Werneck

Wernecker Währung: Der Wern-Franken und sein großer Renner

Ein Gutschein-System, dem sich 38 Geschäfte und Betriebe in der Marktgemeinde angeschlossen haben, soll die Kaufkraft in der Gemeinde binden. Hat das funktioniert?
Der Wern-Franken wird im Wert von 5, 10 und 20 Euro als Gutschein für Wernecker Geschäfte und Betriebe verkauft. Fast 100 000 Euro wurden bereits umgesetzt. Foto: Silvia Eidel

Eine eigene Währung kursiert seit November 2013 in Werneck: der Wern-Franken, der als Gutschein-System das Bezahlen in 38 Wernecker Geschäften und Betrieben ermöglicht. Fast 100 000 Euro wurden seither umgesetzt und damit die Kaufkraft vor Ort gehalten. Der Wern-Franken erleichtert das Schenken, erhöht die Attraktivität der Geschäfte, unterstützt die heimische Wirtschaft, sichert Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Diese Argumente waren für den Gewerbeverband Werneck vor sechs Jahren kräftig genug, das Gutschein-System zu übernehmen. Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl hatte ein Beispiel aus einer entfernten Gemeinde mitgebracht.

Im Wert von fünf, zehn und 20 Euro sowie einer Gültigkeit von drei Jahren können bei den Wernecker Filialen der Sparkasse und der VR-Bank sowie im Rathaus die Wern-Franken-Gutscheine erworben werden, um sie dann zu verschenken. "Oft sind sie für ältere Menschen gedacht", weiß Peter Vanselow, Vorsitzender des Gewerbeverbandes. "Vor allem der Zehner ist der Renner." Weshalb der Verband auch von der Ausgabe eines 50er Wern-Franken absieht.

Vanselow kümmert sich um die Umsetzung der Idee, um den Druck der Gutscheine, um die Abrechnung. "Die Geschäfte bringen die eingelösten Wern-Franken zu mir und erhalten eine Gutschrift aufs Konto." Für die Unkosten verlangt der Gewerbeverband seit diesem Oktober ein Prozent Umsatzgebühr.

Wo der Wern-Franken überall eingelöst werden kann

Im ersten Jahr, also 2014, wurden gut 16 000 Euro mit dem Wern-Franken umgesetzt. Heuer sind es bereits 26 000 Euro, so dass über den ganzen Zeitraum bislang 96 000 Euro in Gutscheinen ausgegeben wurden. "Die 100 000 machen wir bis Weihnachten noch voll", ist sich Vanselow sicher. Zumal kürzlich auch ein Betrieb auf ihn zukam mit der Absicht, einen Teil des Gehaltes in Wertgutscheinen auszuzahlen, "brutto wie netto, bis 40 Euro ist gesetzlich erlaubt".

Häufig würden dafür Tankgutscheine genommen. Die Wern-Franken könnten aber überall eingelöst werden und seien damit attraktiver: Beim Friseur, im Baumarkt, bei der Gaststätte, der Tankstelle, beim Lebensmittelladen. Allerdings: Die "Großen" wie Aldi oder Lidl beteiligen sich nicht. "Das ist denen zu kompliziert." Beim örtlichen Edeka-Markt würden die Gutscheine besonders oft abgegeben, sagt Vanselow. Das sei eben das einfachste. Ob das aber zusätzliche Kaufkraft generiert, kann der Leiter des Edeka-Markts, Hans-Peter Müller, nur schwer ausmachen. "Ich denke, es sind Kunden, die sowieso hier einkaufen", sagt er.

"Man muss nicht immer nach Schweinfurt fahren"

Der Hauptgrund für die Einführung des Wern-Franken sei doch gewesen, den Leuten zu verdeutlichen, welche Einkaufs- und Versorgungsmöglichkeiten es in Werneck und seinen Gemeindeteilen gebe, welcher Service tatsächlich vor Ort sei. Man müsse nicht immer nach Schweinfurt fahren. Dass Gutscheine gerade als Geschenk beliebt sind, weiß Müller. Er verkauft auch eigene Edeka-Gutscheine in Scheckkarten-Form. Den Wern-Franken könne man seit einiger Zeit auch noch bei Getränke-Peks erwerben, ergänzt Vanselow. Auch eine Art der Kundenbindung.

Das Gutschein-System beurteilt der Gewerbeverbandsvorsitzende als "schönes Zeichen, etwas, das Werneck verbindet". Von daher ist der größte Profiteur des Wern-Franken für ihn ganz klar: die ganze Gemeinde.

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