Markt Werneck. Aufgeführt sind darin Pläne für jeden der 13 Friedhöfe. Diese beinhalten künftige Belegungskonzepte und Angebote für neue pflegeleichte Grabformen, haben aber auch erforderliche Sanierungen, Barrierefreiheit sowie Verbesserungen bei Gestaltung und  Aufenthaltsqualität im Blick.

Die bauliche Umsetzung soll entsprechend der Dringlichkeit erfolgen und ist im Detail für jeden Friedhof noch einzeln zu beschließen. In der Reihenfolge ganz vorne stehen die Friedhöfe in Schleerieth, Schraudenbach, Stettbach und Werneck. Für die Umsetzung aller Maßnahmen müsse mit einem Zeithorizont von zehn bis 20 Jahren gerechnet werden, sagte Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl. Ziel ist es aber laut Planerin, in jedem Friedhof möglichst schnell ein bis zwei pflegeleichte Bestattungsformen umzusetzen. Neben der Baumbestattung sind dies pflegefreie Urnengräber oder auch Urnengemeinschaftsanlagen.

Erste Konzeptentwürfe stellte das beauftragte Planungsbüro Ledermann aus Mellrichstadt-Bahra vor einem Jahr im Gemeinderat vor. Bei Friedhofsbegehungen in allen Ortsteilen hatte die Bevölkerung im Anschluss Gelegenheiten ihre Sichtweise vorzubringen. Die Anregungen, Bedenken und Änderungswünsche fanden bei der weiteren Ausarbeitung der Planungen Berücksichtigung, wie Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl hervorhob.

Vielfach geäußert wurde bei den Friedhofsbegehungen der Wunsch nach kleineren Beetflächen bei den Erdgräbern, da sie weniger Arbeit machen. Sofern sich bei Grabreihen Mehrheiten für Verkürzungen auf 80 Zentimeter aussprechen, sollen diese auch gemacht werden, sagte Baumgartl. Wo nötig, wird die Umwandlung von Grabfeldern durch einen Belegungsstopp eingeleitet. Außerdem kann die Friedhofsverwaltung die Neuvergabe von Gräbern auf bestimmte Flächen konzentrieren. Weiterhin zulässig bleiben aber Nachbestattungen. Vorgesehen ist in allen Friedhöfen, an geeigneten Stellen Sitzgelegenheiten aufzustellen - auch dies ein Wunsch der Bevölkerung. Hierfür biete sich eine Sammelbestellung an, sagte Ledermann.

Als erstes an die Reihe kommt der Friedhof in Schleerieth, wo die bauliche Umsetzung schon im zeitigen Frühjahr starten soll. Grund sind insbesondere die nicht mehr standsicheren Grabsteine und viele Stolperecken bei den Wegen. Wegen dieser "massiven Gefahrenstellen" wurden bereits im Haushalt Mittel eingestellt, sagte Baumgartl. Der Gemeinderat hatte keine Einwände gegen die jetzt vorgestellte Planung und beauftragte das Büro einstimmig, die Arbeiten auszuschreiben. Die Kosten bezifferte Ledermann mit 294 277 Euro, wobei ein Großteil auf die Tiefbauarbeiten entfalle.

Der Maßnahmenplan sieht vor, im alten Friedhofsteil das unebene Pflaster gegen eine wassergebundene Wegedecke auszutauschen. Im Zuge der Sanierung erhalten die Wege einen Höhenausgleich und werden barrierefrei gemacht. Wasserstelle und Priestergräber sind dann ohne Treppen zu erreichen. Abschnittsweise erneuert werden die Grabfundamente und an die neue Wegführung angepasst. Auch die Fundamente an der Friedhofsmauer werden saniert.

Im oberen neuen Friedhofsteil werden Baumbestattung und pflegefreie Erdgräber als neue Grabformen angeboten. Urnensäulen in der Wiese kommen als neue Form zur bestehenden Urnen-Erdbestattung, die erweitert wird, hinzu. Bei der Baumbestattung wird die Urne anonym im Rasenfeld beigesetzt. Vorgesehen ist in Absprache mit der Bevölkerung eine zentral aufgestellte Stele aus Schleeriether Sandstein für die Anbringung von Namenstafen.

Die beiden Friedhofsteile werden – ein Wunsch der Bevölkerung – durch den Bau einer Rampe barrierefrei verbunden. Einher geht das ist das mit einer Baumfällung und der Verlegung der Wasserstelle. Für die angedachte Verkürzung der Erdgräber auf 80 Zentimeter im alten Friedhofsteil fehlen noch einige Rückmeldungen, sagte Baumgartl. Sinnvoll seien nur durchgehende Rasenstreifen wegen des geringeren Pflegeaufwands.

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